Wirtschaft

Rund 90 Prozent in drei Tagen Wirecard-Kursrutsch dauert an

Die Aufregung um Milliardenlöcher in der Bilanz von Wirecard hält an. Fast täglich gibt es neue Hiobsbotschaften des Dax-Mitglieds - und die sind Gift für den Aktienkurs. Zum Start in die Handelswoche gibt es den nächsten Kursrutsch, er setzt sich nachbörslich noch fort.

Die Kursturbulenzen bei dem in einem Bilanzskandal steckenden Zahlungsabwickler Wirecard sind auch nachbörslich weitergegangen. Im regulären Xetra-Handel waren am Montag die Papiere schon weiter um 44 Prozent eingebrochen, danach ging der freie Fall auf der Handelsplattform Tradegate weiter. Zuletzt kostete die Aktie dort nur noch 12,87 Euro nach zuvor 14,44 Euro zum Xetra-Schluss. Dies war nochmals ein Einbruch um mehr als zehn Prozent.

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Der Grund für den Kurseinbruch, der schon vor dem Wochenende begann, sind milliardenschwere Löcher in der Bilanz. Mittlerweile musste der Zahlungsabwickler eingestehen, dass Bankguthaben auf Treuhandkonten in Höhe von insgesamt 1,9 Milliarden Euro, die bisher als Aktivposten in der Bilanz ausgewiesen waren, "mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht bestehen".

Fast beispielloser Kursrutsch

Die Turbulenzen nehmen damit kein Ende. Der 62-prozentige Kursabsturz der Wirecard-Aktie am vergangenen Donnerstag galt als zweitgrößter Tagesverlust eines Dax-Titels in der fast 32-jährigen Geschichte des deutschen Leitindex. Am Freitag knüpfte das Papier dann mit einem Einbruch von 35 Prozent nahtlos an die Verluste an - genauso wie nun am Montag.

Den nochmaligen Kursrutsch auf Tradegate eingerechnet, summiert sich der Verlust in den wenigen Handelstagen seit Bekanntwerden der fehlenden Milliarden mittlerweile auf mehr als 87 Prozent. Nach am vergangenen Donnerstag wurden in der Spitze mehr als 100 Euro für die Aktien gezahlt.

Quelle: ntv.de, bad/dpa