Wirtschaft

Modelljahreswechsel verschoben VW stellt Zulieferer vor Probleme

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VW sieht in der Verschiebung "prozessualen Vorteile".

(Foto: imago images/regios24)

Bei Volkswagen wird umdisponiert. Der Wolfsburger Autokonzern schiebt den Jahreswechsel bei wichtigen Modellen nach hinten. Für die Zulieferer bedeutet dies zusätzlichen Aufwand. Zugleich sieht VW-Betriebsratschef Osterloh das Unternehmen vor einer "harten Aufgabe".

Volkswagen verschiebt im Sommer kurzfristig den Modelljahreswechsel bei wichtigen Modellen wie VW Golf 8, Seat Leon und Skoda Octavia um fünf Wochen. Der ursprünglich für die Kalenderwoche 25 geplante Modelljahreswechsel beim global ausgerollten Baukasten MQB sei nun in der 30. Kalenderwoche vorgesehen, berichtet die "Automobilwoche" unter Berufung auf interne Konzernunterlagen.

"Für Sie als unsere Partner bedeutet das, dass die heutigen Serienbauteile MJ 2020 fünf Wochen länger zugeliefert werden müssen, um unsere Produktion an allen Standorten entsprechend sicherzustellen", schreibt das Dax-Unternehmen seinen Zulieferern. Für die Partner bedeutet diese Anforderung zusätzlichen Aufwand während der Umrüstung auf die neuen Teile.

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Die Aktion beinhalte "alle relevanten Bauteilumfänge für die Fahrzeuge der Marke Volkswagen Pkw und der betroffenen Konzernmarken. Ebenfalls werden in diesem Zusammenhang aufgrund technischer Abhängigkeiten die Neuanläufe Tiguan PA, Arteon PA und Arteon Shooting Brake sowie einzelne zu KW 25/ 20 geplante Anlaufstufen des Golf 8 entsprechend mit verschoben."Das Kürzel "PA" steht bei VW für Produktaufwertung, also signifikante Pflegemaßnahmen an bestehenden Baureihen. Der Shooting Brake ist die mit Spannung erwartete zweite Karosserieversion des VW-Topmodells Arteon.

Ein VW-Sprecher begründete die Verschiebung mit "prozessualen Vorteilen" und erklärte: "Die Änderung erfolgt konzernweit für alle MQB-Fahrzeuge". MQB steht für Modularer Querbaukasten, auf den neben Volkswagen, Seat und Skoda auch die Premiumtochter Audi zurückgreift.

Osterloh mahnt "Hochlauf" der Golf-Familie und Start des ID.3 an  

Unterdessen kommentierte VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh jüngst von VW präsentierte Eckzahlen der Bilanz für das Geschäftsjahr 2019. "Unsere Kolleginnen und Kollegen auf der ganzen Welt haben wieder für neue Rekorde und Bestmarken gesorgt: Der Konzern machte rein rechnerisch jeden einzelnen Tag im Jahr 53 Millionen Euro Gewinn." Zugleich warnte er: "Dieses Tempo auch 2020 zu halten, ist allerdings eine harte Aufgabe. Die Verwerfungen durch das Coronavirus und die generell erlahmende Konjunktur sind keine guten Vorzeichen." Osterloh mahnte: "Umso wichtiger sind daher jetzt der Hochlauf unserer Golf-Familie sowie der Start des ID.3 in diesem Jahr."

Der ID.3 ist das erste reine E-Auto, das VW in konzerntypischer Großserie produzieren will. 2020 sei "das Jahr der Wahrheit bei den CO2-Werten unser Flotte", schrieb Osterloh. "Denn es gilt, die 95 Gramm zu erfüllen und Strafzahlungen zu vermeiden."

Quelle: ntv.de, wne