Wirtschaft

Nach Dammbruch in Brasilien Vale-Chef und Topmanager gehen

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In Brumadinho erinnern der Schlamm und die Gräber an das Unglück.

(Foto: REUTERS)

Die Staatsanwaltschaft empfiehlt nach der Untersuchung des Dammbruchs in Brasilien die Entlassung des Chefs der verantwortlichen Firma. Doch er und weitere Topmanager kommen dem Schritt "vorübergehend" zuvor.

Rund fünf Wochen nach dem verheerenden Dammbruch bei einem Bergwerk des Eisenerz-Produzenten Vale in Brasilien sind der Konzernchef und weitere Führungskräfte zurückgetreten. Das Unternehmen sprach von einem Abschied bis auf weiteres. Der Verwaltungsrat habe das Rücktrittsgesuch des Vorstandsvorsitzenden Fabio Schvartsman sofort akzeptiert. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft dem Unternehmen empfohlen, ihn und andere hochrangige Mitarbeiter zu entlassen.

Bei dem Dammbruch an einem Rückhaltebecken im Bundesstaat Minas Gerais wurden im Januar vermutlich mehr als 300 Menschen getötet und große Mengen an giftigem Schlamm freigesetzt. Vor allem Arbeiter, aber auch Anwohner wurden unter Millionen Tonnen Klärschlamm begraben. 186 Leichen wurden seither geborgen, 122 Menschen werden noch vermisst und sind wahrscheinlich ebenfalls tot. Der Dammbruch ist das schwerste Industrieunglück in der Geschichte Brasiliens.

War das Bruchrisiko bekannt?

Zuletzt mehrten sich die Hinweise, dass der brasilianische Konzern von einem erhöhten Bruchrisiko wusste. Zudem sollen sich Inspektoren unter Druck gesetzt gefühlt haben, das Bauwerk als sicher einzustufen. Der deutsche TÜV Süd hatte den Damm im August 2018 geprüft und Maßnahmen zur Stabilisierung angeregt. Erst vor vier Jahren hatte der Bruch eines von Vale betriebenen Damms eine große Umweltkatastrophe in Brasilien verursacht.

Schvartsman bat den Verwaltungsrat in einem Brief der von der Zeitung "Folha de S.Paulo" veröffentlicht wurde, ihn "vorübergehend" von seinem Posten zu entlassen. Zugleich verteidigte er sein Vorgehen. Er sei fest davon überzeugt, sein Handeln sei absolut angemessen und korrekt gewesen, und er habe die Sicherheitsnormen im Unternehmen beachtet. Den Konzern führen soll nun einstweilen der Leiter der Sparte Basismetalle, Eduardo Bartolomeo.

Quelle: ntv.de, sba/rts