Der Börsen-Tag

Der Börsen-Tag DAX steht einer regelrechten Zahlenflut gegenüber

15.05.2024, 06:30 Uhr

An den europäischen Aktienmärkten hat sich am Dienstag keine einheitliche Tendenz durchgesetzt. Der DAX konnte sich mit einem Minus von 0,1 Prozent auf 18.716 Punkte knapp behaupten, MDAX und SDAX zogen dagegen deutlich an. Dabei profitierten allerdings auch sie vor allem von ausgewählten Einzelwerten. "Gesamtmarktstrategien sind fehl am Platz", so ein Marktteilnehmer. "Das ist ein Markt für Stockpicker", ergänzte er.

Heute gibt es für den DAX ein volles Programm. Die fünf Wirtschaftsweisen stellen mit dem Frühjahrsgutachten ihre neuen Konjunkturprognosen für Deutschland vor. Bislang geht der Sachverständigenrat von einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 0,7 Prozent aus. Die Bundesregierung etwa rechnet nur mit einem Plus von 0,3 Prozent.

Der Blick geht auch über den Atlantik. Die US-Regierung veröffentlicht die Daten zur Inflationsentwicklung im April. Im März waren die Verbraucherpreise um 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Sinkt die Teuerungsrate, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung noch in diesem Jahr durch die Notenbank Fed.

Und die Berichtssaison erreicht ihren Höhepunkt. Die Commerzbank wird ihre Ergebnisse für das Auftaktquartal 2024 veröffentlichen. Nach dem Gewinnsprung 2023 achten Analysten vor allem darauf, wie die Bank angesichts der erwarteten EZB-Zinswende beim Zinsüberschuss abschneiden wird. Beim Ertrag vor Risikovorsorge im ersten Quartal rechneten die vom Geldhaus befragten Experten zuletzt mit 2,74 Milliarden Euro. Im Fokus dürfte zudem der Ausblick für das Gesamtjahr stehen.

Im Fokus steht auch Thyssenkrupp. Der größte deutsche Stahlkonzern legt seine Ergebnisse für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2023/24 vor. Thyssenkrupp machen die gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten zu schaffen. Die Anleger dürften ihre Blicke insbesondere auf das geplante Stahl-Joint-Venture richten, das Sparprogramm Apex und den möglichen Verkauf der Marine-Sparte.

Die beiden größten deutschen Energiekonzerne RWE und Eon veröffentlichen ihre Zwischenberichte. Nach dem vergangenen Boomjahr müssen sie mit Einbußen kämpfen. RWE-Chef Markus Krebber und Eon-Kollege Leonhard Birnbaum sehen sich als Treiber der Energiewende. Die Versorger bauen ihre Ökostrom-Geschäfte mit zweistelligen Milliardeninvestitionen voran.

Der Pharma- und Technologiekonzern Merck KGaA liefert ebenfalls Quartalszahlen. Analysten erwarten im Schnitt einen Rückgang des bereinigten operativen Gewinns (EBITDA) auf 1,36 Milliarden Euro nach 1,6 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Doch Vorstandschefin Belen Garijo hat prognostiziert, dass Merck 2024 wieder zulegen will. Der Umsatz und das bereinigte operative Ergebnis sollen organisch leicht bis moderat zulegen, hatte sie zuletzt in Aussicht gestellt.

Die komplette Terminübersicht für diese Woche finden Sie hier.

Quelle: ntv.de