Der Börsen-TagDAX hat "ordentlich Potenzial zu korrigieren"
Der Weg zu neuen DAX-Rekorden dürfte nach Meinung von Strategen holprig werden. Mit Müh und Not hatte der deutsche Leitindex in der alten Woche erstmals seit Ende August den Sprung über die psychologisch wichtige 16.000-Punkte-Marke geschafft. Experten zweifeln jedoch daran, dass der deutsche Leitindex nun ohne Umschweife auf sein bisheriges Rekordhoch von 16.528,97 Zählern zusteuern wird. Sollte in den nächsten Tagen Katerstimmung auftreten, habe der DAX ordentlich Potenzial zu korrigieren, sagt Frank Sohlleder von ActivTrades. Denn während die Weltwirtschaft weiter wachse, taumele die deutsche Wirtschaft und es müsse weiterhin von einer Rezession ausgegangen werden.
Im November legte der DAX bislang gut acht Prozent zu - angefacht wurde die Rally vor allem von der Hoffnung auf baldige Zinssenkungen der US-Notenbank Fed im nächsten Jahr. In den vergangenen Tagen hat sich die Dynamik am deutschen Aktienmarkt allerdings etwas verlangsamt. Der Leitindex kommt auf Wochensicht auf ein Plus von etwa ein Prozent. Damit sichert sich der DAX die vierte Gewinnwoche in Serie und auch die 16.000er-Marke, denn er schloss am Freitag mit 16.029 Zählern. Aber: Damit er die 16.000-Punkte-Schwelle nachhaltig überschreite, fehle es aktuell an guten Nachrichten und überzeugten Käufern, sagt Thomas Altmann von QC Partners.
Für Unsicherheit sorgt vor allem der Blick auf die Konjunktur. Die deutsche Wirtschaft steht nach dem schwachen Abschneiden im dritten Quartal vor einer neuen Rezession. Zusätzliche Bauchschmerzen bereitet auch die aktuelle Haushaltskrise in Berlin. Laut Robert Grundke, Experte des Industriestaatenklubs OECD, könnte es die Konjunktur der gesamten Europäischen Union belasten, wenn in Deutschland in den nächsten Jahren weniger Investitionen und Ausgaben getätigt würden, weil weniger Geld zur Verfügung stehe. Am Mittwoch stellt die OECD mit ihrem Wirtschaftsausblick ihre aktuelle Konjunkturprognosen vor. Diese umfassen detaillierte Analysen für die OECD-Mitgliedsländer, G20-Staaten und Partnerländer.
Terminlich deutet sich zunächst ein ruhiger Start in die neue Handelswoche an. Am Morgen stehen hierzulande ausführliche Geschäftszahlen von Siemens Healthineers auf der Agenda. Am Nachmittag werden in den USA Daten zu den Neubauverkäufen veröffentlicht. Weitere Wochentermine finden Sie hier.