Der Börsen-TagAgentur: Ausverkauf von US-Schulden bedroht Welt-Finanzsystem
Die Ratingagentur Scope rechnet nicht mit einem großangelegten Verkauf amerikanischer Staatsanleihen als Reaktion auf den Grönland-Konflikt. "Europäische Länder halten ebenso wie Japan und China große Bestände an ausstehenden US-Staatsanleihen", schrieb Scope-Analyst Eiko Sievert in einer Kurzanalyse, die Reuters vorlag. "Wir halten es jedoch für unwahrscheinlich, dass europäische Investoren als Reaktion auf die derzeitigen politischen Spannungen US-Anlagen in großem Stil und auf koordinierte Weise abstoßen würden." Dies liege am hohen Anteil, der sich im Besitz privater Investoren befinde. Sollte ein solches Szenario dennoch eintreten, könne das zudem zu riskanten Notverkäufen führen. "Dabei würden die eigenen Vermögenswerte der Investoren stark an Wert verlieren, was das globale Finanzsystem, in dem sie agieren, destabilisieren würde."
Angesichts der zunehmenden politischen Unsicherheit in den USA dürften Investoren ihre US-Bestände jedoch wahrscheinlich weiter schrittweise diversifizieren. "In Verbindung mit der wachsenden Staatsverschuldung der USA kann dies zu einem Aufwärtsdruck auf die Risikoprämien für künftige Anleiheemissionen führen", betonte Sievert. "Dies erhöht die Anfälligkeit der Staatsfinanzen, da die Zinsaufwendungen weiter steigen."
Der dänische Pensionsfonds AkademikerPension hatte gestern angekündigt, seine gesamten Bestände an US-Staatsanleihen im Wert von rund 100 Millionen Dollar zu verkaufen.