Rund 100 Millionen DollarDänischer Fonds stößt sämtliche US-Staatsanleihen ab

US-Präsident Trump und Dänemark streiten sich um Grönland. Auch aus der EU kommt massive Kritik an den USA. Nun trennt sich ein dänischer Pensionsfonds von seinen US-Staatsanleihen. Ein direkter Zusammenhang mit den Spannungen soll jedoch nicht bestehen.
Der dänische Pensionsfonds AkademikerPension will inmitten des Streits um Grönland seine gesamten Bestände an US-Staatsanleihen verkaufen. Es handele sich um Papiere im Wert von rund 100 Millionen Dollar, teilte der Fonds in Kopenhagen mit. Der Verkauf solle bis Ende des Monats abgeschlossen sein. "Die Entscheidung wurzelt in den schlechten US-Staatsfinanzen, die uns zu dem Schluss bringen, dass wir uns um einen alternativen Weg für unser Liquiditäts- und Risikomanagement bemühen müssen", betonte Investmentdirektor Anders Schelde in einer schriftlichen Erklärung.
AkademikerPension erklärte zwar, dass die Entscheidung keine politische Aktion im Zusammenhang mit dem Streit zwischen Dänemark und den USA wegen Grönland sei. Schelde fügte jedoch hinzu: "Es steht also nicht in direktem Zusammenhang mit dem anhaltenden Zerwürfnis zwischen den USA und Europa, aber natürlich hat das die Entscheidung nicht erschwert." Damit spielte er auf die politischen Spannungen an, die die Beziehungen belastet haben.
AkademikerPension verwaltet nach den Angaben auf seiner Webseite zufolge ein Vermögen von insgesamt 164 Milliarden Dänischen Kronen. Dies entspricht umgerechnet knapp 26 Milliarden Dollar oder etwa 22 Milliarden Euro. Der Verkauf der US-Anleihen betrifft damit einen vergleichsweise kleinen Teil des Gesamtportfolios, hat aber eine hohe symbolische Bedeutung.
Im Streit um Grönland hatte US-Präsident Donald Trump höhere Zölle gegen Dänemark, Deutschland, Norwegen, Schweden, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Finnland angekündigt. Die Zölle würden zunächst ab dem 1. Februar zehn Prozent betragen, schrieb Trump auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social. Ab dem 1. Juni sollen sie auf 25 Prozent steigen, wenn kein Abkommen über einen US-Kauf der dänischen Arktisinsel erzielt werde. Auch einen Militäreinsatz hat er nicht ausgeschlossen.