Konsequenz nach SuizidversuchWolfgang Grupp gibt seine Waffe an den Sohn ab

Wolfgang Grupp versucht, sich im vergangenen Jahr das Leben zu nehmen. Inzwischen bereut der frühere Trigema-Chef diesen Schritt - und zieht Konsequenzen.
Der frühere Trigema-Chef Wolfgang Grupp hat nach seinem Suizidversuch Schusswaffen aus seinem Leben verbannt. "Mein Revolver, den ich aus Sicherheitsgründen hatte, ist nicht mehr da", sagte er in einem Interview. "Mein Sohn hat ihn unter Verschluss." Auch seinen Jagdschein habe er nicht mehr.
Der 84-Jährige hatte Mitte vergangenen Jahres einen Suizidversuch öffentlich gemacht. Er habe an Altersdepression gelitten und sich Gedanken darüber gemacht, ob er überhaupt noch gebraucht werde, schrieb er in einem Brief an seine ehemaligen Mitarbeiter. Er bedauere sehr, was geschehen sei und würde es gerne ungeschehen machen. Er habe den Schritt sofort bereut.
Grupp stand mehr als ein halbes Jahrhundert an der Spitze des schwäbischen Textilherstellers Trigema. In dem Brief sprach er von einer belastenden Phase nach der Übergabe des Unternehmens. Er habe sich vorgemacht, nicht mehr gebraucht zu werden, sagte Grupp. In der "Wirtschaftswoche" erklärte er: "Die Depression hatte ihre Ursache in der Feststellung: Das ist jetzt das letzte Kapitel in meinem Leben. Wenn ich in der Zeitung die Todesanzeigen lese, dann kommen die Einschläge näher."
Er nehme inzwischen Medikamente und arbeite weiterhin im Unternehmen mit - wenn auch mit geringerer Belastung. Die Verantwortung liege heute bei seinen Kindern. Er habe nach dem Suizidversuch mehr als 2000 Zuschriften erhalten, viele davon von Menschen, die sich in ähnlichen Situationen befunden hätten. "Das hat mich sehr bewegt."
Trigema ist ein Hersteller von Wäsche, Freizeit- und Sportbekleidung. Das Unternehmen wirbt damit, zu 100 Prozent "Made in Germany" anzubieten.