Der Börsen-TagDAX im Negativsog von Bankenkrise und Rezessionsängsten
Zur Wochenmitte verabschiedet sich der DAX mit einem Verlust von 0,5 Prozent und 15.796 Punkten aus dem Handel. Trotz überzeugender Quartalsberichte hierzulande und auch vonseiten der "Big Techs" an der Wall Street, überwiegen die Sorgen um den US-Bankensektor. Der Grund: Zahlen der First Republic Bank. Auch die Kurse an der Wall Street geben im Mittwochsgeschäft nach. Zum Start in den heutigen Handel könnte sich der deutsche Börsenleitindex dennoch im Bereich knapp über der 15.800er-Marke bewegen, wie aktuelle Taxierungen zeigen.
Konjunkturseitig steht das Wochenhighlight am Nachmittag an: die erste Schätzung zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Sie wird zeigen, wie es um die US-Ökonomie, die größte Volkswirtschaft der Welt, bestellt ist. Experten gehen für das erste Quartal im Schnitt von einem Rückgang auf 2,0 Prozent aus, nach 2,6 Prozent im vierten Quartal.
Daneben gibt es aber auch eine Flut von Quartalsberichten: Im DAX öffnen etwa BASF und die Deutsche Bank sowie RWE ihre Bücher: Die Zahlen zum ersten Quartal der Deutschen Bank werden zeigen, wie sich die Sorgen um eine neue Bankenkrise auf das Geschäft von Deutschlands größtem Geldhaus ausgewirkt haben. Viele große Konkurrenten hatten dank der Zinserhöhungen durch die Zentralbanken ihre Gewinne steigern können. Bei der Deutschen Bank rechnen Analysten mit einem Nettogewinn von rund einer Milliarde Euro. Zudem werden Aussagen zu möglichen Sparmaßnahmen erwartet. Wegen der gestiegenen Kosten wolle die Deutsche Bank Stellen im Infrastrukturbereich und im Privatkundengeschäft streichen, hatte eine mit der Angelegenheit vertraute Person berichtet. Zudem solle der Vorstand von zehn auf neun Mitglieder verkleinert werden.
Zahlreiche deutsche Nebenwerte lassen sich ebenfalls in ihre zurückliegenden Geschäftsentwicklungen schauen. So veröffentlichen beispielsweise DWS, Kion, Hellofresh, Aixtron, LPKF Laser, Kuka oder Vossloh Zahlen. Zur Hauptversammlung laden Continental, Software AG oder auch Deutz oder Gea.
Daneben präsentieren auch zahlreiche internationale Großkonzerne ihre Geschäftsberichte, darunter unter anderem Schneider Electric, Sanofi, Astrazeneca, Barclays, Air Liquide oder Pernod-Ricard. Am Mittag und Nachmittag folgen Honeywell, American Airlines, Mastercard und Merck & Co. Nach US-Börsenschluss legen neben Amgen noch die US-Tech-Schwergewichte Intel und Amazon Ergebniszahlen vor.