Wirtschaft

Einkaufsmanagerindex im Oktober Wirtschaft marschiert in Richtung Stagnation

261439300.jpg

Befragte Ökonomen hatten lediglich einen Rückgang auf 54,0 Punkte erwartet.

(Foto: picture alliance/dpa)

Frische Zahlen der Einkaufsmanager deuten darauf hin, dass die deutsche Wirtschaft im Oktober deutlich an Schwung verliert. Das Barometer hält sich zwar noch über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern, bleibt aber trotzdem hinter den Erwartungen der Ökonomen.

Die deutsche Wirtschaft hat im Oktober überraschend deutlich an Schwung verloren und marschiert offenbar in Richtung Stagnation. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft fiel um 3,5 Punkte auf 52,0 Zähler, wie das Institut IHS Markit zu seiner monatlichen Umfrage unter Hunderten Unternehmen aus Industrie und Dienstleistungssektor mitteilte. Dies ist ein Acht-Monats-Tief. Befragte Ökonomen hatten lediglich einen Rückgang auf 54,0 Punkte erwartet. Das Barometer hält sich aber noch über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern.

Materialengpässe und die daraus resultierende Nachfrageabschwächung im Automobilsektor waren laut IHS Markit auch im Oktober ein Hemmschuh für die Produktion. Das Barometer für Industrie sank jedoch nur leicht auf 58,2 Punkte und weit weniger stark als von Experten erwartet, die 56,5 Zähler auf dem Zettel hatten.

Gleichzeitig verlor der Aufschwung im Servicesektor erneut an Fahrt: Hier fiel das Barometer zum dritten Mal in Folge und landete mit 52,4 Punkten auf dem tiefsten Wert seit Beginn der Wachstumsbelebung im Mai. Die Daten vom Oktober deuten laut IHS-Experte Phil Smith darauf hin, dass das Wirtschaftswachstum in Deutschland zu Beginn des vierten Quartals zu stagnieren beginnt: "Besorgniserregend ist, dass die Wachstumsverlangsamung mit einer erneuten Beschleunigung des Anstiegs der Einkaufs- und Verkaufspreise der Unternehmen zusammenfällt."

Im Sommer schienen die Preisindizes der Umfrage ihren Höchststand erreicht zu haben, aber der jüngste Anstieg der Energie- und Kraftstoffpreise habe dazu beigetragen, den Inflationsdruck zu verstärken. In der Folge haben die Unternehmen die Verkaufspreise im Oktober mit Rekordrate angehoben, um die höheren Kosten zu decken.

Quelle: ntv.de, jki/rts

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.