Wirtschaft
ZF-Chef Sommer: Sind seine Tage an der Spitze des Autozulieferers gezählt?
ZF-Chef Sommer: Sind seine Tage an der Spitze des Autozulieferers gezählt?(Foto: picture alliance / Felix Kästle/)
Montag, 04. Dezember 2017

Machtkampf spitzt sich zu: ZF-Chef Sommer droht Ablösung

ZF ist der drittgrößte Autozulieferer der Welt. Der langjährige Vorstandsvorsitzende Sommer hat ihn dazu gemacht - auch durch die Übernahme des US-Konkurrenten TRW. Nun soll der Expansionshunger offenbar mit einer Personalie eingebremst werden.

Der Konflikt um die Strategie für den drittgrößten Autozulieferer der Welt, ZF Friedrichshafen, eskaliert. So soll schon in dieser Woche der Aufsichtsrat des Unternehmens zusammentreten und darüber beraten, den Vorstandsvorsitzenden Stefan Sommer abzulösen, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet. Die nächste reguläre Aufsichtsratssitzung war erst für den 12. Dezember vorgesehen.

Dass es für Sommer eng werden könnte, hat sich angedeutet, weil der seit fast zehn Jahren amtierende Aufsichtsratsvorsitzende Giorgio Behr für seinen Rückzug nicht das Ende seiner Amtszeit im Frühjahr abwartete, sondern schon vorige Woche seinen Rücktritt angekündigt hatte. Er wolle Veränderungen nicht im Weg stehen, hatte er dazu mitgeteilt - womit der Zeitung zufolge gemeint ist, dass er nicht aktiv daran mitwirken will, den von ihm lange unterstützten Vorstandschef Sommer zu stürzen.

Mit der erwarteten Entscheidung über die Demission des 54 Jahre alten promovierten Ingenieurs Sommer verbinden dem Blatt zufolge zumindest einige Aufsichtsratsmitglieder die Hoffnung, dass die von Sommer vorangetriebene Expansionsstrategie gestoppt werden könnte. Höhepunkt war die Übernahme des amerikanischen Zulieferers TRW, der Kompetenzen für das Zukunftsthema Autonomes Fahren mitbringt und damit die Abhängigkeit des Antriebsspezialisten ZF vom Verbrennungsmotor deutlich verringert.

Sommers Vertrag als Vorstandschef ist voriges Jahr noch um weitere fünf Jahre bis zum Frühjahr 2022 verlängert worden.

Quelle: n-tv.de