Wirtschaft

Kurseinbruch trotz Rekord-Umsatz Zoom knackt Marke von einer Milliarde Dollar

imago0130957732h.jpg

Das Unternehmen will künftig verstärkt auf dem Firmenkunden-Markt aktiv sein.

(Foto: imago images/NurPhoto)

Das US-Unternehmen Zoom ist ein Gewinner der Corona-Krise: Der Videokonferenzdienst gehört für viele Menschen zum Homeoffice-Alltag. Nun kann er zum ersten Mal einen Quartals-Umsatz von mehr als einer Milliarde US-Dollar vorweisen. Doch der Geschäftsausblick lässt die Aktie einbrechen.

Der Videokonferenzdienst Zoom boomt weiter und hat im zweiten Quartal erstmals die Marke von einer Milliarde Dollar beim Umsatz geknackt. In den drei Monaten bis Ende Juli verdiente das Unternehmen laut eigenen Angaben unterm Strich 316,9 Millionen Dollar (268,6 Mio Euro). Das waren über 70 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Zoom profitierte weiter vom durch die Corona-Pandemie beschleunigten Trend zum Homeoffice. Die Erlöse wuchsen um 54 Prozent auf 1,02 Milliarden Dollar. Obwohl die Ergebnisse insgesamt über den Erwartungen der Wall Street lagen, brach die Aktie nachbörslich zeitweise um mehr als 10 Prozent ein.

Zoom gab einen relativ verhaltenen Geschäftsausblick ab, bei der Wachstumsprognose für das laufende Vierteljahr hatten einige Analysten sich mehr ausgerechnet. Sie liegt nun bei rund 30 Prozent. Anzeichen, dass der Nutzerandrang durch eine Normalisierung der Arbeitswelt nach der Corona-Krise abflauen könnte, gab es teilweise bereits im jüngsten Quartal. So gewann Zoom weniger lukrative Großkunden hinzu als angenommen.

Das Unternehmen ist für viele Menschen im Homeoffice zum Synonym für Videokonferenzen geworden, mit denen sich Mitarbeiter austauschen und Kundengespräche führen können oder sich Schüler mit Lehrern vernetzen. Mit den fortschreitenden Impfkampagnen kehren allerdings immer mehr Arbeitnehmer und Schüler in Büros und an Schulen zurück, weswegen Zoom zunehmend im umkämpften Firmenkunden-Markt aktiv ist. Dort wirbt die Firma allerdings neben Großkonzernen wie Cisco, Microsoft und Slack von Salesforce um Abonnenten.

Um sich breiter aufzustellen, will das 2011 in San Jose gegründete Unternehmen, das zwischenzeitlich mit Sicherheitslücken etwa bei der Verschlüsselung oder dem sogenannten Zoombombing kämpfte, den Call-Center-Anbieter Five9 für rund 15 Milliarden Dollar übernehmen. Erst im Juni hatte Zoom in Deutschland zugeschlagen und die kleine auf Echtzeitlösungen für maschinelle Übersetzungen spezialisierte Firma Kites aus Karlsruhe gekauft.

Quelle: ntv.de, mbe/dpa/rts

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.