Wirtschaft

Dickes Kursplus Waffen-Aktien steigen nach US-Massaker

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In den USA sind Schätzungen zufolge mehr als 390 Millionen Schusswaffen im Umlauf.

(Foto: REUTERS)

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Während in den USA um die Ermordeten des Schulmassakers in Texas getrauert wird, gewinnen die Aktien der Waffenhersteller an Wert. Das war bei den vorherigen Amokläufen nicht anders. Was ist da los?

Nach jedem Amoklauf in den USA ist das Muster gleich: Familien trauern um die Opfer, viele Amerikaner fordern schärfere Waffengesetze, während Unterstützer der Waffenlobby das ablehnen und versichern, mit "Gedanken und Gebeten" bei den Angehörigen zu sein. Zugleich steigen an der Börse die Aktienkurse der Waffenhersteller.

Das ist nach dem jüngsten Schulmassaker in Texas nicht anders. Dort hatte ein 18-Jähriger mindestens 18 Kinder und zwei Erwachsene ermordet, bevor er von Beamten getötet wurde. Die Aktien von Smith & Wesson gewannen danach 2,5 Prozent an Wert, für Sturm Ruger ging es knapp 1 Prozent nach oben, Vista Outdoor legten fast 3 Prozent zu.

Das war vor gut einer Woche ähnlich, als ein Mann mit einem Sturmgewehr in Buffalo im US-Bundesstaat New York in einem Supermarkt das Feuer eröffnete, zehn Menschen erschoss und drei weitere verletzte.

Woran das liegt? Anleger spekulieren darauf, dass viele Amerikaner nach einem Amoklauf befürchten, dass das Waffenrecht verschärft werden könnte. Und bevor das passiert, kaufen sie (weitere) Waffen. Steigende Nachfrage sorgt für höhere Gewinne bei den Herstellern. Während der Amtszeit von Barack Obama sind die Waffenverkäufe kräftig gestiegen wegen der Annahme, ein Demokrat im Weißen Haus könne tatsächlich für schärfere Gesetze sorgen. Dazu ist es allerdings nicht gekommen.

Mehr als 45.000 Schusswaffen-Tote

Auch derzeit ist es sehr unwahrscheinlich, dass es in den USA tatsächlich zu schärferen Waffengesetzen kommen wird. Keiner der zahlreichen Massenmorde der vergangenen Jahre hat dazu geführt, da konservative Politiker das verhindert haben. Sie fürchten, dass sie dann den Rückhalt bei einem Großteil ihrer Wähler und hohe Wahlkampfspenden der Waffenlobby verlieren.

Drohende schärfere Gesetze sind aber nicht der einzige Grund, der für mehr Umsatz bei den Waffenherstellern sorgen könne. Viele US-Amerikaner könnten unter dem Eindruck von Massenschießereien auch Pistolen und Gewehre kaufen, um sich so vor Gewalt zu schützen. Damit kommen noch mehr Waffen in Umlauf - ein Teufelskreis.

2020 starben der US-Gesundheitsbehörde CDC zufolge in den USA mehr als 45.000 Menschen durch den Gebrauch von Schusswaffen in Privatbesitz. Mehr als die Hälfte der Fälle (24.300) waren Suizide. Insgesamt waren das ein Viertel mehr Tote als fünf Jahre zuvor. Wie viele Waffen in den USA im Umlauf sind, ist nicht exakt zu ermitteln. Dem "Small Arms Survey" mit Sitz in der Schweiz zufolge waren 2018 dort 390 Millionen Schusswaffen im Umlauf - bei knapp 327 Millionen Einwohnern.

Quelle: ntv.de

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