Wirtschaft

Unter Kiefern statt Homeoffice Weltgrößten Hedgefonds zieht es in den Wald

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Bis zu 50 Mitarbeiter finden im Outdoor-Büro Platz.

(Foto: REUTERS)

Wegen der Ansteckungsgefahr ist die Investment-Zentrale von Bridgewater unter Kiefern gezogen. Der Hedgefons macht mit dem Outddoor-Büro so gute Erfahrungen, dass es auch nach Ende der Corona-Pandemie erhalten bleibt.

Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen: Bridgewater Associates, der weltgrößte Hedgefonds, hat angesichts der Corona-Pandemie seine Zentrale ins Freie verlegt. Wie das Magazin "Fortune" berichtet, arbeiten bis zu 50 Angestellte zwischen den Kiefern gegenüber dem Hauptquartier in Westport im US-Bundesstaat Connecticut.

Dem Bericht zufolge wurden Rechner, Monitore und andere Ausrüstung vor vier Monaten in den Wald verlegt, da beim Arbeiten in traditionellen Großraumbüros die Ansteckungsgefahr zu groß sei. Nun sitzen die Bridgewater-Händler unter weißen Partyzelten im Corona-konformen Abstand und verwalten von dort Anlagen im Wert von rund 140 Milliarden Dollar.

Wegen der Pandemie hatte Bridgewater im Februar seine Büros geschlossen und alle Mitarbeiter bis auf ein Kern-Team ins Homeoffice geschickt. Weil die Angestellten das persönliche Zusammenarbeiten aber immer stärker vermissten, entschied die Führung um Gründer Ray Dalio, die Rückkehr ins Büro zu erlauben. Doch die Maskenpflicht sowie Hygiene- und Abstandsregeln machten das unattraktiv. Also wurden Tische und Stühle im Freien aufgestellt und das Wifi verstärkt.

Im Winter geht es nach drinnen

Das Arbeiten inmitten von Kiefern brachte unerwartete Herausforderungen: Die Mitarbeiter mussten etwa lernen, die Möbel vor klebrigem Baumharz zu schützen und die Webcams durch wetterfeste Modelle ersetzen. Um trotz lautem Vogelgezwitscher ungestört Video-Konferenzen abhalten zu können, installierte Bridgewater eine Lärmunterdrückungssoftware - die kommt auch Mitarbeitern im Homeoffice mit Kindern und bellenden Hunden zugute.

Der Hedgefonds will das Outdoor-Büro bis mindestens Ende Oktober aufrechterhalten, im neuenglischen Winter soll der Aufbau nach innen verlegt werden. Im kommenden Frühjahr geht es für das Camping-Büro dann wieder ins Freie - unabhängig davon, wie stark die Corona-Pandemie dann noch präsent ist. Die Bridgewater-Mitarbeiter sollen damit die Möglichkeit bekommen, auch künftig draußen zu arbeiten. Schließlich ist ihre Produktivität in dem neuen Setting spürbar gestiegen.

Quelle: ntv.de, jga