Wirtschaft

Den Anlegern schmeckt's nicht Vapiano rutscht tiefer ins Minus

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Vapiano bleiben zu viele Gäste fern.

picture alliance / Rolf Vennenbe

Die Restaurantkette Vapiano rudert bei den Geschäftserwartungen weiter zurück. Die Flächenumsätze sinken. Der Verlust weitet sich aus. Ein Sparprogramm soll die Lage verbessern.

Die Gastro-Kette Vapiano ist tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Die Umsätze auf vergleichbarer Fläche sanken im dritten Quartal vor allem wegen schleppender Geschäfte im restlichen Europa, die Margen verschlechterten sich. Vapiano hatte am Vorabend zum zweiten Mal in etwas mehr als zwei Monaten eine Umsatz- und Gewinnwarnung veröffentlicht. An der Börse sackten die Papiere ab.

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Das Kölner Systemgastronomie-Unternehmen mit italienischem Pizza- und Pasta-Konzept rechnet für das Gesamtjahr nun mit einem "deutlich negativ" ausfallenden Ergebnis. Langfristig soll es indes aufwärts gehen, wie dem Finanzbericht zum dritten Quartal zu entnehmen ist. Seit Oktober habe sich das Geschäft belebt. Ein Sparprogramm soll bereits ab 2019 erste positive Ergebnisse liefern.

Operatives Minus - Schweden belastet

Von Juli bis September sank das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda), die Hauptkennziffer des Unternehmens, um fast ein Fünftel auf auf 8,6 Millionen Euro. Unterm Strich ergab sich ein bereinigter Verlust von 5,4 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 2,3 Millionen im Vorjahr. Der berichtete Nettoverlust weitete sich aus auf 11,4 Millionen Euro, von zuvor 3,3 Millionen. Der Konzernumsatz stieg von 82,3 Millionen auf 96,3 Millionen Euro. Flächenbereinigt sanken die Erlöse jedoch um 1,9 Prozent.

Das Geschäft in Schweden, das bereits im zweiten Quartal das Ergebnis belastete, entwickelte sich auch im dritten Quartal schlechter als erwartet. "Um die Profitabilität zeitnah wieder zu steigern, haben wir neben dem Fokus auf den Turnaround in Schweden ein Maßnahmenprogramm zur Steigerung der operativen Exzellenz in unseren wichtigen Märkten aufgelegt", sagte Vapiano-Chef Jochen Halfmann.

Aktie im Sinkflug

Nach der am Vorabend gesenkten Prognose erwartet Vapiano für 2018 Vapiano nun ein bereinigtes Ebitda von 34 bis 38 Millionen Euro. Beim Umsatz will Vapiano nun 375 bis 385 Millionen Euro erreichen. Davon hatte das Unternehmen nach den ersten neun Monaten 271,4 Millionen Euro erreicht, also gut 70 Prozent.

Flächenbereinigt liegt die Spanne der neuen Umsatzprognose zwischen einem Rückgang um 0,5 Prozent und einem Anstieg um 0,5 Prozent. Darüber hinaus werde Vapiano am Jahresende nur 32 bis 34 neue Standorte eröffnen haben. Bislang waren bis zu 38 neue Filialen geplant. Bereits im zweiten Quartal hatte die schwache Entwicklung in Schweden und geringer Appetit auf Pizza und Pasta in der Sommerhitze und während der Fußball-WM die Ergebnisse belastet.

Seit Mai 2018 ist die Aktie primär im Sinkflug. Insgesamt hat die Vapiano-Aktie seit dem ersten Handelstag am 27. Juni 2017 rund 70 Prozent verloren. In der vergangenen Woche hat Vapiano einen Medienbericht dementiert, demzufolge Vapiano den Rückzug von der Börse durchspiele.

Quelle: n-tv.de, jwu/wne/DJ

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