Wirtschaft

Enges Rennen Wer schafft den Sprung in den Dax?

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Kümftig wird die Zusammensetzung des Dax zweimal jährlich überprüft.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Dax steht vor der größten Umwälzung seiner mehr als 30-jährigen Geschichte. Heute Abend steht fest, wer in den deutschen Leitindex aufrückt. Die meisten Plätze sind vergeben, doch im hinteren Feld gibt es ein Foto-Finish.

Für den deutschen Leitindex Dax steht die bisher tiefgreifendste Reform an: Künftig sollen 40 statt 30 Unternehmen gelistet werden, außerdem gelten strengere Qualitätsrichtlinien. Derweil steigt die Spannung, heute Abend gibt es die Antwort auf die Frage: Welche Unternehmen werden in den erweiterten Dax aufgenommen? Mitgeteilt wird das nach 22 Uhr, also nach Börsenschluss in New York.

Da über die Aufnahme in den Dax ab September nur noch nach Marktkapitalisierung entschieden wird, kann sich je nach Entwicklung an der Börse noch ändern, welche Unternehmen den Sprung in die erste Liga schaffen.

Als sehr sicher gilt, dass die ersten acht Plätze vergeben sind. Die Aufrücker sind wohl:

  • Der Flugzeughersteller Airbus
  • Brenntag, ein Chemikalienhändler
  • Der Lieferdienst Hellofresh
  • Der Autohersteller Porsche
  • Sartorius, ein Pharma- und Laborzulieferer
  • Siemens Healthineers, die Medizintechnik-Tochter von Siemens
  • Der Duftstoffehersteller Symrise
  • Der Online-Modehändler Zalando

Um die letzten Plätze streiten sich:

  • Der Sportartikel-Hersteller Puma
  • Der "Nivea"-Anbieter Beiersdorf
  • Qiagen, ein Biotechnologie- und Diagnostikunternehmen

Das ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das wohl erst auf der Ziellinie entschieden wird.

Strengere Vorschriften

Ab 20. September werden im Leitindex statt wie bisher 30 dann 40 Unternehmen gelistet sein. Mit der Erweiterung soll der Dax die größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland nach Angaben der Deutschen Börse "noch umfassender abbilden". Im Gegenzug wird der MDax der mittelgroßen Werte auf 50 statt bisher 60 verkleinert. SDax und TechDax behalten ihre Größe.

Neben der Größenänderung greifen künftig strengere Vorschriften für die Konzerne - damit reagiert die Börse auch auf den Wirecard-Skandal. Bereits seit Dezember müssen alle künftigen Dax-Kandidaten vor der Aufnahme ein positives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in den zurückliegenden zwei Finanzberichten aufweisen.

Seit März müssen alle Unternehmen in den Dax-Auswahlindizes außerdem von Wirtschaftsprüfern testierte Geschäftsberichte und vierteljährlich Quartalsmitteilungen veröffentlichen. Nach einer 30-tägigen Warnfrist führt ein Verstoß gegen diese Anforderungen unmittelbar zum Ausschluss aus dem Index. So will die Börse "im Falle einer Regelverletzung unabhängig und schneller reagieren" können.

Mit den neuen Regeln nimmt die Deutsche Börse die Zusammensetzung ihrer Indizes zudem häufiger unter die Lupe. Seit Jahresbeginn 2021 gibt es zweimal im Jahr - im März und September - eine planmäßige Hauptüberprüfung. Zuvor passierte das nur einmal im Jahr im September. Künftig werden Indexmitglieder nur noch nach Marktkapitalisierung bestimmt, also ihrem Börsenwert. Der Börsenumsatz wird bei der Rangliste nicht mehr berücksichtigt.

Die Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Dax-Umstellung finden Sie hier.

Quelle: ntv.de, jga/dpa

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