Wirtschaft

"Illegal und rücksichtslos" Wut über Konzert mit Goldman-Sachs-Boss

2018-10-14T191013Z_871326378_RC1225E18A40_RTRMADP_3_GOLDMAN-SACHS-CEO-MUSIC (1).JPG

D-Sol alias David Solomon 2018 bei einem Auftritt in einem New Yorker Club.

(Foto: REUTERS)

Bis zu 25.000 Dollar Eintritt zahlen die Besucher. Am Mischpult steht einer der mächtigsten Bosse der Wall Street. Doch der erste große Gig seit Beginn der Corona-Pandemie wird wohl nicht den Beginn der Rückkehr des Partylebens ins New Yorker Nobel-Städtchen Southampton markieren.

DJ D-Sol geriet ins Schwärmen nach dem Konzert: "Dort oben zu stehen und den Sonnenuntergang zu beobachten, über das riesige Feld aus Autos und Menschen auf ihren Autos zu blicken, war wunderschön", erzählte er am Tag danach voller Begeisterung in einem Interview. Schon im Vorfeld war die Aufmerksamkeit groß gewesen für das Konzert am Wochenende: Dass hinter dem Künstlernamen D-Sol, der die Veranstaltung mit einem einstündigen DJ-Set eröffnete, der Chef der Investmentbank Goldman Sachs, David Solomon, steckt, war nur eines der Details, die für Schlagzeilen sorgten. Vor allem war es eines der ersten größeren Konzerte seit Monaten im von der Corona-Pandemie besonders heftig getroffenen Bundesstaat New York.

*Datenschutz

Bis zu 25.000 Dollar hatten die etwa 2000 Gäste bezahlt für je einen markierten Bereich für ihr Auto auf der großen Wiese in Southampton, einer Stadt, die für ihre vielen superreichen Bewohner und entsprechend extravagante Partys bekannt ist. Unter Corona-Bedingungen gehörten zum Luxus für das großteils aus der New Yorker Finanzbranche stammende Publikum unter anderem persönliche Toiletten für einzelne Besucher.

Für die veranstaltenden Agenturen und die beteiligten Firmen - etwa für Technik, Sicherheit und Reinigung - , die seit Monaten praktisch keinen Umsatz mehr gemacht hatten, sollte das Konzert auch eine Art Testlauf sein: Wie können zu Corona-Zeiten Großveranstaltungen sicher durchgeführt werden? Es gehe darum, "Wege zu finden, uns gegenseitig zu schützen und trotzdem das Leben zu genießen", wie D-Sol alias Bankchef Solomon es formulierte.

Dieser Test ging trotz der luxuriösen Rahmenbedingungen offenbar gründlich schief. Auf Videos ist zu sehen, wie sich mehrere Hundert Besucher vor der Bühne und in größeren Gruppen zwischen den Autos sammeln und tanzen. Abstandsregeln ignorieren viele von ihnen ebenso wie Aufforderungen per Lautsprecher, bitte Masken zu tragen.

Der Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, reagierte empört. "Wir haben keine Toleranz für illegale und rücksichtslose Gefährdung der öffentlichen Gesundheit", twitterte er und kündigte eine Untersuchung durch die Gesundheitsbehörde an. Deren Chef äußerte sich gar "verstört" darüber, dass die Stadt Southampton eine solche Veranstaltung genehmigt und "geglaubt hat, das wäre legal und nicht eine offensichtliche Gesundheitsgefahr".

Quelle: ntv.de, mbo