Auswirkungen der DigitalisierungWarum bahnbrechende Technologien oft nicht neu sind

Der Wirtschaftshistoriker Klemens Skibicki beschäftigt sich mit dem digitalen Wandel in Unternehmen. Oft fehle dort ein gemeinsames Verständnis dafür. Immerhin sei Technologie mehr als Technik - und auch nicht immer neu, sagt er im Podcast "So techt Deutschland".
"Nach 15 Jahren an der Hochschule hatte ich irgendwann genug", erzählt Klemens Skibicki. Seinen Job als Professor an der Cologne Business School in Köln hat er an den Nagel gehängt. Lehrende Berufe seien toll, aber die unternehmerischen Sachen "machen einfach so viel mehr Spaß". Inzwischen ist Skibicki Autor, Unternehmensberater und Speaker rund um das Thema Digitalisierung.
Skibicki betont, dass Technologien, die heute als bahnbrechend gelten, oft schon seit langer Zeit existieren. Er zieht Parallelen zwischen der aktuellen Technologie und der Vergangenheit und erklärt, warum bestimmte Technologien sich durchsetzen, während andere in Vergessenheit gerieten. Für ihn sind solche Technologien nicht nur Werkzeuge, sondern Zeugen einer Zeit.
Der Wirtschaftshistoriker stellt fest, dass es in vielen Unternehmen keine einheitliche Vorstellung davon gibt, was der digitale Wandel eigentlich bedeutet. Skibicki betont, viele Firmen hätten zwar Fortschritte gemacht, das grundlegende Problem des fehlenden gemeinsamen Verständnisses bestehe aber immer noch.
Menschen hätten die Tendenz, Technologie oft nur aus einer technologischen Perspektive zu betrachten. "Wenn das Wort digital draufsteht, denken die meisten sehr stark an Technologie", sagt er. Doch es sei wichtig, über den technologischen Aspekt hinaus auch die sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Digitalisierung zu berücksichtigen.