Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagBafin bestraft Softwarefirma TeamViewer

20.07.2026, 11:08 Uhr

Bei den Einzelwerten geben die Aktien von TeamViewer um rund ein halbes Prozent nach. Die Finanzaufsicht BaFin hat eine Geldbuße von 240.000 Euro gegen das schwäbische Softwareunternehmen wegen Insiderinformationen im Zusammenhang mit einer Cyber-Attacke verhängt.   

Die BaFin kam zu dem Schluss, dass der Anbieter von Fernsteuerungs- und Fernwartungs-Software einen Cyber-Angriff vor gut zwei Jahren den Investoren unverzüglich in einer Ad-hoc-Mitteilung hätte mitteilen müssen. Das sei ein Verstoß gegen die Marktmissbrauchsverordnung (MAR). TeamViewer hatte den Angriff zunächst nur auf der Homepage in einer Mitteilung an die Kunden veröffentlicht. Die Attacke hatte die Aktie zeitweise um zehn Prozent gedrückt. 

Die BaFin hält schwerwiegende Cyber-Vorfälle in aller Regel für ad-hoc-pflichtig, weil der Kapitalmarkt darauf sensibel reagiert. Ein TeamViewer-Sprecher erklärte, man habe den Vorfall im Juni 2024 "sorgfältig auf das Vorliegen einer ad-hoc-relevanten Information geprüft". Man habe sich damals aber entschieden, alle wichtigen Informationen über das "TeamViewer Trust Center" auf der Homepage zu veröffentlichen, was den Gepflogenheiten im Technologiesektor entspreche. 

Hinter dem Hackerangriff hatte TeamViewer die russische Hackergruppe APT29 vermutet, die auch als "Midnight Blizzard" auftritt und angeblich im Auftrag der russischen Regierung handelt. Letztlich sei diese aber nur in das interne IT-System eingedrungen und habe dort Namen, Kontaktinformationen und vertrauliche Passwörter der Belegschaft abgesaugt. 

Quelle: ntv.de