Wirtschaft
Der US-Leitzins liegt derzeit bei 1,75 bis 2,00 Prozent.
Der US-Leitzins liegt derzeit bei 1,75 bis 2,00 Prozent.(Foto: picture alliance / dpa)
Mittwoch, 26. September 2018

Zinserhöhung gilt als sicher: Wie macht die Fed weiter?

Die US-Wirtschaft brummt, die Trump-Regierung befeuert die ohnehin schon florierende Konjunktur mit massiven Steuersenkungen. Um eine Überhitzung zu verhindern, steuert die Fed geldpolitisch dagegen.

Eine erneute Erhöhung der US-Leitzinsen ist an den Finanzmärkten fest eingeplant, doch Anleger warten mit Spannung auf Hinweise der Notenbank Federal Reserve (Fed) zur weiteren Geldpolitik in den USA. Analysten rechnen damit, dass die Währungshüter am Abend einen Zinsschritt um weitere 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne zwischen 2,00 Prozent und 2,25 Prozent bekanntgeben werden. "Im Rahmen der Zinsentscheidung sind keine Überraschungen zu erwarten", heißt es etwa im Ausblick von Postbank-Ökonom Lucas Kramer.

Der Ärger von Donald Trump dürfte damit weiter zunehmen. Der US-Präsident fürchtet, dass die Notenbank "seinen" Wirtschaftsaufschwung abwürgt. Seitdem die Fed Ende 2015 begann, ihre im Zuge der letzten großen Finanzkrise massiv gelockerte Geldpolitik zu normalisieren, wurde das Zinsniveau schon sieben Mal um je 0,25 Prozentpunkte erhöht. Zuletzt stieg der Leitzins im Juni auf 1,75 bis 2,00 Prozent - den höchsten Stand seit zehn Jahren.

Der achte Zinsschritt gilt an den Börsen angesichts der boomenden US-Wirtschaft als ausgemachte Sache. Die Fed fährt einen deutlich strafferen Kurs als die Europäische Zentralbank, deren Leitzins für den Euroraum weiterhin bei null Prozent liegt.

Statt des Zinsentscheids stehen diesmal die weiteren Erwartungen der US-Notenbanker im Fokus. Die vierteljährlich veröffentlichten Schätzungen zum Wirtschaftswachstum sowie zur Entwicklung von Arbeitsmarkt und Inflation gelten als wichtige Signale für den weiteren Verlauf der Zinspolitik. Hier könne sich einiges ändern, meint Expertin Christiane von Berg von der BayernLB. So sei wegen des starken Anschubs durch die Steuerreform ein aufgehellter Konjunkturausblick - der die Wahrscheinlichkeit rascher steigender Zinsen erhöhen würde - gut möglich.

Experten sehen Gipfel bei 3,0 Prozent

"Wir gehen allerdings weiterhin davon aus, dass der andauernde Handelskonflikt das Wirtschaftswachstum ab Mitte 2019 langsam abbremsen wird, und prognostizieren noch zwei Zinsschritte dieses und nur zwei weitere Zinsanhebungen nächstes Jahr", heißt es in der Analyse der BayernLB-Expertin. Die Märkte beschäftigt derzeit besonders die Frage, wie weit die Fed die US-Zinsen in ihrem aktuellen Erhöhungszyklus steigen lässt. Die meisten Finanzprofis gehen davon aus, dass der Gipfel bei 3,0 Prozent erreicht wird. Zwischen Juni 2006 und August 2007 lag der Leitzins der Fed deutlich höher bei 5,25 Prozent.

Für Anleger und Volkswirtschaften weltweit können die Entscheidungen erhebliche Auswirkungen haben. Obwohl die Fed bei der Straffung ihrer Geldpolitik bislang sehr behutsam vorging, führten die steigenden Zinsen in den USA und ein stärkerer Dollar etwa schon dazu, dass wieder verstärkt Kapital aus den Schwellenländern in die USA zurückfließt. Dies sorgte zeitweise bereits für heftige Währungsturbulenzen in einigen Staaten. Auch US-Präsident Trump sind höhere Zinsen ein Dorn im Auge. Aus Sorge, der Wirtschaftsboom könne ausgebremst werden, hat er die Fed wiederholt öffentlich kritisiert.

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Quelle: n-tv.de