Wirtschaft

Riesiger Schuldenberg Weinsteins Filmstudio meldet Insolvenz an

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Harvey Weinstein zählte einst zu den einflussreichsten Persönlichkeiten in Hollywood.

(Foto: AP)

Harvey Weinstein steht seit Monaten wegen eines Missbrauchsskandals in den Schlagzeilen. Nun ist das von ihm gegründete Filmstudio pleite. Damit ist auch mit den Vertraulichkeitsvereinbarungen Schluss.

Das von Harvey Weinstein gegründete Filmstudio hat in den USA Insolvenz angemeldet. Damit endeten auch alle Vertraulichkeitsvereinbarungen, die möglicherweise Frauen in dem Missbrauchsskandal zum Schweigen veranlasst haben, wie The Weinstein Company mitteilte. Die Schulden werden in dem Antrag mit einer halben bis zu einer Milliarde Dollar beziffert, das Vermögen mit der gleichen Spannbreite. Eine Tochterfirma der Beteiligungsgesellschaft Lantern Capital Partners solle die Vermögenswerte übernehmen. Die Firma hatte zuvor monatelang vergeblich versucht, einen Käufer oder Investor zu finden.

Hintergrund für die Probleme der Filmproduktionsfirma sind die Missbrauchsvorwürfe gegen den früheren Verwaltungsratsvorsitzenden Harvey Weinstein, der einst zu den einflussreichsten Persönlichkeiten in Hollywood zählte. Er wird von mehr als 70 Frauen beschuldigt, sie sexuell bedrängt oder sogar vergewaltigt zu haben. Weinstein weist dies zurück und beharrt darauf, dass sexuelle Kontakte einvernehmlich geschehen seien. Die Vorfälle haben weltweit eine Debatte über Missbrauch im Showgeschäft und anderen Branchen ausgelöst.

Übernehmen Lions oder Miramax?

Die Weinstein-Firma stand bereits kurz vor einem Verkauf an eine Investorengruppe, die ihr Angebot aber wieder zurückzog, weil die Verbindlichkeiten höher eingestuft wurden als zunächst offengelegt. Die nun getroffene Vereinbarung mit der zu Lantern Capital gehörenden Gesellschaft ermögliche in einer vom Gericht überwachten Auktion höhere Gebote, hieß es weiter.

Als mögliche Bieter gelten Lions Gate Entertainment und die ehemals von Harvey Weinstein und seinem Bruder Bob gegründete Filmgesellschaft Miramax. Beide Firmen hatten bereits zuvor Interesse für Unternehmensteile gezeigt. Auch Filmproduzent Killer Content teilte mit, bei einer Konkursversteigerung von Vermögensteilen möglicherweise die Hand zu heben.

Quelle: n-tv.de, wne/rts

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