Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagCrasht Powell die DAX-Rekordlaune?

06.03.2024, 06:30 Uhr

Den leichten Verlusten zum Wochenauftakt hat der DAX im Dienstagsgeschäft weitere Abschläge folgen lassen. Allerdings notiert der deutsche Börsenleitindex nach wie vor mit 17.698 Zählern um die 17.700er-Marke und damit sowohl in Reichweite der 18.000er-Schwelle, als auch in der Nähe seines in der Vorwoche erzielten Allzeithochs. Positive Impulse für den DAX könnten heute von Konjunktur- und Unternehmensseite kommen.

Am Morgen stehen bereits die deutschen Außenhandelszahlen für Januar an. Experten erwarten, dass die Ausfuhren zum Vormonat um 1,5 Prozent zugelegt haben. Im Dezember waren die Warenexporte laut Statistischem Bundesamt um 4,6 Prozent eingebrochen - der größte Rückgang seit einem Jahr.

Am Vormittag legt das Münchner IFO-Institut seine Frühjahrsprognose vor. Im Dezember hatten die Forscher um Ifo-Präsident Clemens Fuest noch ein Plus beim deutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP) für 2024 von 0,9 Prozent vorhergesagt. Doch eine Abwärtsrevision scheint wahrscheinlich: Die Bundesregierung rechnet beispielsweise nur noch mit einem kleinen Zuwachs von 0,2 Prozent. Die trübe Stimmung in den Chefetagen der Wirtschaft hat sich im Februar zwar leicht aufgehellt. Dennoch bewegt sich Deutschland etwa wegen sinkender Investitionen und der Bau-Flaute am Rande einer Rezession.

Anleger sollten aber auch in Richtung USA blicken: Zwei Wochen vor dem Zinsentscheid in den USA steht Notenbank-Chef Jerome Powell Abgeordneten im Repräsentantenhaus Rede und Antwort. In der halbjährlichen Anhörung vor einem Parlamentsausschuss wird er voraussichtlich bekräftigen, dass es im März noch zu früh für eine Zinssenkung sein dürfte. Mit Spannung erwarten Investoren Hinweise darauf, ob eine geldpolitische Lockerung bei nachlassendem Inflationsdruck zur Jahresmitte ins Blickfeld der Währungshüter rückt.

Auf Unternehmensseite rücken die Zahlen von DHL in den Blick: Der weltweit aktive Logistiker hat nach den Rekordjahren durch den Sonder-Boom in der Corona-Krise bei Umsatz und Gewinn im vergangenen Jahr voraussichtlich Rückgänge verbucht. Die Jahreszahlen für 2023 werden zeigen, wie diese Normalisierung der Geschäfte ausfällt und welche Auswirkungen das auf die Dividende hat. Der neue DHL-Chef Tobias Meyer dürfte auch skizzieren, wie er sich die künftige Geschäftsentwicklung vorstellt. Bereits im vergangenen November hatte DHL die Prognosen zusammenstreichen müssen. Für das Jahr 2025 rechnet der Konzern mit einem operativen Ergebnis zwischen 7,0 und 8,0 Milliarden Euro - statt mehr als acht Milliarden Euro. 2022 hatte die Post hier 8,4 Milliarden Euro verdient. Weitere Wochentermine finden Sie hier.