Wirtschaft

Konsumklima wird schlechter Verbraucher spüren Inflation

imago61748697h.jpg

Die "Anschaffungsneigung", wie die Forscher die Kauflaune nennen, steigt trotz der gesunkenen Erwartungen an die Einkommensentwicklung.

imago/Jochen Tack

Die Inflation in Deutschland ist auf dem höchsten Stand sei Jahren. Die steigenden Preise vor allem bei der Energie dämpfen die Stimmung der Verbraucher. Experten glauben jedoch, dass sich das Konsumklima nur kurzzeitig abschwächt.

Die Verbraucherstimmung in Deutschland leidet unter der anziehenden Inflation. Das Barometer für das Konsumklima im April sinkt um 0,2 auf 9,8 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit November, wie die GfK-Marktforscher zu ihrer Umfrage unter 2000 Verbrauchern mitteilten.

"Vor allem die zuletzt spürbar gestiegenen Preise für Energie hinterlassen bei den Konsumenten ihre Spuren", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Dadurch sähen sie "die Kaufkraft ihrer Einkünfte beeinträchtigt". Die Teuerungsrate hatte im Februar mit 2,2 Prozent das höchste Niveau seit viereinhalb Jahren erreicht, während sie im Jahresschnitt 2016 nur bei 0,5 Prozent lag.

Die Konsumforscher gingen davon aus, "dass die derzeitige kleine Schwächephase des Konsumklimas ihr Ende finden wird, wenn die Inflationsrate durch den bereits einsetzenden Rückgang der Rohölpreise wieder sinken sollte". Da die USA ihre Schieferölproduktion deutlich ausgeweitet hätten, werde die von der OPEC vereinbarte Drosselung der Rohölförderung  ausgehebelt. Zudem würden die Fördermengenbeschränkungen nicht vollständig eingehalten.

Kauflaune steigt

Die Verbraucherstimmung in Deutschland sende "unterschiedliche Signale", betonten die GfK-Forscher. "Während die Konjunkturerwartung und Anschaffungsneigung nach den Verlusten im Vormonat wieder zunehmen, geht die Einkommenserwartung leicht zurück." Auch die Sparneigung habe wieder zugelegt.

Die Konjunkturerwartung legte um 8,4 Zähler auf 18,1 Punkte zu. Im Vergleich zum Vorjahr stehe damit ein Plus von fast 18 Punkten zu Buche. Bei dem Rückgang des Konjunkturindikators vom Februar habe es sich offensichtlich "nur um eine kurzzeitige Delle" gehandelt. Die Verunsicherung bei vielen Konsumenten über die Politik des neuen US-Präsidenten Donald Trump sei einem wieder größeren Konjunkturoptimismus gewichen.

Im Gegensatz zur Konjunkturerwartung erholte sich die Einkommenserwartung jedoch nicht und fiel zum zweiten Mal in Folge. Der Indikator sank um 4,7 Punkte auf 43,4 Zähler. Vor allem die zuletzt spürbar gestiegenen Preise für Energie hätten bei den Konsumenten ihre Spuren hinterlassen.

Die Anschaffungsneigung legte dagegen um 3,9 auf 55,5 Punkte zu. Die deutschen Verbraucher ließen sich durch die etwas weniger optimistischen Einkommensaussichten "nicht in ihrer Kauflaune beeinträchtigen", folgerte die GfK.

Quelle: n-tv.de, mbo/rts/DJ

Mehr zum Thema