Wirtschaft

Gute Laune trotz Dax-Minus Wirecard rechnet 2020 mit Milliarden-Gewinn

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Markus Braun blickt ausgesprochen zuversichtlich in die Zukunft.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Dax gehört Wirecard zu den größten Verlierern des Tages. Die Laune ist dennoch glänzend: Umsatz und Gewinn steigen im vergangenen Quartal erneut deutlich. Noch rosiger rechnet Vorstandschef Braun die nahe Zukunft vor - allen Bilanzfälschungs-Vorwürfen zum Trotz.

Ungeachtet der seit Monaten schwelenden Bilanzfälschungsvorwürfe sieht sich Wirecard auf Kurs. Der Zahlungsdienstleister baute Gewinn und Umsatz im vergangenen Quartal erneut deutlich aus. "Wir sehen keine Auswirkungen der Anschuldigungen auf unser Tagesgeschäft", sagte Vorstandschef Markus Braun. 2020 soll der Betriebsgewinn erstmals über eine Milliarde Euro steigen.

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Wachstumschancen verspricht sich der Konzern auch vom Markteintritt in China. An der Börse herrschte dennoch Zurückhaltung - die Aktien zählten mit einem Minus von 1,1 Prozent zu den größten Verlierern im Dax. "Wir werden 2020 ein sehr starkes Jahr haben", kündigte Braun an. Im laufenden Jahr seien viele neue Kooperationen und Kunden hinzugekommen, so dass der Ausblick für das kommende Jahr sehr "robust" sei.

Erstmals gab der Österreicher eine konkrete Ergebnisprognose für 2020. Demnach soll der Betriebsgewinn auf 1,0 Milliarden bis 1,12 Milliarden Euro zulegen. "Wie immer ist der Mittelpunkt das wahrscheinlichste Szenario, und wie immer sehen wir das als eine erste konservative Prognose an." Analysten rechnen damit, dass Braun im Laufe des Jahres die Geschäftsziele nach oben schraubt, wie er es 2019 bereits getan hat.

Allerdings hänge auch viel davon ab, zu welchem Ergebnis die Wirtschaftsprüfer von KPMG kommen, die derzeit die Bilanzen des Unternehmens unter die Lupe nehmen, erklärten die Experten der Baader Bank. Wirecard sieht sich seit Wochen Vorwürfen der "Financial Times" ausgesetzt. Die britische Zeitung wirft dem Konzern aus Aschheim bei München vor, bei Töchtern im Ausland falsche Angaben zu Gewinnen und Umsätzen gemacht zu haben.

Braun wies dies erneut zurück. "Wir haben die Behauptungen vollständig analysiert und können voll und ganz bestätigen, dass alle diese Anschuldigungen unbegründet sind." Eine Sonderprüfung durch KPMG soll für Klarheit sorgen. Ergebnisse werden im ersten Quartal 2020 erwartet. "Die Prüfung wird bestätigen, dass an den Vorwürfen nichts dran ist", betonte Braun.

Quelle: n-tv.de, mra/rts

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