Wirtschaft

Ifo-Forscher nennt zwei GründeZuzug von Geflüchteten sorgt für mehr Unternehmensgründungen

14.01.2026, 12:00 Uhr
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Durch neue Gewerbeanmeldungen und bestehende Firmen entstehen durch den Zuzug von 100 Geflüchteten auf 10.000 Einwohner insgesamt 109 zusätzliche Arbeitsplätze. (Foto: Lino Mirgeler/dpa)

Flüchten Menschen nach Deutschland, entstehen laut Ifo-Institut als Nebeneffekt auch mehr Unternehmen und Arbeitsplätze. Das hat insbesondere zwei Gründe, die indirekt aus der Zuwanderung entstehen.

Der Zuzug von Geflüchteten führt einer Studie zufolge zu mehr Gewerbeanmeldungen und schafft zusätzliche Arbeitsplätze. Ein Anstieg von 100 Geflüchteten pro 10.000 Einwohner zieht durchschnittlich sieben zusätzliche Gewerbeanmeldungen mit 27 neuen Arbeitsplätzen nach sich, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung des Münchner Ifo-Instituts hervorgeht.

Das entspreche einem Anstieg von 7,9 Prozent im Vergleich zu den Gewerbeanmeldungen in einem durchschnittlichen Landkreis. Die neuen Unternehmen würden jedoch nicht von Flüchtlingen oder anderen Ausländern gegründet, sondern überwiegend von Deutschen.

"Durch den Zuzug von Geflüchteten entsteht vielerorts Bedarf für neue Geschäftsmodelle, zum Beispiel im Bereich Gesundheit oder Finanzdienstleistungen", sagte Ifo-Forscher Sebastian Schirner. Dabei sei allerdings zu beachten, dass der gestiegene Bedarf eine Folge steuerfinanzierter Transfers sein könne. In welchem Umfang das der Fall ist, untersucht die Studie nicht. "Gleichzeitig steigt mittelfristig das Angebot an Arbeitskräften, was für potenzielle Gewerbetreibende attraktiv ist", sagte Schirner.

Die entstehenden Unternehmen konzentrieren sich den Angaben nach auf die Bereiche Verkehr, Gesundheit, das verarbeitende Gewerbe sowie auf Finanzdienstleistungen. Durch neue Gewerbeanmeldungen und bestehende Firmen entstehen demnach durch den Zuzug von 100 Geflüchteten auf 10.000 Einwohner insgesamt 109 zusätzliche Arbeitsplätze. "Davon entfallen drei Viertel auf bereits bestehende Unternehmen", hieß es. Dabei handele es sich vor allem um Vollzeitstellen.

Die Studie basiert auf Daten einer Sonderauswertung der Gewerbeanzeigenstatistik auf Kreisebene zwischen 2007 und 2021. Die Zahl der Geflüchteten auf Landkreisebene wird mit Daten des Ausländerzentralregisters gemessen. Die Forscherinnen und Forscher nutzten außerdem die offiziellen Zuteilungsquoten. Diese bestimmen, wie viele Geflüchtete ein Landkreis theoretisch aufnehmen sollte.

Quelle: ntv.de, toh/rts

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