Der Börsen-Tag"Das muss man den Chinesen sehr deutlich machen"
Top-Ökonom Michael Hüther hat Bundeskanzler Friedrich Merz vor dessen Gesprächen mit der chinesischen Führung zu klaren Ansagen aufgerufen. "Er sollte adressieren, dass unfaire Handelspraktiken keinen langen Atem haben, sondern Gegenmaßnahmen provozieren. Das muss man den Chinesen sehr deutlich machen", sagte der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Friedrich Merz sollte sich in Peking nicht ins Bockshorn jagen lassen, was er vermutlich auch nicht tut." Merz trifft heute zunächst den chinesischen Ministerpräsidenten Li Qiang, bevor er von Staatspräsident Xi Jinping zu einem Vieraugengespräch empfangen wird.
Hüther sagte der Zeitung: "Herr Merz kann in Peking ein selbstbewusstes Gespräch auf Augenhöhe führen. Deutschland und China sind die beiden großen Gewinner der Globalisierungsphase seit den 80er/90er Jahren. Und beide Länder stehen jetzt vor erheblichen strukturellen Herausforderungen. Gemeinsam geht das besser." Auf chinesischer Seite nannte der IW-Direktor "die dramatische Alterung der Gesellschaft, die Fehlallokation von Kapital, die Probleme im Immobiliensektor" sowie "eine Überproduktionskrise" vor allem bei E-Autos.