Wirtschaft

Keine finanziellen Probleme? Vatikan dementiert "heiligen Crash"

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Berichte über eine Finanzkrise des Vatikan weisen die Kirchenvertreter zurück.

(Foto: picture alliance / Marijan Murat)

Viel Wirbel um nichts? Laut Vatikan ist mit den Finanzen des römischen Kirchenstaats alles in Ordnung. Zuvor hatte ein Investigativreporter über eine drohende Pleite berichtet. Statt einer Finanzkrise gäbe es aber ein Spionageproblem.

Der Vatikan hat Berichte über einen angeblich drohenden finanziellen Zusammenbruch des kleinsten Staats der Welt zurückgewiesen. "Hier gibt es keinen Kollaps und keine Zahlungsunfähigkeit", sagte der Präsident der Güterverwaltung des Apostolischen Stuhls (Apsa), Bischof Nunzio Galantino, in einem Interview der katholischen Tageszeitung "L'Avvenire". "Nötig ist nur eine Überprüfung der Ausgaben. Und genau das tun wir", fügte er hinzu.

Der italienische Enthüllungsjournalist Gianluigi Nuzzi schreibt in seinem Buch "Giudizio Universale" ("Weltgericht"), dass es um die Finanzen des Vatikans noch viel schlechter bestellt sei als angenommen. So habe die Apsa das Jahr 2018 erstmals im Minus beendet. Dazu bemerkte Bischof Galantino, dies gehe ausschließlich auf eine "außerordentliche Intervention" zur Rettung eines katholischen Krankenhauses und der Arbeitsplätze dort zurück. Von einer "ungeregelten Klientelwirtschaft", wie sie Nuzzi kritisiere, könne keine Rede sein. Die Apsa führe auch keine Geheimkonten. Nuzzi hat schon mehrere Enthüllungsbücher über den Vatikan geschrieben. Wegen zweier im Herbst 2015 erschienener Bücher standen er und sein Kollege Emiliano Fittipaldi im Vatikan vor Gericht, wurden 2016 aber freigesprochen.

Auch Kardinal Oscar Rodríguez Maradiaga, ein sehr enger Vertrauter von Papst Franziskus, wies die Berichte über einen "heiligen Crash" zurück. Es gebe Versuche, das Pontifikat anzugreifen, sagte er in einem Interview der Zeitung "La Repubblica". "Wir haben im Vatikan weiter ein Problem: jemand leitet Papiere weiter mit dem Ziel der Destabilisierung", sagte er.

Quelle: ntv.de, fge/dpa