Wirtschaft

Neue Betrugsvorwürfe der "FT" Wirecard-Aktie rauscht an der Börse ab

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Wirecard ist mal wieder in Turbulenzen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein neuer Bericht der "Financial Times" setzt Zahlungsabwickler Wirecard mächtig zu. Auf einen Schlag verliert die Aktie des Unternehmens fast vier Milliarden Euro an Wert. Es ist nicht der erste Kurssturz, den Wirecard verkraften muss.

Anleger von Wirecard haben nach einem erneuten Bericht über angebliche Bilanzfälschungen bei dem Zahlungsanbieter die Flucht ergriffen. Die im Dax notierten Aktien brachen zeitweise um 23 Prozent ein und markierten ein Sechs-Monats-Tief von 107,80 Euro. Dadurch hat der Bezahldienstleister auf einen Schlag fast vier Milliarden Euro an Wert verloren.

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Händler verwiesen auf einen Bericht in der Online-Ausgabe der "Financial Times" (FT), dem zufolge der Konzern Umsatz und Gewinn bei Auslandstöchtern in Dubai und Irland aufgebläht und womöglich die eigenen Wirtschaftsprüfer hinters Licht geführt haben könnte. Wirecard wies die Vorwürfe der britischen Zeitung zurück. Der Artikel sei "eine Zusammenstellung einer Reihe von falschen und irreführenden Behauptungen", die vom Autor der Geschichte schon in anderen Artikeln zuvor aufgestellt und bereits vollständig widerlegt worden seien.

Wirecard räumt Unregelmäßigkeiten in Singapur ein

Die "FT" bezog sich auf interne Dokumente und Schriftwechsel von Top-Managern der Wirecard-Finanzabteilung, die sie von einem Whistleblower zugespielt bekommen habe. Die "FT" hat das Unternehmen aus Aschheim bei München bereits mehrfach krimineller Machenschaften bezichtigt und Kursstürze ausgelöst. Wirecard und die deutsche Finanzaufsicht BaFin hegen den Verdacht, dass sich sogenannte Leerverkäufer das zunutze gemacht haben. Diese setzen auf fallende Kurse. Die BaFin hatte Leerverkäufe mit Wirecard-Aktien deswegen im Frühjahr sogar für zwei Monate verboten.

Die Zeitung sieht sich durch eine selbst in Auftrag gegebene Untersuchung von Juristen in ihrer Berichterstattung bestätigt. Die Ermittlungen der Anwaltskanzlei RPC hätten keine Hinweise darauf erbracht, dass es Absprachen zwischen Reportern und Spekulanten gegeben habe.

Bereits Anfang des Jahres hatten Berichte der "FT" rund um Bilanzunregelmäßigkeiten in Singapur für Unruhe gesorgt. Die Aktie war damals innerhalb einer guten Woche teils um fast die Hälfte abgerutscht auf bis zu 86 Euro. Gänzlich davon erholt hatten sich die Papiere davon seither nicht mehr. Wirecard hatte damals einräumen müssen, dass einige Posten bei einer Tochter tatsächlich falsch verbucht wurden, allerdings in geringerem Umfang als von der "FT" suggeriert.

Quelle: n-tv.de, jpe/rts/dpa

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