Wirtschaft

Vorhang auf für Bilanzsaison Wall Street ist schon wieder im Rekordfieber

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Bankenwerte profitierten von den steigenden Marktzinsen.

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Die Wall Street schüttelt die Kursverluste der vergangenen Tage wieder ab. Anleger greifen vor allem bei den zuletzt vernachlässigten Standardwerten wieder beherzt zu. Dafür hinken die zuletzt besser gelaufenen Technologie-Aktien etwas hinterher.

Deutlich erholt von den Vortagesabgaben hat sich die Wall Street am letzten Handelstag der Woche präsentiert. Am Donnerstag hatte der S&P-500 - ausgelöst durch verstärkte Konjunktursorgen - den kräftigsten Tagesverlust seit rund drei Wochen verzeichnet, zum Wochenende erreichte er schon wieder ein neues Allzeithoch. Auch der Nasdaq-Composite erreichte auf Schlussbasis eine Rekordhöhe. Die Anleger richteten ihren Blick bereits mit Zuversicht auf die kommende Woche startende Berichtsaison zum zweiten Quartal. Der Dow-Jones-Index stieg um 1,3 Prozent auf 34.870 Punkte, der S&P-500 gewann 1,1 Prozent, während der Nasdaq-Composite um 1,0 Prozent zulegte. Dabei wurden 2.631 (Donnerstag: 732) Kursgewinner und 723 (2.605) -verlierer gesehen. Unverändert schlossen 111 (119) Titel.

Das Auf und Ab des Marktes kommentierte Randy Frederick vom Schwab Center for Financial Research: Der Markt wisse gegenwärtig nicht, ob er schlechte Daten und damit billiges Geld wolle oder gute Daten und damit eine straffere Geldpolitik. Diese Schlacht werde weiter toben, bis die Berichtssaison neue Aufschlüsse gebe. Kommenden Dienstag werden mit Goldman Sachs und JP Morgan die Banken die Saison eröffnen. "Die Musik hat sich geändert. Wir treten in eine neue Phase für die Märkte ein", sagte indessen Luca Paolini, Chefstratege bei Pictet Asset Management, mit Blick auf die kräftigen Verluste am Donnerstag: "Es hat eine Verschiebung der Fundamentaldaten des Marktes von hohem Wachstum und niedriger Inflation hin zu einer höheren Inflation und schwächerem Wachstum gegeben."

Ölpreiserholung hält an

Brent Rohöl
Brent Rohöl 118,97

Die Ölpreise setzten ihre langfristige Aufwärtsbewegung fort. Auf Wochensicht steht allerdings ein Minus zu Buche. Nach den Mehrjahreshochs am Montag gaben die Ölpreise in den folgenden Tagen kräftig nach. Nachdem sich die Opec+ nicht auf eine Fördererhöhung einigen konnte, dominierten Sorgen, die Mitglieder könnten eigenmächtig die Förderung anheben. Der Dollar tendierte leichter, der Dollarindex verlor 0,3 Prozent. Der Euro rückte auf 1,1879 vor. Die Teilnehmer zeigten sich etwas mutiger, was den Dollar unter Druck brachte.

Zugleich legte der Greenback etwas gegen den "sicheren Hafen" Yen zu, nachdem er hier am Vortag deutlich abgegeben hatte. Der Goldpreis legte zu und entfernte sich nach oben von der Marke von 1.800 Dollar. Das Edelmetall profitiere von der Suche nach Sicherheit aufgrund der sich wieder ausbreitenden Coronavirus-Pandemie, hieß es. Es war der höchste Wochengewinn seit sieben Wochen, befördert auch durch den launischen Aktienmarkt, den nachgebenden Dollar und den deutlich fallenden Renditen. Die Renditen der US-Anleihen erholten sich von den jüngsten kräftigen Abgaben, die sie zuletzt auf den niedrigsten Stand seit Februar geführt hatten. Die Zehnjahresrendite stieg um 6 Basispunkte auf 1,36 Prozent.

Pfizer und Biontech mit Antrag für Drittimpfung gesucht

Pfizer
Pfizer 50,15

Bei den Einzelwerten ging es für die Aktien von Pfizer um 1,1 Prozent nach oben, Biontech gewannen 4,6 Prozent. Die beiden Impfstoffhersteller wollen schon bald die Zulassung für die Verabreichung einer dritten Dosis ihres Corona-Impfstoffs beantragen. Die Unternehmen planen nach eigenen Angaben, "in den kommenden Wochen" entsprechende Daten bei der US-Behörde FDA, der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA und weiteren Zulassungsbehörden einzureichen.

Bankenwerte profitierten von den steigenden Marktzinsen. Der Bankensektor lag mit einem Plus von 3,5 Prozent an der Spitze. JP Morgan gewannen 3,2 Prozent und Goldman Sachs 3,4 Prozent. Für die Papiere des Übernahme-Vehikels (SPAC) Gores Guggenheim ging es um 1,2 Prozent nach oben. Einem Medienbericht zufolge verhandelt Gores Guggenheim mit Volvo und dessen Eigner Geely über einen Zusammenschluss mit Polestar, der Elektroauto-Sparte von Volvo. Dies könnte zu einer Börsennotiz von Polestar führen. Die Transaktion könnte ein Volumen von etwa 25 Milliarden Dollar haben.

Quelle: ntv.de

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