Der Börsen-TagDAX hat es mit dem "Super-Mittwoch" zu tun
Nach dem schwachen Wochenstart ist der deutsche Aktienmarkt am Dienstag erneut ins Minus gerutscht. Der DAX fiel zeitweise unter die 18.300-Punkte-Marke. Nun sich nun die Blicke auf den heutigen "Super-Mittwoch". Erstmals seit Juni 2020 stehen neue US-Inflationsdaten und eine Sitzung der US-Notenbank am selben Tag auf dem Terminkalender. Im Vorfeld dürften sich die Anleger wohl zurückhalten.
"Es gibt eine ungewöhnliche Menge an Angst um diese Zahlen und um die Fed-Sitzung, insbesondere nach dem Beschäftigungsbericht am Freitag", konstatierte Thomas Hayes, Vorsitzender der Private-Equity-Gesellschaft Great Hill Capital LLC. Überraschend starke offizielle US-Jobdaten hatten vergangene Woche neue Sorgen über den geldpolitischen Kurs der Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell geschürt. Die Notenbanker versuchen, mit erhöhten Zinsen die Inflation einzudämmen und den heiß gelaufenen Arbeitsmarkt abzukühlen.
Die Federal Reserve dürfte auf der anstehenden Sitzung an der Hochzinspolitik festhalten. Der Schlüsselsatz wird somit voraussichtlich in der Spanne von 5,25 bis 5,50 Prozent bleiben. Führende Vertreter der Fed haben wegen der zähen Inflation signalisiert, dass noch mehrere Monate vergehen dürften, bevor an eine Zinswende zu denken ist. Die Fed gibt ihren Zinsentscheid um 20.00 MESZ bekannt.
An den Finanzmärkten werden auch die Daten zu den US-Verbraucherpreisen im Mai mit Spannung erwartet. Experten rechnen damit, dass die Inflationsrate auf dem Vormonatsniveau von 3,4 Prozent verharren dürfte. Ein solcher Wert ist noch relativ weit weg vom Ziel der US-Notenbank, die eine Inflationsrate von zwei Prozent anstrebt.
Am Ende zurück nach Europa: Trotz aller Warnungen aus der Wirtschaft wird die EU-Kommission wohl noch in dieser Woche Strafzölle für Elektrofahrzeuge aus China bekanntgeben. Die Kommission wirft der Volksrepublik vor, mit Subventionen für E-Autobauer den Wettbewerb zu verzerren. Analysten rechnen mit Zollaufschlägen von zehn bis 25 Prozent auf den geltenden allgemeinen Zollsatz von zehn Prozent. Aus der europäischen Autoindustrie gibt es dafür wenig Unterstützung. Insbesondere die deutschen Autobauer sind stark vom Absatz in China abhängig - und fürchten daher Vergeltungsmaßnahmen aus Peking.
Die komplette Terminübersicht für diese Woche finden Sie hier.