Wirtschaft

Von Krisenmodus keine Spur Yahoo legt überraschend kräftig zu

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Nach starken Quartalszahlen legt die Yahoo-Aktie ebenfalls zu.

(Foto: AP)

In den vergangen Monaten kämpft Yahoo mit Negativschlagzeilen: Der Diebstahl von Millionen Kundendaten bringen zuletzt sogar den Verizon-Deal in Gefahr. Nun könnten überraschend starke Quartalszahlen die Verhandlungen beflügeln.

Der US-Internetkonzern Yahoo hat überraschend gute Quartalszahlen vorgelegt. Von Juli bis September lag der Nettogewinn bei 163 Millionen Dollar (148 Millionen Euro) und damit mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen mitteilte. Der Umsatz stieg von 1,2 auf 1,3 Milliarden Dollar. Den Anlegern gefielen die Zahlen; im nachbörslichen Handel legte die Yahoo-Aktie um knapp 1,5 Prozent zu.

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Unternehmenschefin Marissa Mayer erklärte zu den Quartalsergebnissen, Yahoo habe "mehrere neue Produkte" auf den Markt gebracht und insgesamt eine "solide finanzielle Leistung" gezeigt. Derzeit liefen die Vorbereitungen für die Übernahme durch Verizon auf Hochtouren. Der Telekommunikationsriese will das Yahoo-Kerngeschäft für 4,8 Milliarden Dollar übernehmen.

Die Quartalszahlen seien genau die Art von Nachricht gewesen, die Yahoo brauchte, "um nicht die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass Verizon schreiend vor dem Geschäft davonläuft", erklärte Analyst Rob Enderle. "Die meisten Leute haben erwartet, nur noch einen rauchenden Krater an der Stelle zu sehen, an der früher mal Yahoo war."

Kommt der Verizon-Deal zustande?

Der Verizon-Deal war zuletzt in Zweifel gezogen worden, nachdem Yahoo einen umfangreichen Diebstahl von Kundendaten öffentlich gemacht hatte. Betroffen waren eine halbe Milliarde Nutzerdaten - etwa E-Mail-Adressen, Geburtsdaten, Telefonnummern und Passwörter. Verizon-Chefjustiziar Craig Silliman sagte dazu in der vergangenen Woche, sein Unternehmen habe "gute Gründe anzunehmen", dass der Einfluss des Vorfalls auf die Übernahme "bedeutend" sei. Yahoo solle sich dazu erklären.

Verizon will die übernommenen Teile - Suchmaschine, Internetdienste wie Yahoo News und Yahoo Mail und das Geschäft mit Internetwerbung - eigentlich mit seiner Tochter AOL verschmelzen. Von Yahoo bleibt den Plänen zufolge nur noch eine Investmentgesellschaft übrig, die nach Abschluss des Geschäfts ihren Namen ändern soll.

Quelle: n-tv.de, jgu/AFP