Der Börsen-TagDAX steuert auf katastrophale Woche zu
Der DAX steuert auf eine verlustreiche Woche zu. Das Wochenminus beträgt nach vier Handelstagen bislang fast vier Prozent. Allein im Donnerstagsgeschäft gab der deutsche Börsenleitindex 2,6 Prozent ab, schloss bei 15.529 Punkten. Das Tagestief lag sogar mit 15.496 Zählern unter der 15.500er-Marke. Vor zwei Wochen hatte der DAX mit 16.427 noch ein neues Allzeithoch markiert. Auch an der Wall Street fielen die Kurse. Sorgen um die Konjunktur, der Handelsstreit zwischen den USA und China und weitere im Raum stehende Zinserhöhungen verstimmten die Anleger.
An der Themenlage ändert sich auch zum Wochenschluss nichts. Am Morgen bereits veröffentlicht das Statistische Bundesamt die Zahlen zur deutschen Produktion im Mai. Analysten rechnen mit einer Stagnation, nachdem die deutschen Unternehmen ihre Fertigung im April wieder leicht hochgefahren hatten. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 0,3 Prozent mehr her als im Vormonat. Im März hatte es noch ein dickes Minus von 2,1 Prozent gegeben. Nun wird sich zeigen, ob sich die Industrieproduktion Mitte des zweiten Quartals weiter erholt hat oder nicht.
Am Nachmittag blicken die Anleger dann in die USA. Dort präsentiert die Regierung den Arbeitsmarktbericht für Juni. Experten erwarten einen weiterhin soliden Stellenaufbau von 225.000, nachdem im Mai 339.000 Jobs geschaffen wurden. Einer Faustregel folgend ist bereits ein Plus von 70.000 bis 100.000 Jobs pro Monat ausreichend, um die wachsende US-Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter mit Jobs zu versorgen. Die Entwicklung am Arbeitsmarkt ist mitentscheidend für die Zinspolitik der US-Notenbank Fed. Sie hatte im Juni eine Zinspause eingelegt. Zuvor hatte sie in einem Eilmarsch den Leitzins auf eine Spanne von 5,0 bis 5,25 Prozent angehoben, um die hohe Inflation einzudämmen und den heiß gelaufenen Arbeitsmarkt abzukühlen.
Von Unternehmensseite wartet bereits am Morgen das Highlight des Tages: Die Wasserstoff-Tochter von Thyssenkrupp, Nucera, feiert ihr Börsendebüt. Es ist die erste Neuemission an der Frankfurter Börse seit fast genau fünf Monaten. Mit 20 Euro hatten Nucera und die begleitenden Banken den Ausgabepreis für die Aktien vorsichtig angesetzt. Mit einem Emissionsvolumen von 605 Millionen Euro sei es trotzdem "der größte globale Wasserstoff-Börsengang aller Zeiten", sagte Nucera-Chef Werner Ponikwar. Nun wird mit Spannung erwartet, wie der Anlagenbauer für die Produktion von grünem Wasserstoff sich an der Börse entwickelt. Zuletzt hatten Investoren mit vielen Neuemissionen Geld verloren. Weitere Wochentermine finden Sie hier.