Wirtschaft

Dividende steigt Volkswagen verdient wieder Geld

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VW glätzt wieder mit schwarzen Zahlen. Außerdem hat kein Autohersteller mehr Fahrzeuge ausgeliefert.

(Foto: REUTERS)

Für Volkswagen läuft es trotz des Abgasskandals wieder rund. Der Autobauer fährt 2016 einen Milliardengewinn ein. Während sich der Weltmarktführer außerdem über einen Rekordumsatz freuen kann, freuen sich Aktionäre über eine höhere Dividende.

Volkswagen ist im vergangenen Jahr in die Gewinnzone zurückgekehrt. Der größte Autokonzern der Welt machte 2016 ein Plus von mehr als fünf Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Im Vorjahr war Volkswagen wegen des Dieselskandals tief in die roten Zahlen gerutscht und hatte einen Verlust in Höhe von gut 1,6 Milliarden Euro ausgewiesen.

VW Vorzüge
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2016 lief für den Autobauer hervorragend: Der Umsatz stieg den Angaben zufolge um 4,0 Milliarden auf gut 217 Milliarden Euro - und damit auf einen neuen Rekord. Weltweit lieferte der Konzern 10,3 Millionen Fahrzeuge aus - auch das eine neue Bestmarke. Vor allem in den west- und zentraleuropäischen Märkten und im Asien-Pazifik-Raum gab es demnach Zuwächse.

Für das laufende Jahr stellte der Vorstand moderat steigende Auslieferungen in Aussicht. Der Konzernumsatz soll um bis zu vier Prozent steigen, die operative Rendite erneut zwischen sechs und sieben Prozent liegen.

Die Stammaktionäre, darunter als größte die Familien Porsche und Piech, das Land Niedersachsen und das Emirat Katar, sollen für das abgelaufene Jahr eine Dividende von 2,00 Euro je Anteilsschein erhalten. An die Vorzugsaktionäre sollen 2,06 Euro je Aktie fließen. Für 2015 war trotz des historisch hohen Verlusts eine Minidividende von 11 beziehungsweise 17 Cent je Aktie gezahlt worden.

Müller: VW ist "sehr robust aufgestellt"

Die Zahlen zeigten, dass Volkswagen "sehr robust aufgestellt" sei, erklärte VW-Chef Matthias Müller. Die im November begonnene Neuausrichtung des Konzerns zeige bereits "spürbare Erfolge". Die neue Struktur mit mehr dezentraler Verantwortung stärke die Marken und Regionen und erhöhe die Kundennähe. "Wir werden schneller, fokussierter und effizienter."

Volkswagen hatte im September 2015 auf Druck von US-Behörden zugegeben, weltweit in rund elf Millionen Dieselfahrzeugen unterschiedlicher Marken eine mutmaßlich illegale Software eingebaut zu haben. Das Programm sorgt bei standardisierten Tests für einen niedrigeren Ausstoß von schädlichen Stickoxiden.

Der Konzern legte noch 2015 für die Kosten von Rückrufaktionen und Rechtsstreitigkeiten 16,2 Milliarden Euro zurück. Im vergangenen Jahr kamen noch einmal 6,4 Milliarden Euro an Rückstellungen dazu. In den USA hat sich VW mit den verschiedenen Behörden bislang auf die Zahlung von umgerechnet insgesamt rund 22 Milliarden Euro an Entschädigungen geeinigt.

Der VW-Aufsichtsrat beschloss zugleich, die Einkünfte der Vorstände neu zu regeln. Die Grundvergütung wird um bis zu 30 Prozent auf 2,125 Millionen Euro für den Vorstandsvorsitzenden und 1,35 Millionen Euro für die übrigen Vorstandsmitglieder angehoben. Der VW-Chef soll künftig maximal zehn Millionen Euro jährlich verdienen, die übrigen Vorstandsmitglieder bis zu 5,5 Millionen Euro. Boni sollen künftig nur noch in Ausnahmefällen gezahlt werden.

Quelle: n-tv.de, hul/AFP/rts