Der Börsen-TagDas wird heute für den Dax wichtig
Der "Super-Donnerstag" ist da: Gespannt warten die Anleger heute auf die US-Inflationsdaten und die geldpolitischen Beratungen der EZB. Am Mittwoch hatte das Warten auf beide Termine den Handel regelrecht gelähmt. Der Dax büßte bei dünnen Umsätzen 0,3 Prozent auf 15.581 Punkte ein.
Bei der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank wird sich die Diskussion voraussichtlich auch um eine Drosselung der Wertpapierkäufe drehen. Zur Entscheidungshilfe werden den Euro-Wächtern auf der Sitzung neue Inflations- und Wachstumsprognosen der Notenbank-Volkswirte vorliegen. Experten rechnen jedoch kurzfristig nicht mit großen geldpolitischen Änderungen.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte zuletzt, die Wirtschaft der Euro-Zone sei auf ihrem Weg aus der Virus-Krise heraus immer noch auf kräftige geldpolitische Hilfen angewiesen. Im März hatte die EZB beschlossen, das Tempo bei den Anleihekäufen im zweiten Quartal zu steigern.
Bei den Konjunkturdaten richten Anleger ihr Hauptaugenmerk auf die US-Inflationsdaten für Mai. Im Vormonat hatte eine Rate von 4,2 Prozent die Investoren in Aufruhr versetzt. Für Mai wird im Jahresvergleich ein Anstieg der Teuerung auf 3,4 von drei Prozent erwartet. Selbst wenn der Preisdruck größer ausfalle, sei aber nicht mit größeren Kursausschlägen zu rechnen, prognostiziert Commerzbank-Analystin Antje Praefcke. Vor den geldpolitischen Beratungen der US-Notenbank Fed in der kommenden Woche werde sich niemand aus dem Fenster lehnen können.
Kurzfristig sollten sich Anleger "keine allzu großen Sorgen um eine Verknappung der Geldmenge machen", sagt Anlagestratege Marcus Hüttinger vom Vermögensverwalter Gane. "US-Finanzministerin Janet Yellen und Fed-Chef Jerome Powell haben mehrfach betont, dass der aktuelle Inflationsanstieg zu erwarten gewesen wäre und einen nur temporären Charakter aufweise." Außerdem werde die US-Notenbank einen geldpolitischen Schwenk behutsam kommunikativ vorbereiten. Die Fed-Führung trifft sich am 16. Juni wieder zu Beratungen.
"Es ist gut möglich, dass die sommerliche Ruhe an der Börse durch die eine oder andere Überraschung gestört wird", sagt Jochen Stanzl, Analyst von CMC Market. "Die Inflationsdaten aus China zeigen allerdings das, was in den vergangenen Wochen schon zu beobachten war: Die Inflation ist da, aber es gibt seit längerem keine deutlichen Ausschläge mehr nach oben. Es scheint, als pendle sich die Teuerung weltweit auf einem höheren Niveau ein."
Den Börsen-Tag vom Mittwoch noch einmal zum Nachlesen finden Sie hier.