Wirtschaft

Kursgewinne bei Boeing Verlängerung der Waffenruhe treibt US-Börsen an

22.04.2026, 22:39 Uhr
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An der Wall Street ging es wieder aufwärts. (Foto: REUTERS)

Zu Beginn der Woche trübt die Sorge um eine Wiederaufnahme des Kriegs im Nahen Osten die Stimmung an den US-Börsen ein. Nun geht es dank der Signale aus dem Weißen Haus nach zwei Verlusttagen wieder aufwärts. Auch Firmenbilanzen tragen zur verbesserten Lage bei.

Die Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran sowie positiv aufgenommene Firmenbilanzen haben die US-Börsen am Mittwoch angetrieben und eine zweitägige Verlustserie beendet.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,7 Prozent höher mit 49.490 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 rückte um ein Prozent auf 7137 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,6 Prozent auf 24.657 Stellen.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor die Waffenruhe mit dem Iran auf unbestimmte Zeit verlängert, nachdem zuvor auch Drohungen den Iran nicht zum Einlenken gebracht hatten. Das schürte bei Investoren die Hoffnung auf ein Friedensabkommen, auch wenn die US-Marine ihre Blockade iranischer Häfen aufrechterhielt und der Iran zwei Schiffe in der Straße von Hormus beschlagnahmte. Der iranische Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf erklärte, ein vollständiger Waffenstillstand mache nur Sinn, wenn die Blockade aufgehoben werde. Durch die Meerenge werden etwa 20 Prozent des weltweiten Ölangebots transportiert.

"Jeder hat es irgendwie satt", sagte Stephen Massocca vom Finanzdienstleister Wedbush Securities mit Blick auf den Konflikt. Der Markt suche nach einem positiven Ausgang. Die Unternehmensgewinne seien bislang gut ausgefallen, könnten jedoch an Schwung verlieren, sollte der Krieg andauern. Dennoch gebe es weiterhin viele günstige Aktien mit enormem Wertpotenzial.

Ein starker Auftakt der Berichtssaison linderte zudem die Sorgen um die Konsumlaune der US-Verbraucher angesichts der kriegsbedingt gestiegenen Energiepreise. Nach Daten der LSEG beläuft sich das Gewinnwachstum der US-Unternehmen im ersten Quartal auf etwa 14 Prozent. Daten von Goldman Sachs zufolge sind die Gewinnschätzungen für die Unternehmen im S&P 500 für die Jahre 2026 und 2027 seit Ende Januar um vier Prozent gestiegen. Ein Risiko für die Märkte bleibt jedoch ein mögliches Wiederaufflammen der Inflation, da die Ölpreise um die Marke von 100 Dollar pro Barrel verharren.

Bei den Einzelwerten standen Technologie- und Halbleiteraktien hoch im Kurs. Der S&P-500-Technologieindex kletterte um etwa zwei Prozent. Micron Technology schlossen auf einem Rekordhoch. Der Philadelphia-Halbleiterindex verzeichnete den 16. Gewinntag in Folge und damit die längste Siegesserie seiner Geschichte. Seagate legten zu, nachdem die Bank Barclays die Titel des Datenspeicher-Spezialisten auf "Overweight" hochgestuft hatte.

Unter den Unternehmen, die bereits Geschäftszahlen vorgelegt haben, stach GE Vernova hervor. Die Aktien des Energieanlagenbauers setzten sich nach einer Anhebung der Jahresumsatzprognose an die Spitze des S&P 500.

Auch der Medizintechnikkonzern Boston Scientific und der Flugzeugbauer Boeing, der einen geringer als erwartet ausgefallenen Quartalsverlust meldete, verbuchten Kursgewinne. United Airlines gaben indes nach. Die Fluggesellschaft hatte wegen gestiegener Kerosinpreise einen Gewinn für das zweite Quartal und das Gesamtjahr in Aussicht gestellt, der unter den Erwartungen der Wall Street lag.

Für Aufsehen sorgten die außerbörslich gehandelten Aktien von Spirit Airlines, die sich im Wert mehr als verdoppelten. Dem "Wall Street Journal" zufolge steht die US-Regierung kurz vor einer Einigung zur Rettung des angeschlagenen Billigfliegers.

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Quelle: ntv.de

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