Wirtschaft

Canyon Bicycles zu Fahrrad-Boom "Zehn Jahre beim Umdenken gewonnen"

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Über fünf Millionen Fahrräder wurden in Deutschland 2020 verkauft, 17 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der Boom im Corona-Jahr dürfte nachhallen.

(Foto: picture alliance / David Young/dpa)

Im Corona-Jahr 2020 wurden über fünf Millionen Fahrräder in Deutschland verkauft. Welche Auswirkungen hat dieser beispiellose Boom? Und wie sieht die Mobilität von morgen aus? Der Chef des deutschen Fahrradherstellers Canyon Bicycles, Armin Landgraf, ist überzeugt: Dieser Trend ist nachhaltig.

Das Jahr 2020 war ein herausragendes für die Fahrradhersteller: In der Pandemie tauschten viele Pendler ihre Nahverkehrstickets gegen ein Fahrrad - um den Mindestabstand zu wahren. Statt auf die Malediven zu fliegen, stiegen Urlauber aufs Trekkingbike. Über fünf Millionen Fahrräder wurden in Deutschland 2020 verkauft, ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Aus Sicht des Fahrradherstellers Canyon Bicycles dürfte dieser Boom langfristige Folgen haben, auch für den Stadtverkehr.

"Wir haben vielleicht zehn Jahre beim Umdenken gewonnen", sagt CEO Armin Landgraf im Podcast "Die Stunde Null". Der Trend zum Fahrrad sei nachhaltig, ist Landgraf überzeugt, besonders "wenn man Städte mit Strukturprojekten wie Paris oder London ansieht". Die Städte hätten gelernt, "wie groß der Vorteil ist, wenn sie da mitziehen".

Das Koblenzer Unternehmen, das bisher auf Sport- und Rennräder spezialisiert war, profitierte selbst erheblich von diesem Boom. Der Umsatz stieg 2020 um 37 Prozent auf 415 Millionen Euro. Canyon verkauft seine Fahrräder ausschließlich im Online-Direktvertrieb, von Ladenschließungen war das Unternehmen also nicht betroffen. Schwierig war jedoch die Lage in den Lieferketten, da viele Bauteile zum Teil nur schwer zu bekommen waren.

Für die Zukunft der Branche und des Verkehrs spielen aus Sicht Landgrafs auch E-Bikes eine wichtige Rolle, insbesondere was "Vernetzung und Intelligenz" angehe. Um die Sicherheit zu erhöhen, könne "man viele elektronische Unterstützungsleistungen bieten". Innovationen dieser Art könnten auch den Komfort erhöhen, etwa mit Luftqualitätsmessungen und Routenoptimierungen.

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Hören Sie außerdem in der neuen Folge von "Die Stunde Null":

  • Wie viel Fahrräder Landgraf privat besitzt
  • Welche Ähnlichkeiten es zwischen E-Bikes und SUVs gibt
  • Warum das Unternehmen dem Sitz Koblenz weiterhin treu bleibt

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Quelle: ntv.de, ddi

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