Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagDAX-Anlegern klingeln die Ohren

31.07.2024, 06:30 Uhr

Der DAX ist zurück im Rennen: Der deutsche Börsenleitindex, der negativ in die neue Handelswoche gestartet war, hat diese Scharte direkt ausgemerzt und gestern 0,5 Prozent auf 18.411 Punkte zugelegt. Inflations- und Wirtschaftsdaten aus Deutschland, mehreren führenden EU-Ländern und dem Euroraum selbst bewegten den Index. Eine positive Wall Street gab es auch.

Heute dreht sich dann (fast) alles um die Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), die am Abend MESZ verkündet wird. Die Fed dürfte nach Ansicht des Marktes die Füße dabei noch stillhalten. Viele Investoren warten allerdings auf Signale für eine baldige Zinssenkung. Die Federal Reserve will die hohe Inflation dämpfen. Sie hat dazu den Leitzins seit Anfang 2022 von nahe null auf eine Spanne von 5,25 bis 5,50 Prozent gehievt und hält ihn seit geraumer Zeit konstant. Mit rückläufiger Inflation könnte aus Expertensicht der Zeitpunkt für die Wende bald gekommen sein. In einer aktuellen Reuters-Umfrage sagten 82 von 100 befragten Ökonomen einen ersten Schritt nach unten im Umfang von einem Viertel-Prozentpunkt für September voraus.

Bereits am Morgen berät die japanische Notenbank über eine Zinserhöhung. Laut Insidern ist es eine Ermessensfrage, ob sie nun schon oder erst im späteren Jahresverlauf kommt. Die Bank of Japan (BOJ) hatte im März den historischen Ausstieg aus ihrem massiven Stützungsprogramm für die Wirtschaft gewagt und erstmals seit 17 Jahren die Zinsen erhöht. Auf ihrer Sitzung im Juni beließ sie die Zielspanne von 0,0 bis 0,1 Prozent für die kurzfristigen Zinsen. Die BOJ kündigte zugleich an, im Juli einen detaillierten Plan zur Verringerung ihrer umfangreichen Anleihenkäufe vorzulegen.

Am Vormittag veröffentlicht das EU-Statistikamt die vorläufigen Daten zu den Verbraucherpreisen im Euroraum. Ökonomen erwarten, dass die Teuerungsrate im Juli auf dem Vormonatswert von 2,5 Prozent verharren wird. Das Ziel der Europäischen Zentralbank liegt bei zwei Prozent. An den Finanzmärkten wird auf eine Zinssenkung im September spekuliert. Die EZB hatte im Juni die Zinswende nach unten vollzogen und den weiteren Kurs von der Datenlage abhängig gemacht.

Und auch in der Berichtssaison geht es wieder rund: Neben der Lufthansa und T-Mobile legt auch der pannengeplagte Airbus-Rivale Boeing Geschäftsdaten vor: 13 Prozent Umsatzminus und ein erneuter Verlust – das sind die Erwartungen der Analysten, wenn der US-Flugzeugbauer Boeing am Mittwoch seine Quartalszahlen vorlegt. Doch das wahre Interesse gehört der Frage, wer - spätestens zum Jahreswechsel – neuer Boeing-Chef wird. Amtsinhaber Dave Calhoun hat nach einer Serie von Pannen und Produktionsfehlern seinen Rücktritt angekündigt. Zu den Kandidaten zählen neben COO Stephanie Pope, Aufsichtsratschef Steve Mollenkopf und dem Chef des Zulieferers Spirit AeroSystems, Pat Shanahan einem Bericht zufolge auch der ehemalige Chef von Rockwell Collins, Kelly Ostberg.

Bei der Facebook-Mutter Meta dreht sich auch bei den aktuellen Quartalsergebnissen alles um das Thema Künstliche Intelligenz (KI). Vor wenigen Tagen hatte Meta die neueste Version dieser Software vorgestellt. Auf Druck der europäischen Regulierer bietet das Unternehmen seinen KI-Assistenten in Europa vorerst nicht an. Gleichzeitig arbeitet der US-Konzern nach eigenen Angaben an einer speziell auf Europa zugeschnittenen KI-Version.

Die komplette Terminübersicht für diese Woche finden Sie hier.

Quelle: ntv.de