Freitag, 04. Dezember 2020Der Börsen-Tag

17:39 Uhr

Wer zuckt, verliert: Dax gewinnt spät

Der deutsche Aktienmarkt verabschiedet sich nach einem lustlosen Freitagshandel mit leichten Gewinnen ins Wochenende. Am letzten Handelstag der Woche gewinnt der Dax 0,4 Prozent auf 13.299 Punkte. Die Handelsspanne beträgt magere rund 90 Punkte. Auch steigende Kurse an der Wall Street können den Markt nicht pushen.

"Der Dax bewegt sich gar nicht, naja kaum", zieht ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf ein denkwürdiges Fazit. "Positive wie leicht negative Daten und Nachrichten scheinen die Anleger und den Markt kalt zu lassen", sagt sie und verweist auf überraschend positive Daten aus der deutschen Industrie sowie die negative Nachricht rund um Produktions- und Lieferprobleme der Partner Biontech und Pfizer bei ihrem Corona-Impfstoff.

Bei den Einzelwerten gewinnen Infineon rund zwei Prozent. Stark präsentieren sich auch Daimler, die mit positiven Absatzzahlen aufwarten. Auf der Gegenseite verlieren Deutsche Post und der Gewinner der Vortage, MTU, am deutlichsten.  

Dax
Dax 13.815,06

17:22 Uhr

Warner schickt Kino-Aktien auf Talfahrt

Die Streaming-Pläne des US-Filmstudios Warner Bros. lasten auf den Aktien der Kinobetreiber Cineworld und Kinepolis, die rund 16 beziehungsweise 11 Prozent nachgeben. Die zum Telekomkonzern AT&T gehörende Firma Warner kündigte an, ihre Filme künftig gleichzeitig in Kinos und dem konzerneigenen Streaming-Dienst HBO Max anzubieten. Das sei auch eine Reaktion auf die Pandemie, weil viele Kinos auch 2021 wohl nur eine begrenzte Zahl von Zuschauern zulassen können.

Cineworld
Cineworld ,74

16:31 Uhr

Daimler verkauft im November erstmals wieder mehr Mercedes-Pkw

Zum ersten Mal in diesem Jahr hat Daimler in einem Monat mehr Autos seiner Kernmarke Mercedes-Benz verkauft als im Vorjahr. Der Großhandelsabsatz im November lag bei gut 212.800 Pkw, 1,1 Prozent mehr als im November 2019, wie jüngste Zahlen zeigen. Bislang hatte Daimler in diesem Jahr stets weniger Mercedes-Autos verkauft als im jeweiligen Vorjahresmonat. Der schlechteste Wert war in Folge der enormen Auswirkungen der Corona-Pandemie im April mit einem Minus von 44,5 Prozent erreicht worden. Aufs gesamte Jahr gerechnet liegt Mercedes-Benz Pkw nun bei gut 1,83 Millionen Autos. Im Vergleich zu 2019 ist das immer noch ein Rückstand von gut elf Prozent.

16:14 Uhr

Jobdaten befeuern Wall Street

Die US-Börsen sind am Freitag trotz eines schwächer als erwartet ausgefallenen Stellenaufbaus auf Rekordkurs geblieben. Vor allem die Hoffnung der Anleger auf weitere Konjunkturhilfen trieb die Indizes weiter voran. Der Dow-Jones-Index und der breiter gefasste S&P-500 steigen je 0,4 Prozent auf 30.090 und 3681 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewinnt 0,2 Prozent auf 12.398 Punkte.

Am US-Arbeitsmarkt schufen die Firmen außerhalb der Landwirtschaft im November nur noch 245.000 Jobs. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit 469.000 gerechnet. Die in einer getrennten Umfrage ermittelte Arbeitslosenquote fiel im November indes auf 6,7 Prozent von 6,9 Prozent im Oktober. "Vorerst ist die Erholung des Arbeitsmarktes vorbei, bis die Winterwelle von Covid-19 hinter uns liegt", sagt James McDonald, Chef des Vermögensverwalters Hercules Investments.

Analysten halten es für möglich, dass sich Demokraten und Republikaner im US-Kongress doch noch auf ein Konjunkturpaket mit einem Volumen von gut 900 Milliarden Dollar einigen könnten. Das trieb den von der Corona-Pandemie besonders betroffenen Reisesektor an. Aktien der Fluggesellschaften American Airlines, Delta, United Airlines, Southwest, Spirit und Jetblue zogen um bis zu 5,2 Prozent an.

15:29 Uhr

US-Handelsdefizit steigt: Dickes Minus mit China-Geschäft

Das US-Handelsdefizit bleibt zum Ende der Amtszeit von Präsident Donald Trump hoch. Die Importe übertrafen die Exporte im Oktober wertmäßig um 63,1 Milliarden Dollar - eine Zunahme um 1,7 Prozent zum Vormonat, wie das Handelsministerium mitteilt. Während die Ausfuhren um 2,2 Prozent stiegen, legten die Einfuhren um 2,1 Prozent zu.

Trump hat das traditionell hohe Defizit immer wieder als Zeichen dafür gedeutet, dass sein Land von anderen Staaten über den Tisch gezogen werde - und deshalb Handelskonflikte angezettelt, etwa mit China. Der Streit zwischen den beiden größten Wirtschaftsmächten der Welt wurde zu Jahresbeginn mit einer Teileinigung etwas entschärft, bei der sich China zum Kauf zusätzlicher US-Waren verpflichtete. Das Defizit im Handel mit der Volksrepublik kletterte im Oktober dennoch auf mehr als 30 Milliarden Dollar.  

15:01 Uhr

Alitalia bietet Flüge mit Corona-Tests an

Ab dem 8. Dezember bietet die Fluggesellschaft Alitalia Flüge von Rom nach New York an, bei denen die Passagiere auf das Coronavirus getestet wurden, wie Alitalia und der Betreiber des römischen Flughafens Fiumicino mitteilten. Die Ankündigung folgt einer Verordnung des Gesundheitsministeriums, die Ende November erlassen wurde und bis zum 15. Februar in Kraft ist. Demnach können Passagiere, die zwischen Rom und einigen US-Städten fliegen, 48 Stunden vor Abflug und bei Ankunft am Flughafen auf das Coronavirus getestet werden. Damit kann die 14-tägige verpflichtende Quarantäne umgangen werden, die in Italien für Reisende aus dem Ausland gilt. Im September hatte Alitalia Covid-Tests bereits auf einigen Flügen zwischen Fiumicino und dem Mailänder Flughafen Linate ausprobiert.

14:42 Uhr

Irische Wirtschaft wächst wieder

Irland hat sich mit einem Rekordwachstum im dritten Quartal aus der Corona-Rezession befreit. Das Bruttoinlandsprodukt kletterte von Juli bis September um 11,1 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistikamt mitteilt. Zudem fiel das Minus im Frühjahr mit 3,2 Prozent nur knapp halb so stark aus wie zunächst ermittelt. Der Bereich Handel, Transport, Hotel- und Gastgewerbe legte in den Sommermonaten um 46,9 Prozent zu - hier hatte es zuvor auch die stärksten Einbrüche gegeben. Die von multinationalen Unternehmen dominierte Industrie wuchs um 4,6 Prozent. Für das Gesamtjahr 2020 sagt das Finanzministerium einen Rückgang der Wirtschaftsleistung von 3,5 Prozent voraus.

14:27 Uhr

Dax im Ruhemodus

Der Dax notiert im frühen Nachmittag kaum, liegt drei Punkte tiefer bei 13.248. "Der Dax bewegt sich gar nicht", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf. "Ich weiß nicht, ob wir uns wirklich Sorgen machen müssen: Nach oben geht nix, nach unten auch nicht", erläutert sie. "Offenbar sind alle Hoffnung auf einen möglichen Corona-Impfstoff bereits voll eingepreist und die konjunkturellen Sorgen im Zusammenhang mit einem verlängerten Teil-Lockdown noch nicht groß genug."

13:50 Uhr

Biontech-Aktien unter Druck

Ein Zeitungsbericht über Produktionsprobleme beim gemeinsam mit dem US-Pharmakonzern Pfizer entwickelten Coronavirus-Impfstoff setzt Biontech zu. Die Aktien der Mainzer Firma fallen zeitweise mehr als fünf Prozent und pendeln dann um ein Minus von etwa 2,5 Prozent. Die in Deutschland notierten Pfizer-Papiere verlieren 1,5 Prozent. Der US-Konzern hat nach eigenen Angaben das Lieferketten-Problem inzwischen gelöst.

Biontech
Biontech 85,59

13:27 Uhr

Hugo Boss ist weiter auf Erholungskurs

Hugo Boss liegen weiter auf Erholungskurs. Sie gewinnen rund ein Prozent auf 27,37 Euro, nachdem sie bereits am Donnerstag um 4 Prozent gestiegen waren. Zwar hat Stifel die Aktien laut Händlern am Freitag nur mit "Halten" eingestuft bei einem Kursziel von 25 Euro. Die Commerzbank sieht in Hugo Boss aber einen der Favoriten für das kommende Börsenjahr.

Hugo Boss
Hugo Boss 27,09

13:05 Uhr

US-Börsen fester erwartet

Nachdem die US-Börsen am Donnerstag zurückhaltend aus dem Handel gegangen sind, wird die Wall Street zum Ende der Handelswoche etwas fester erwartet. Der Terminkontrakt auf den Dow-Jones-Index steigt vorbörslich um 0,4 Prozent, der auf den breiteren S&P-500 legt ebenfalls um 0,4 Prozent zu.

Auch nach der enttäuschenden Meldung, dass Pfizer im laufenden Jahr aufgrund von Problemen in der Lieferkette voraussichtlich anstatt der geplanten 100 Millionen Dosen nur halb so viele Dosen ihres Corona-Impfstoffes ausliefern kann, ist die Grundstimmung weiter gut. Die Investoren setzten auf eine Erholung der Weltwirtschaft im kommenden Jahr. Auch gestiegene Hoffnungen, dass noch vor Weihnachten ein neues staatliches Hilfspaket für die US-Wirtschaft verabschiedet werden könnte, stützt das Sentiment. Auf dem Tisch liegt ein Kompromiss-Vorschlag in Höhe von rund 900 Milliarden Dollar.

12:27 Uhr

"Schwarze Liste": Trump heizt Handelskrieg mit China an

Wenige Wochen vor seinem Abgang facht US-Präsident Donald Trump den Streit zwischen den USA und China weiter an. Die US-Regierung setzt den größten chinesischen Chipkonzern SMIC sowie den Ölriesen CNOOC auf die Schwarze Liste mutmaßlicher chinesischer Militärunternehmen. Es wird erwartet, dass der Schritt die Spannungen zwischen beiden Ländern weiter verschärft.

Neben SMIC und CNOOC setzt das US-Verteidigungsministerium auch China Construction Technology sowie China International Engineering Consulting auf die Liste, auf der sich inzwischen 35 Unternehmen befinden. Ab November 2021 dürfen US-Investoren dann keine Wertpapiere von Firmen auf dieser Liste mehr kaufen. SMIC, das stark von Zulieferungen aus den USA abhängig ist, erklärte, die Entscheidung strikt abzulehnen. SMIC ist der größte Chipfertiger in der Volksrepublik, reicht aber nicht an Marktführer TSMC aus Taiwan heran.

11:07 Uhr

Primark stützt Mutterkonzern

Für Aktien von AB Foods geht es nach Veröffentlichung des Zwischenberichts 0,9 Prozent nach oben. Positiv werden Aussagen zur Geschäftsentwicklung bei Primark aufgenommen. Trotz des Lockdowns geht das Unternehmen davon aus, dass die Erlöse wie auch der Gewinn über dem Vorjahr ausfallen werden.

10:45 Uhr

Eisenerzpreis zieht auf Rekordhoch

Eine robuste Nachfrage aus China und die Furcht vor Angebotsengpässen hieven den Eisenerzpreis auf ein Rekordhoch. Der chinesische Terminkontrakt steigt um 4,5 Prozent auf 974 Yuan (149 Dollar) je Tonne. Der brasilianische Minenkonzern Vale hatte unter anderem wegen widrigen Wetters und Instandhaltungsarbeiten Eisenerz-Förderziele unter Markterwartungen veröffentlicht.

10:24 Uhr

Bitcoin flirtet mit 20.000er Marke

Bitcoin läuft sich für den Sprung über die 20.000er Marke warm. Die älteste und wichtigste Cyber-Devise notiert wenig verändert bei 19.374 Dollar. "Es herrscht die berüchtigte Ruhe vor dem Sturm", sagt Analyst Timo Emden von Emden Research. "Dass größere Rücksetzer bis dato verwehrt bleiben, könnte für eine baldige Fortsetzung der Kursrally sprechen."

10:05 Uhr

Industrie mit sechstem Auftragsplus in Folge

Die Auftragsbücher der deutschen Industrie haben sich im Oktober den sechsten Monat in Folge gefüllt und sind damit dicker als vor Krisenbeginn. Die Bestellungen wuchsen um 2,9 Prozent zum Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilt. Ökonomen hatten lediglich mit einem Plus von 1,5 Prozent gerechnet. Im September hatte es einen Zuwachs von revidiert 1,1 (bisher: 0,5) Prozent gegeben. Durch die Aufholjagd ist das Vorkrisenniveau inzwischen leicht übertroffen worden: Gemessen am Februar 2020, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland, liegen die Bestellungen um 0,8 Prozent höher.

"In den zurückliegenden Monaten hat sich die Nachfrage nach Industriegütern sowohl aus dem In- als auch aus dem Ausland weiter belebt", betont das Ministerium. Die Aufträge aus Deutschland legten im Oktober um 2,4 Prozent zu, die aus dem Ausland sogar um 3,2 Prozent. Dabei nahmen die Bestellungen aus der Euro-Zone um 0,5 Prozent zu, die aus dem restlichen Ausland um 4,8 Prozent.

09:26 Uhr

Analysten pushen Fraport

Nach einer Hochstufung durch die Experten der Deutschen Bank greifen die Anleger zu den Fraport-Aktien. Die Papiere legen im frühen Handel etwa 1,7 Prozent zu. Die Analysten erhöhten ihre Einstufung auf "Buy" von "Hold" und hoben das Kursziel auf 60 von 35 Euro an. Aktuell notieren Fraport bei 51,75 Euro.

Fraport
Fraport 46,12

09:07 Uhr

"Dax wird hin- und hergeschubst"

Nach einer Reihe leichter Verluste kann sich der deutsche Aktienmarkt auch zum Wochenschluss nicht aus diesem Negativtrend befreien. Der Dax startet 0,1 Prozent im Minus bei einem Stand von 13.245 Punkten. "Etwas schwächelnde Kurse in New York, dazu ein starker Euro, der bremst sowie die Nachricht von Pfizer über eine geringere Impfstoff-Auslieferung: Der Dax wird zwischen Freud und Leid hin- und hergeschubst", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Katja Dofel.

08:45 Uhr

Ölpreis reagiert auf Entscheidung der Opec

Der Ölpreis setzt nach der Einigung der Opec-Staaten und ihrer Verbündeten seinen Kursanstieg fort. Ein Barrel Nordseeöl der Sorte Brent verteuert sich um 2,5 Prozent auf 49,92 Dollar je Barrel (159 Liter) und kostet damit so viel wie seit Anfang März nicht mehr. Leichtes US-Öl steigt um zwei Prozent auf 46,56 Dollar. Die großen Erdöl-Exporteure einigten sich auf eine Lockerung ihrer Förderbremse und kündigten an, ihre Förderpolitik in regelmäßigen Abständen zu überprüfen. Die Fördermenge werde nur sehr langsam hochgefahren, sagt Thomas Altmann, Portfoliomanager bei der Vermögensverwaltung QC Partners. "Das ist ein positives Signal für den Ölpreis."

Brent Rohöl
Brent Rohöl 55,93

08:14 Uhr

Hoffen auf US-Hilfen: Asien-Börsen ziehen an

Die Hoffnung auf ein umfangreiches Hilfspaket für die US-Wirtschaft hat zum Wochenschluss für Kauflaune an den asiatischen Aktienmärkten gesorgt. Der MSCI-Index für die asiatischen Aktien ohne Japan legte zu. In Tokio notiert der 225 Werte umfassende Nikkei derzeit auf dem höchsten Niveau seit fast drei Jahrzehnten. Das nutzten Anleger zum Wochenschluss für Gewinnmitnahmen, das Barometer ging 0,2 Prozent schwächer bei 26.751,24 Punkten aus dem Handel.

Im US-Kongress kamen am Donnerstag Gespräche über ein gut 900 Milliarden Dollar schweres Hilfspaket voran. "Eine Vereinbarung vor dem Jahresende galt noch vor Kurzem als fast unmöglich, aber jetzt scheint es so zu sein, als ob ein Paket doch noch in Reichweite gerät", sagte Norihiro Fujito, Chefstratege bei Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities.

Auf die Stimmung drückten jedoch Sorgen, dass es noch länger dauern könnte, bis ausreichend Corona-Impfstoff zur Verfügung steht. Der US-Pharmakonzern Pfizer erklärte, es habe Schwierigkeiten bei der Lieferkette für seinen gemeinsam mit dem Mainzer Unternehmen Biontech Impfstoff gegeben, weswegen das Auslieferungsziel gesenkt worden sei. Diese Probleme seien inzwischen aber behoben.

07:59 Uhr

Dax-Anleger blicken gespannt auf Brexit-Gespräche und US-Arbeitsmarkt

In Erwartung der US-Arbeitsmarktdaten wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge kaum verändert starten. Am Donnerstag hatte er unter anderem wegen der aktuellen Stärke des Euro 0,5 Prozent auf 13.252,86 Punkte verloren. Die schwindende Wettbewerbsfähigkeit europäischer Waren auf dem Weltmarkt durch die Aufwertung der Gemeinschaftswährung wird den heimischen Börsen Experten zufolge noch eine Weile zu schaffen machen. Ein Ende der Euro-Stärke sei nicht in Sicht, weil die Aussicht auf eine Erholung der Weltwirtschaft dank der Marktzulassung von Coronavirus-Impfstoffen die Attraktivität des Dollar als "sicherer Hafen" schwinde.

Dax
Dax 13.815,06

Parallel dazu scheint Bewegung in den Streit um ein weiteres staatliches Hilfspaket für die US-Wirtschaft zu kommen. Dies könnte nicht nur das Wachstum, sondern auch die Inflation befeuern. Vor diesem Hintergrund warten Investoren besonders gespannt auf die US-Beschäftigtenzahlen. Sollten sie enttäuschen, steige der Druck auf die Politik in Washington, der Konjunktur schnell und entschieden unter die Arme zu greifen. Analysten rechnen für November mit dem Aufbau von 469.000 Stellen außerhalb der US-Landwirtschaft. Im Vormonat wurden noch 638.000 neue Jobs geschaffen.

Außerdem verfolgen Börsianer aufmerksam die Brexit-Verhandlungen, die knapp eine Woche vor dem nächsten EU-Gipfel in einer kritischen Phase sind. Ohne Einigung auf ein Handelsabkommen droht zum Jahreswechsel die Einführung gegenseitiger Zölle.

07:41 Uhr

VW-Chef Diess: "Will Vertrag bis 2023 erfüllen"

VW Vorzüge
VW Vorzüge 152,80

Volkswagen-Chef Herbert Diess rechnet in der Debatte über die Besetzung von Spitzenjobs bei dem Autobauer mit einer baldigen Lösung. "Ich bin zuversichtlich, dass wir in den nächsten Wochen eine Entscheidung hinbekommen", sagte er der "Wirtschaftswoche". Die Lage sei nicht einfach, dulde aber keinen weiteren Aufschub. Der Posten des Einkaufsvorstands sei schon längere Zeit unbesetzt. "Wir können uns das nicht mehr leisten, weil viele wichtige Entscheidungen anstehen", sagte Diess.

Bei Volkswagen müssen die Posten des Finanzvorstands und des Einkaufsvorstands neu besetzt werden. Zudem soll über eine mögliche vorzeitige Vertragsverlängerung für Konzernchef Diess entschieden werden. Das Präsidium des VW-Aufsichtsrates hatte diese Woche noch keine Entscheidung getroffen. Zuletzt gab es Spekulationen über die Zukunft von Diess beim weltgrößten Autohersteller. Der Vorstandschef soll sich von der Arbeitnehmerseite bei wichtigen Personalvorschlägen und beim beschleunigten Konzernumbau ausgebremst fühlen. "Die Personalien sind eine komplexe Sache, bei der die verschiedenen Stakeholder - der Betriebsrat, die Eigentümerfamilien, das Land Niedersachsen - mitgenommen werden wollen." Zu seiner Zukunft sagte Diess, sein Vertrag laufe noch bis 2023. "Und ich habe vor, diesen Vertrag zu erfüllen."

07:20 Uhr

Euro hält sich bei Zweieinhalbjahreshoch

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,22

Der Euro hält sich in der Nähe seines am Vortag erreichten zweieinhalbjährigen Höchststands. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,2155 US-Dollar und damit in etwa so viel wie im asiatischen Handel. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,2151 Dollar festgesetzt.

Der Euro hat in den vergangenen Wochen von mehreren Entwicklungen profitiert. In erster Linie kommt der Gemeinschaftswährung der schwache US-Dollar zugute. Die Weltreservewährung Dollar wird einerseits durch die Hoffnung auf baldige Corona-Impfungen belastet. Zum anderen ist er als sicherer Hafen weniger gefragt, weil in den USA die Möglichkeit eines neuen Konjunkturpakets besteht. Vor dem Wochenende steht mit dem Arbeitsmarktbericht aus den USA eine wichtige Konjunkturzahl an. Seit dem Corona-Einbruch im Frühjahr hat sich die dortige Lage tendenziell entspannt. Allerdings sind immer noch Millionen Arbeitnehmer ohne Job. Analysten rechnen mit einer weiteren Verbesserung.

07:07 Uhr

In Kanada festsitzende Huawei-Finanzchefin spricht mit USA über Deal

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Kann seit 2018 nicht aus Kanada ausreisen: Meng Wanzhou.

(Foto: REUTERS)

Die USA verhandeln mit der in Kanada festsitzenden Huawei-Finanzchefin über einen Deal, der Meng Wanzhou die Rückkehr von Kanada nach China erlauben würde. Im Gegenzug müsste die Managerin sich in einem Strafverfahren, das Pekings Beziehungen zu den USA und Kanada belastet hat, schuldig bekennen, wie informierte Personen sagten. Mengs Anwälte hätten in den vergangenen Wochen mit Vertretern des US-Justizministeriums über die Möglichkeit gesprochen, eine "Vereinbarung über eine aufgeschobene Strafverfolgung" zu erreichen.

Die Managerin war bereits 2018 auf Grundlage eines US-Haftbefehls bei einem Zwischenstopp in Vancouver festgenommen worden und ist inzwischen unter strengen Auflagen freigekommen, darf das Land aber nicht verlassen. Die US-Behörden werfen der ältesten Tochter des Huawei-Firmengründers Ren Zhengfei Bankbetrug im Zusammenhang mit Verstößen gegen die Iran-Sanktionen vor und verlangten ihre Auslieferung in die USA.

06:21 Uhr

Asiens Märkte verhalten sich so, als ob die Welt Covid-19 "überwunden hätte"

Nach den jüngsten Kurszuwächsen im Zuge der Corona-Impfstoff-Hoffnungen belasten Gewinnmitnahmen die Tokioter Börse. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,4 Prozent tiefer bei 26.690 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,2 Prozent und notierte bei 1772 Punkten. Die chinesische Börse in Shanghai lag 0,4 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 0,4 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 0,9 Prozent auf ein neues Rekordhoch.

Nikkei
Nikkei 28.523,26

"Die Aktienmärkte verhalten sich, als ob die Welt die Krankheit bereits überwunden hätte. Aber in Wirklichkeit wird es noch einige Zeit dauern, bis Impfstoffe jeden Winkel der Welt erreichen und die Infektionen zurückgehen", sagte Chefinvestmentstratege Norihiro Fujito beim Broker Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities. "Angesichts der rasanten Kursgewinne der vergangenen Monate wird es einige Gewinnmitnahmen geben. Dennoch denke ich nicht, dass der Markt schon seinen Höhepunkt erreicht hat."

Im asiatischen Devisenhandel blieb der Dollar fast unverändert bei 103,83 Yen und stagnierte bei 6,5417 Yuan. Zur Schweizer Währung notierte er kaum verändert bei 0,8909 Franken. Parallel dazu blieb der Euro fast unverändert bei 1,2140 Dollar und notierte kaum verändert bei 1,0818 Franken. Das Pfund Sterling stagnierte bei 1,3449 Dollar.

06:10 Uhr

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