Wirtschaft

Konsumklima im freien Fall Verbraucherstimmung sinkt auf Rekordtief

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Wenig los in deutschen Einkaufsstraßen. Das ändert sich vorerst nur etappenweise.

(Foto: dpa)

Das volle Ausmaß der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus setzt der Verbraucherstimmung in Deutschland weiter zu und der private Konsum nimmt drastisch ab. Handel, Hersteller und Dienstleister stellen sich bereits auf eine schwere Rezession ein.

Die Verbraucherstimmung in Deutschland ist dem Marktforschungsinstitut GfK zufolge in der Corona-Krise in historischer Weise eingebrochen. Für Mai prognostizieren die Nürnberger Konsumforscher einen Konsumklimaindex von minus 23,4 Punkten. Das ist ein Rückgang um 25,7 Punkte zum für April ohnehin schon erreichten Tief von 2,3 Punkten.

Zum Vergleich: Für den Mai 2019 hatte die GfK einen Konsumklimaindex von 10,2 Punkten ermittelt. Im negativen Bereich war das Barometer bisher überhaupt nur einmal: Nach dem Platzen der sogenannten Dot.com-Blase im Jahr 2003 war der Index auf minus 5 Punkte gefallen.

Der private Konsum gilt als relativ stabiler Indikator für die Wirtschaftslage mit einer vergleichsweise geringen Schwankungsbreite. Der Konsum macht in Deutschland einen Anteil von etwa 55 Prozent der Wirtschaftsleistung aus und hat damit große Bedeutung für die Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes.

Die Erwartungen zum Einkommen seien sogar um 47 Punkte eingebrochen, sagte GfK-Marktforscher Rolf Bürkl. Dies habe vor allem mit der Furcht vor Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit zu tun. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit haben 718.000 Betriebe in Deutschland Kurzarbeit für ihre Mitarbeiter angemeldet, betroffen könnten mehrere Millionen Haushalte sein.

Auch die Bereitschaft der Konsumenten, teure Anschaffungen wie etwa Autos oder Möbel zu tätigen, ist angeknackst. Das Barometer dazu verlor 36 Zähler und rutschte auf minus 4,6 Punkte. Im Vergleich zum Zeitraum des Vorjahres steht laut GfK ein Minus von knapp 58 Punkten zu Buche. "Die Verunsicherung unter den Konsumenten ist derzeit riesig", so das Fazit von Gfk-Experte Bürkl.

Quelle: ntv.de, mba/dpa/rts