Wirtschaft

Krebs durch Unkrautvernichter Urteil: Glyphosat-Schadenersatz ist zu hoch

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Die Reduzierung des Schadenersatzes für ein Ehepaar in den USA sei ein Schritt in die richtige Richtung, erklärte ein Bayer-Sprecher.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wieder muss Bayer wegen Krebsrisiken durch Unkrautvernichter in den USA Schadenersatz zahlen. Ein Ehepaar hatte sich eine Milliardensumme erstritten. Nun stellt das Gericht fest: Der Betrag ist viel zu hoch. Die Kläger müssen nun mit erheblich weniger Geld rechnen.

Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer kann in einem weiteren Prozess um Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter mit einer Senkung der Strafe rechnen. Ein Gericht in Oakland teilte mit, dass die insgesamt rund zwei Milliarden US-Dollar, umgerechnet sind das etwa 1,8 Milliarden Euro, die eine Geschworenen-Jury dem Rentnerpaar Alva und Alberta Pilliod zugesprochen hatte, über den verfassungsrechtlich angemessenen Rahmen hinausgehe.

Der Anteil des Strafschadenersatzes soll nach Einschätzung des Gerichts auf maximal das Vierfache des eigentlichen Schadenersatzes von 50 Millionen Dollar reduziert werden. Die gesamte Maximalsumme, die sich aus Schadenersatz und Strafschadenersatz berechnet, liegt damit bei 250 Millionen Dollar.

Strafschadenersatz existiert im deutschen Recht so nicht. Im US-Recht wird er als Zusatzsanktion bei besonders schweren Entschädigungsfällen verhängt. Es ist eine weitere Anhörung angesetzt, in der sich die beiden Streitparteien nochmals zu dem vorläufigen Urteil äußern können.

Die Reduzierung des Schadenersatzes wäre ein Schritt in die richtige Richtung, schrieb ein Bayer-Sprecher in einer E-Mail. Bayer werde jedoch die endgültige Entscheidung des Gerichts abwarten und dann eine detailliertere Stellungnahme abgeben.

Erst zu Wochenbeginn hatte ein Richter in einem anderen Glyphosat-Prozess die von Geschworenen geforderte Strafe deutlich reduziert - von rund 80 auf etwa 25 Millionen Dollar. Auch er hielt den Anteil des Strafschadenersatzes für zu hoch. Bayer kündigte in diesem Verfahren bereits an, in Berufung zu gehen.

Quelle: n-tv.de, joh/dpa

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