Der Börsen-Tag Das wird heute für den DAX wichtig
Seit seinem Hoch zum Wochenstart hat der DAX bereits rund 600 Punkte abgegeben. Am Donnerstag schloss er 0,8 Prozent leichter bei 15.889 Punkten. Für Gegenwind sorgten unter anderem schwache Konjunkturdaten aus der Eurozone sowie der steigende Ölpreis.
Heute wird das Augenmerk der Marktteilnehmer erneut auf Wasserstandsmeldungen aus den USA liegen. Die US-Regierung veröffentlicht den wichtigen und bereits mit Spannung erwarteten Arbeitsmarktbericht für Juli. Experten prognostizieren eine weitere leichte Abkühlung des heiß gelaufenen Jobmarkts. Sie rechnen mit einem Aufbau von 200.000 Stellen, nach 209.000 im Juni. Einer Faustregel folgend ist bereits ein Plus von 70.000 bis 100.000 Jobs pro Monat ausreichend, um die wachsende US-Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter mit Jobs zu versorgen.
Auch aus Deutschland werden Hinweise zur Lage der Konjunktur erwartet: Das Statistische Bundesamt legt die Daten zu den Industrieaufträgen im Juni vor. Volkswirte rechnen damit , dass die Bestellungen zum Vormonat um 2,0 Prozent zurückgegangen sind. Dies wäre ein herber Rückschlag: Die deutsche Industrie hatte im Mai den stärksten Auftragszuwachs seit fast drei Jahren verbucht. Die Bestellungen legten um 6,4 Prozent zum Vormonat zu. Das war das größte Plus seit Juni 2020. Trotz des unerwartet guten Abschneidens bleibt die Lage der Industrie schwierig, die unter weltweit gestiegenen Zinskosten und einer globalen Konjunkturflaute leidet.
Von Unternehmensseite gibt es Zahlen von der Commerzbank. Analysten rechnen für das zweite Quartal mit einem Nettogewinn von 538 Millionen Euro, was klar über dem Vorjahreswert von 470 Millionen Euro liegen würde. Dabei profitierte das Bankhaus den Experten zufolge von den kräftig gestiegenen Zinsen im Euroraum. Beobachter rechnen damit, dass die Risikovorsorge für Kreditausfälle im Vorjahresvergleich gesunken ist. Mit Spannung wird erwartet, ob Konzernchef Manfred Knof die Gewinnziele für das laufende Jahr bestätigt.
Und so hat sich die Wall Street am Vortag geschlagen:
Auskunft über die Lage in der kriselnden Immobilienbranche könnte Deutschlands größtes Immobilien-Unternehmen Vonovia geben. Analysten dürften vor allem darauf schauen, ob Vonovia weitere Abschreibungen angesichts gesunkener Preise auf sein Immobilien-Portfolio vornehmen muss. Der Verschuldungsgrad (LTV) könnte dann weiter steigen – er lag zuletzt bei rund 45,4 Prozent und damit oberhalb der vom Vorstand angestrebten Spanne von 40 bis 45 Prozent. Vorstandschef Rolf Buch hat milliardenschwere Immobilien-Pakete zum Verkauf gestellt, um die Verschuldung des Konzerns zu drücken. Die Immobilien-Wirtschaft kämpft mit den Folgen hoher Zinsen, gestiegener Baukosten und explodierender Materialpreise.
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