Wirtschaft

Dow Jones verliert 2,8 Prozent Zinsangst hat Börse weiter im Griff

Ein Händler arbeitet an der New Yorker Börse.

Auf die Stimmung schlugen vor allem die jüngsten Aussagen des US-Notenbankchef Jerome Powell, der für Mai eine Anhebung um einen halben Prozentpunkt signalisiert hatte.

(Foto: Allie Joseph/NYSE/XinHua/dpa)

Neben der Ankündigung der US-Notenbank Fed, die Zinsen bald um einen halben Prozentpunkt anzuheben, drücken auch die Folgen des Lockdowns in Shanghai auf die Stimmung an der Wall Street. Ein möglicher Rückgang der China-Nachfrage schlägt sich in den Rohstoffpreisen nieder.

Die Aussicht auf deutliche Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed veranlasst Anleger zum Rückzug von der Wall Street. Enttäuschende Geschäftszahlen einiger Unternehmen belasten die Börse zusätzlich. Der Dow Jones verlor 2,8 Prozent auf 33.811 Punkte. Der technologielastige Nasdaq gab 2,6 Prozent auf 12.839 Punkte nach und der breit gefasste S&P 500 büßte 2,8 Prozent auf 4272 Punkte ein. Im Wochenverlauf fiel der Dow 1,85 Prozent, der S&P 2,75 Prozent und die Nasdaq 3,8 Prozent.

Nasdaq Composite
Nasdaq Composite 11.127,84

Auf die Stimmung schlugen vor allem die jüngsten Aussagen des US-Notenbankchef Jerome Powell, der für Mai eine Anhebung um einen halben Prozentpunkt signalisiert hatte. "Der Markt befürchtet, dass die Fed die Inflationsangst zu sehr schürt und die Unternehmensgewinne in Zukunft einbrechen lassen könnte", sagte Peter Cardillo, Chef-Volkswirt des Vermögensberaters Spartan.

Im späten Handelsverlauf sprach sich dann zwar die Notenbankerin Loretta Mester von der Fed Cleveland gegen eine Erhöhung um 75 Basispunkte aus, die die Märkte "schockieren" würde. Aber auch sie kündigte ihre Unterstützung für einen Zinsschritt von 50 Basispunkten an.

Lockdowns trüben Konjunkturaussichten

Sorgen bereiteten Börsianern neben dem Krieg in der Ukraine die Pandemie-Beschränkungen in China. "Ursprünglich sollte es nur ein kurzer Lockdown für Shanghai sein", sagte Analyst Wenyu Yao von der Bank ING. "Jetzt dauert er schon über einen Monat und niemand weiß, wann er endet." Ein möglicher Rückgang der China-Nachfrage schlug sich in den Rohstoffpreisen nieder. Die US-Rohölsorte WTI gab 2,5 Prozent auf 101,18 Dollar je Barrel (159 Liter) nach. Für Letztere sei dies aber nur ein kurzfristiger Rücksetzer, gab Analyst Stephen Brennock vom Brokerhaus PVM Oil Associates zu bedenken. "Ein EU-Boykott russischer Energielieferungen wird zwangsläufig zu höheren Preisen führen."

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Gap 8,01

Zu den größten Verlierern am US-Aktienmarkt zählte Gap mit einem Kursminus von knapp 18 Prozent. Wegen der schwächelnden Konjunktur und Problemen bei der Marke Old Navy rechnet die Modefirma für das erste Quartal mit einem Rückgang der Erlöse um bis zu etwa 15 Prozent. Bislang war ein Minus im hohen einstelligen Prozentbereich angekündigt worden. Er halte die aktuellen Kursverluste aber für eine Kaufgelegenheit, schreibt Analyst David Swartz vom Research-Haus Morningstar. Gap sei weit davon entfernt in ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten zu geraten. Im Sog von Gap gaben die Aktien von Abercrombie & Fitch, American Eagle, Urban Outfitters und der "Calvin Klein"-Mutter PVH bis gut neun Prozent nach.

Bei Verizon überschattete ein verhaltener Ausblick den überraschend geringen Kundenschwund. Der Mobilfunker erwartet für 2022 einen Gewinn am unteren Ende der angepeilten Spanne von 5,40 bis 5,55 Dollar je Aktie. Der Umsatz werde wohl eher um neun statt zehn Prozent wachsen. Verizon arbeite in einem hart umkämpften Markt, schrieben die Analysten des Research-Hauses Zacks. Neben Marketingausgaben und Rabatten zur Kundenwerbung seien die Kosten für Mobilfunk-Frequenzen ein Risikofaktor für die Ertragskraft. Verizon-Titel fielen um 5,6 Prozent.

Die Papiere von Kimberly-Clark verbuchten dagegen ein Plus von 8,1 Prozent. Dank einer starke Nachfrage peilt der Anbieter von "Kleenex"-Papiertüchern für 2022 ein Umsatzplus von zwei bis vier statt ein bis zwei Prozent an. Analysten hatten eine Prognosekürzung befürchtet, weil Verbraucher auf günstigere No-Name-Produkte ausweichen könnten.

Quelle: ntv.de, lve/rts

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