Wirtschaft

Geldregen für Aktionäre Yahoo versilbert Alibaba-Anteile

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Eine "steuereffiziente Alternative", die den "Wert unserer Alibaba-Investition für unsere Aktionäre maximiert": Yahoo-Chefin Marissa Mayer.

(Foto: REUTERS)

Der Internetkonzern Yahoo überrascht seine Aktionäre mit einer ungewöhnlichen Gewinnausschüttung: Unter der Führung von Yahoo-Chefin Marissa Mayer kündigt das Unternehmen die steuerfreie Zahlung von rund 40 Milliarden Dollar an.

Der Internetkonzern Yahoo stellt Aktionären eine milliardenschwere Sonderdividende in Aussicht: Das US-Unternehmen will seine knapp 40 Milliarden Dollar schwere Beteiligung am chinesischen Online-Handelsriesen Alibaba steuerfrei in Gewinne für seine Aktionäre verwandeln, heißt es.

Zu dem Zweck soll der Alibaba-Anteil in Höhe von 15 Prozent nach Ablauf der Haltefrist im vierten Quartal als eigenständige Gesellschaft namens Spinco an die Börse gebracht werden, kündigte Yahoo nach US-Börsenschluss an. "Wir haben unermüdlich an einer Lösung für eine steuereffiziente Alternative gearbeitet, die den Wert unserer Alibaba-Investition für unsere Aktionäre maximiert", erklärte Yahoo-Chefin Marissa Mayer.

Komplexe Lösung

In das neu entstehende Unternehmen wird Yahoo alle verbliebenen Anteile an Alibaba übertragen. Yahoo wird in der Transaktion keine Schulden aufnehmen und seinen Bargeldbestand behalten. Beim Alibaba-Börsengang hatte Yahoo Anteile an dem chinesischen E-Commerce-Giganten verkauft. Seitdem halten die Kalifornier noch etwa 15 Prozent an Alibaba. An Yahoo Japan hält Yahoo derzeit noch etwa 35,5 Prozent. Diese Anteile sind laut Analysten derzeit noch etwa 2,3 Milliarden Dollar wert. Beide Beteiligungen zusammen machen den Großteil der Marktkapitalisierung des US-Mutterkonzerns Yahoo Inc. von derzeit rund 46 Milliarden Dollar aus.

Analysten hatten bereits auf eine Antwort auf die Frage gewartet, wie Yahoo einen Teil seiner Beteiligungen zu Geld machen kann, ohne dass dabei massive Steuerzahlungen fällig werden. Am Markt kamen die Neuigkeiten sehr gut an: Die Aktien von Yahoo zogen nachbörslich um fast 8 Prozent an. Im Jubel um die neuen Pläne für die Alibaba-Beteiligung drohten die Geschäftszahlen des Suchmaschinenanbieters Yahoo beinahe unterzugehen.

Nur Zeit gekauft?

Mit dem Schritt könnte sich Konzernchefin Marissa Mayer mehr Zeit bei den Investoren kaufen, die zunehmend die Geduld verlieren. Denn auch im vierten Quartal waren Umsatz und Gewinn von Yahoo rückläufig. Der Umsatz aus dem wichtigen Geschäft mit Anzeigen sank um 5 Prozent auf 464 Millionen Dollar. Allerdings ging es beim Umsatz mit Anzeigen auf mobilen Geräten auf 254 Millionen Dollar nach oben.

Der Gesamtumsatz ohne Provisionen ging auf 1,18 Milliarden Dollar zurück. Analysten hatten 1,19 Milliarden erwartet. Das Nettoergebnis brach von 348 Millionen Dollar im Vergleichszeitraum des Vorjahres auf aktuell 166 Millionen Dollar ein. Je Aktie verdiente das Unternehmen auf bereinigter Basis 0,30 Dollar. Die Marktbeobachter hatten mit 0,29 Dollar gerechnet.

Quelle: ntv.de, mmo/DJ/dpa