Wirtschaft

Investor bei Hertha BSC Wer ist Lars Windhorst?

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Lars Windhorst.

(Foto: picture alliance / dpa)

Das nennt man wohl Comeback: Lars Windhorst kauft sich bei Hertha BSC ein. Einst galt er als Wunderkind, dann fiel er tief und geriet mehrmals ins Straucheln, kam aber immer wieder auf die Beine.

Einst galt er als "Wunderkind", doch das war er nicht. Lars Windhorst lässt sich besser mit "Stehaufmännchen" beschreiben. Bekannt wurde der heute 42-Jährige in den 90er-Jahren. Damals machte der Teenager regelrecht Furore, als er in der ostwestfälischen Provinz eine Computerfirma aufbaute und später als gefeierter Jungunternehmer Bundeskanzler Helmut Kohl auf Staatsreisen nach Vietnam und Mexiko begleitete.

Windhorst startete durch. Er war in Europa und Asien aktiv, gründete mehrere Startups. Neben dem Handel mit Elektronikbauteilen setzte der Unternehmer auf einen neuen Schwerpunkt: Finanzdienstleistungen. Er wollte den höchsten Turm Vietnams bauen, den "Windhorst Tower".

Doch der Höhenflug endete jäh mit dem Platzen der Internetblase. Drei seiner Firmen und Windhorst selbst meldeten 2003 Insolvenz an. 2009 gab es eine weitere Pleite, nachdem Aktiengeschäfte schiefgegangen waren.  

2010 kam der Tiefpunkt: Der Unternehmer wurde vom Berliner Landgericht wegen Veruntreuung von rund 930.000 Euro verurteilt. Der damals 33-jährige Manager erhielt ein Jahr Haft auf Bewährung und zusätzlich 108.000 Euro Gesamtgeldstrafe.

Unterwäsche, Schiffbau, Fußball

Dem Gericht zufolge hatte Windhorst in den Jahren 2002 bis 2004 als Vorstand der Windhorst AG Gelder unberechtigt aus dieser Firma auf eigene und andere Konten seiner Unternehmensgruppe überwiesen. Der Geschäftsmann räumte Fehler aus "Unbedarftheit und Unerfahrenheit" ein. Fast die gesamte Summe habe er verwendet, um sein inzwischen insolventes Unternehmen zu retten.

Derweil hatte Windhorst das Investmentvehikel Sapinda gegründet. Er sammelte Geld von vermögenden Anlegern ein und steckte es in riskante Projekte. Auch Sapinda geriet in Turbulenzen, unter anderem die Beteiligungen Windhorsts an Kohle- und Öl-Firmen sorgten für hohe Verluste. Es kam zu mehreren von Gläubigern angestrengten Gerichtsverfahren. Zwischenzeitlich verlor Windhorst sogar den Chefposten der Holding, doch das war nur vorübergehend.

Dem Geschäftsmann gelang ein weiterer Neustart. Sapinda wurde in Tennor umbenannt, das Investmentvehikel ist unter anderem an der Dessous-Marke "La Perla" und der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft beteiligt.

Quelle: n-tv.de, jga/rts/dpa