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Thema beim Strategietreffen Wird die Deutsche Bank eine Holding?

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Als Holding könnte eine Fusion der Deutschen Bank mit einem anderen Geldinstitut leichter werden.

(Foto: dpa)

Am Freitag führen Vorstand und Aufsichtsrat der Deutschen Bank in Hamburg ein Strategietreffen durch. Im Gespräch ist eine Holding als Schirm über den drei derzeitigen Geschäftsbereichen. Darüber entscheiden müsste dann eine Hauptversammlung.

Die Deutsche Bank prüft laut Insidern eine Umwandlung des Konzerns in eine Holding mit drei darunter angesiedelten Säulen. Das Thema wird auch beim jährlichen Strategietreffen von Vorstand und Aufsichtsrat unter Leitung von Aufsichtsratschef Paul Achleitner am Freitag und Samstag in Hamburg eine Rolle spielen. Es stehe aber noch keine Entscheidung an, hieß es.

Über eine Umwandlung des Konzerns müsste am Ende auch die Hauptversammlung entscheiden. Mit einer Holding-Struktur könnte eine mögliche Fusion der Bank mit einem anderen Institut in der Zukunft leichter werden. Die Deutsche Bank wollte sich dazu nicht äußern.

Die Holding könnte als Schirm über den drei derzeitigen Geschäftsbereichen - der Firmenkunden- und Investmentbank, der Privatkundenbank und der Vermögensverwaltung - stehen. Eine solche Struktur, wie sie fast alle großen US-Banken wie die Citigroup oder JP Morgan haben, hat einige Vorteile, unter anderem werden dadurch Fusionen oder Übernahmen leichter, ebenso die Herauslösung einzelner Geschäftsteile, um diese zu veräußern oder eventuell zu verselbständigen.

Viele offene Fragen

"Ich tendiere in Richtung Holding-Struktur", sagte eine mit der Diskussion innerhalb der Bank vertraute Person. Der Vorstand habe das Thema bereits in der Vergangenheit "von Zeit zu Zeit" besprochen. Allerdings gebe es auch Skeptiker. Bankenaufseher und Regulatoren in vielen Ländern - unter anderem in den USA, Großbritannien und der Schweiz - favorisieren Holding-Strukturen bei Banken, weil diese dann im Krisenfall leichter abgewickelt werden können oder sich einzelne Bereiche einfacher abspalten lassen. Skeptiker eines solchen Modells führen mögliche hohe Kosten und steuerliche Nachteile ins Feld. Zudem gebe es noch viele offene Fragen.

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Eine andere Person erklärte, "der Knackpunkt" bei einer Holding sei die Kapitalausstattung der einzelnen Säulen. Denkbar sei etwa, die Investmentbank möglichst auskömmlich mit Kapital auszustatten, um mögliche Bedenken der Aufseher bei riskanten Geschäft zu adressieren. Die Privatkundenbank, die als sicher und stabil gilt, könnte im Gegenzug so wenig Kapital wie gerade noch von den Aufsehern akzeptiert erhalten. Eine neuerliche Kapitalerhöhung, um mehr freie Mittel zu haben, sei schwer vorstellbar, sagte der Insider: "Dafür ist es gerade gar kein guter Zeitpunkt." Der Kurs der Deutsche-Bank-Aktie ist seit Jahresbeginn um rund 40 Prozent eingebrochen.

Fusionsspekulationen

Der neue Konzernchef Christian Sewing hat der Bank nach drei Verlustjahren in Folge und zahlreichen Skandalen, die zum Teil hohe Strafen nach sich zogen, eine Rosskur verordnet. Er will sich künftig stärker auf den deutschen Heimatmarkt, Europa und das Geschäft in Asien konzentrieren. In den USA trat er den geordneten Rückzug an und stutzte Teile des Investmentbankings.

Insgesamt soll die Zahl der Mitarbeiter des größten deutschen Geldhauses auf deutlich unter 90.000 sinken - rund 7000 weniger als noch zu Jahresbeginn. Immer wieder wird auch über eine Fusion der Deutschen Bank mit der Commerzbank oder einem ausländischen Institut spekuliert. Sollte es eines Tages zu einem solchen Schritt kommen, könnte er mit einer Holding eventuell leichter vollzogen werden.

Quelle: n-tv.de, wne/rts

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