Wirtschaft

Netflix-Talfahrt geht weiter Wall Street auf Erholungskurs

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(Foto: zz/STRF/STAR MAX/IPx)

Nach zwei Handelstagen in Folge mit Gewinnmitnahmen holen die Aktienkurse an der Wall Street zur Wochenmitte einen Teil der Verluste auf. Bei Netflix wirkt das schlechte Kundenwachstum auch einen Tag nach der Verkündung nach.

Nach dem jüngsten Kursrutsch nutzen einige Anleger die Gelegenheit zum Wiedereinstieg in den US-Aktienmarkt. Letztlich ging das Wall-Street-Barometer Dow 0,93 Prozent höher auf 34.137,31 Punkte aus dem Tag. Am Freitag war es zeitweise bis auf 34.256 Punkte geklettert und hatte so einen Höchststand erreicht. Die folgenden zwei Handelstage hatten Anleger dann erst einmal Gewinne mitgenommen.

Der marktbreite S&P 500 stieg ebenfalls um 0,93 Prozent, was einen Stand von 4173,42 Zählern bedeutete. Der Nasdaq-Auswahlindex 100 rückte um 0,91 Prozent auf 13.935,15 Punkte vor. Die steigenden Coronavirus-Fallzahlen in einigen Weltregionen bereiteten Investoren zwar Sorgen, sagte Derek Halpenny, Chef-Analyst der Bank Mitsubishi UFJ. An einer kraftvollen Erholung der Wirtschaft von den Pandemie-Folgen zweifle aber niemand.

Unterdessen spekulierten Rohöl-Anleger auf eine sinkende Nachfrage wegen der drohenden Verschärfung der Corona-Restriktionen in Indien. Die US-Sorte WTI verbilligte sich um 1,7 Prozent auf 61,39 Dollar je Barrel (159 Liter). "Indien zählt mit circa 4,5 Millionen Barrel pro Tag zu den weltweit führenden Ölimporteuren", sagte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. Einige Investoren nahmen daher wieder Kurs auf "sichere Häfen". So gewann die "Antikrisen-Währung" Gold 0,9 Prozent auf 1794 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

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Mit einem Kursminus von zeitweise von 7,4 Prozent fuhr Netflix den größten Tagesverlust seit einem halben Jahr ein. Der Netto-Kundenzuwachs der Online-Videothek fiel im abgelaufenen Quartal mit etwa vier Millionen rund ein Drittel geringer aus als erwartet. Die Prognosen seien recht optimistisch gewesen, sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. Nach dem Boom im vergangenen Jahr komme ein langsameres Kundenwachstum nicht überraschend. Auch Verizon enttäuschte mit seinen Nutzerzahlen. Der Mobilfunker verlor 178.000 Kunden. Umsatz und Gewinn übertrafen die Analystenprognosen allerdings. Die Papiere gaben 0,4 Prozent nach.

Die Aktie von Welbilt stieg dagegen um fast gut 44 Prozent. Das ist der größte Kurssprung der Firmengeschichte. Konkurrent Middleby bietet 20,68 Dollar je Aktie oder insgesamt 2,9 Milliarden Dollar für den Großküchen-Ausrüster. Middleby-Titel stiegen um sieben Prozent auf ein Rekordhoch von 178,39 Dollar. Als Reaktion auf diese Fusionspläne drehten die Aktien des deutschen Rivalen Rational ins Plus und schlossen gut zwei Prozent höher.

Gefragt waren auch die Titel der Pharmafirma Ocugen, die sich um fast 18 Prozent verteuerten. Testergebnissen zufolge verhindert der Coronavirus-Impfstoff des Entwicklungspartners Bharat Biotech schwere Krankheitsverläufe zu 100 Prozent. Insgesamt liege die Wirksamkeit bei 78 Prozent.

Quelle: ntv.de, mba/rts

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