DAX geht weiter kräftig runter - Fällt bald die 15.000er Marke?
Am deutschen Aktienmarkt ist es weiter kräftig nach unten gegangen. Das Umfeld blieb schwierig. Neben einer weiterhin zu hohen Inflation, einem hohen Ölpreis, Wachstumssorgen und dem Zinsumfeld richteten sich die Blicke zunehmend auf einen möglichen "Government Shutdown" ab dem 1. Oktober in den USA. Am 30. September läuft die Ausgabenermächtigung der Regierung ab.
Für QC Partners blieben die Zinsen der große Stimmungskiller. Bei 10- und 30-jähriger Laufzeit haben die Renditen deutscher Bundesanleihen neue Zwölf-Jahres-Hochs erreicht. Damit werde die Refinanzierung der Unternehmen immer teurer, "gleichzeitig werden Anleihen zu einer immer attraktiveren Alternative zu Aktien".
Der DAX verlor 1,0 Prozent auf 15.256 Punkte, sein Tagestief lag bei 15.229 Zählern. Nachdem die 200-Tages-Linie mit Schwung unterschritten wurde, wird nach den nächsten Haltemarken geschaut. Nach der runden 15.000er Marke könnten die Käufer den Bereich von 14.458 Punkten zum Einstieg nutzen - dem Tief vom März dieses Jahres. Der EUROSTOXX50 notierte 0,9 Prozent tiefer bei 4131 Stellen.
Die Nachrichtenlage bei den Unternehmen war heute sehr dünn. Erst mit dem Beginn des Oktobers und mit dem Start in die Berichtssaison zum dritten Quartal sind von dieser Seite mehr Impulse zu erwarten. Verbio brachen um 9,2 Prozent ein. Die Aktie wurde belastet von einem enttäuschenden Ausblick für das Geschäftsjahr 2023/24. Das Unternehmen rechnet mit einem EBITDA in einer Spanne zwischen 200 und 250 Millionen Euro. Der Mittelwert von 225 Millionen liegt weit unter der Erwartung von Hauck & Aufhäuser von 255 Millionen Euro.
Eckert & Ziegler schnellten um 8,1 Prozent hoch. Grund war ein Großauftrag in den USA an Land. Das Unternehmen liefert trägerfreies Lutetium-177 an Point Biopharma Global. Die Vereinbarung habe eine Laufzeit von zehn Jahren mit einem gesamten Umsatzvolumen von über 100 Millionen Euro.
UBS peilt Zusammenarbeit mit chinesischem Bankriesen an
Die UBS prüft eine Zusammenarbeit mit der Industrial and Commercial Bank of China (ICBC). Die Schweizer Großbank habe mit dem nach Vermögenswerten weltweit größten Institut eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet, wie die UBS mitteilte. Dabei gehe es um eine Kooperation in den Bereichen Vermögensverwaltung für Firmenkunden (Asset Management) und für reiche Privatkunden (Wealth Management) sowie Investmentbanking und das Firmenkundengeschäft.
Die Vereinbarung umfasse unter anderem Produktentwicklung und -vertrieb, Kundenbetreuung, Handel, Finanzierungen, Research und Vermögensverwahrung. UBS hatte im Juni ihren angeschlagenen Rivalen Credit Suisse übernommen und hält dadurch nun eine 20-Prozent-Beteiligung an dem Gemeinschaftsunternehmen ICBC Credit Suisse Asset Management Company.
Interesse an Börsengang von Schott Pharma
Trotz der jüngst gestiegenen Volatilität an den Börsen ist das Interesse an dem Börsengang von Schott Pharma groß. Die Spanne wurde von den begleitenden Banken auf 26,50 zu 27 Euro nach zuvor 24,50 zu 28,50 Euro eingeengt. Einige Fonds hätten sich bereits durch den Verkauf der Aktien der Wettbewerber Liquidität besorgt, die nun angelegt werde, hieß es dazu im Handel. Ob das Angebot mehrfach überzeichnet sei, sei nicht bekannt. Bei Lang und Schwarz wurden die Aktien heute zwischen 27,40 und 28,40 Euro in kleineren Stückzahlen gehandelt.
Die Aktien können noch bis Mittwochmittag gezeichnet werden, für Donnerstag ist die Erstnotiz in Frankfurt geplant. Innerhalb der verengten Spanne kann die Muttergesellschaft Schott AG mit einem Erlös von 918 bis 935 Millionen Euro rechnen. Schott Pharma wird mit rund vier Milliarden Euro bewertet.
US-Verbraucherlaune überraschend eingetrübt
Die Konsumstimmung in den USA hat sich im September angesichts der zuletzt wieder gestiegenen Inflation überraschend stark eingetrübt. Das Barometer für die Verbraucherlaune sank auf 103,0 Zähler von revidiert 108,7 Punkten im August, wie das Institut Conference Board zu seiner Umfrage mitteilte. Das war der zweite Rückgang in Folge. Volkswirte hatten nur mit einem Rückgang auf 105,5 Punkte gerechnet.
"Die Verbraucher sind weiterhin über steigende Preise im Allgemeinen und für Lebensmittel und Benzin im Besonderen besorgt", erläuterte die Chefökonomin beim Conference Board, Dana Peterson. Auch die politische Lage und die gestiegenen Zinsen wurden als Störfaktoren genannt.
Roter Start an der Wall Street
Die Aussicht auf anhaltend hohe Zinsen hat den US-Aktienmärkten zugesetzt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte im frühen Handel 0,4 Prozent tiefer bei 33.864 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 und der Index der Technologiebörse Nasdaq gaben je 0,6 Prozent auf 4311 beziehungsweise 13.193 Punkte nach.
Bei den Einzelwerten sprangen die Papiere von Immunovant um 73 Prozent nach oben, nachdem die Firma frühe Studienfortschritte bei einem Antikörpermedikament zum Einsatz bei Autoimmunerkrankungen meldete. Abschläge von je rund einem Prozent verzeichneten hingegen die Tech-Werte Apple und Microsoft.
VW fährt Produktion in Zwickau und Dresden runter
Volkswagen drosselt für zwei Wochen die Produktion von Elektroautos an den Standorten Zwickau und Dresden. In Zwickau werde in den Herbstferien eine Fertigungslinie heruntergefahren, sagte ein Sprecher. Begründet wird der Schritt mit der schwächelnden Nachfrage. Die Produktion der Modelle ID.4, ID.5, Audi Q4 e-tron sowie Audi Q4 Sportback e-tron laufe im Dreischichtbetrieb weiter, hieß es. Auch in der Gläsernen Manufaktur in Dresden wird die Produktion des ID.3 für zwei Wochen ruhen.
Während in Dresden ab dem 16. Oktober die Fertigung im regulären Einschichtbetrieb wieder aufgenommen wird, ist das weitere Vorgehen in Zwickau darüber hinaus unklar. Für die weitere Fahrweise dort gebe es Gespräche mit dem Betriebsrat, hieß es.
Mehr Rendite mit weniger Risiko
An der Börse Geld zu investieren, ist auch immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Wer dieses Risiko möglichst gering halten möchte, der sollte sein Investment streuen. Was das genau bedeutet und warum sich sogenannte ETFs dafür besonders gut eignen, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Dirk Schremmer von Xtrackers und Daniel Happ von der Zurich Gruppe.
Bericht: EU verhandelt mit Moderna über neuen Corona-Impfstoffdeal
Die Europäische Union verhandelt einem Zeitungsbericht zufolge mit dem US-Biotechkonzern Moderna über einen neuen Liefervertrag für Covid-19-Impfstoffe. Mindestens acht EU-Länder seien an einem neuen Liefervertrag interessiert, berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf einen Insider.
"Moderna hat seinen aktualisierten Covid-19-Impfstoff auf Risiko hergestellt, um sicherzustellen, dass wir die Mitgliedstaaten bei ihren bevorstehenden Impfkampagnen unterstützen können", sagte ein Konzernsprecher des Unternehmens. Der neu angepasste Impfstoff sei für die Verwendung in der EU zugelassen und stehe zur Lieferung bereit.
Studie: Inflation radiert zwei Drittel der Vermögenszuwächse seit 2019 aus
Die privaten Haushalte haben im vergangenen Jahr mit ihren Geldanlagen nach einer Allianz-Studie weltweit so viel verloren wie seit der globalen Finanzkrise 2008 nicht mehr. Das Geldvermögen schrumpfte 2022 um 2,7 Prozent auf 233 Billionen Euro, wie der Versicherungsriese in seinem jährlichen "Global Wealth Report" errechnet hat. In Deutschland stand sogar ein Minus von 4,9 Prozent zu Buche, mehr als 2008 (4,5 Prozent). "2022 war für die Sparer ein Jahr des Schreckens", sagte Allianz-Chefvolkswirt Ludovic Subran.
Die Inflation habe zwei Drittel der Vermögenszuwächse seit 2019 ausradiert. Von einem Zuwachs von nominal 19 Prozent seien real nur 6,6 Prozent übriggeblieben. "Inflationsbereinigt sind die Sparer ärmer als vor der Pandemie." In Westeuropa und vor allem in Deutschland stünden die privaten Haushalte wegen der Preissteigerungen sogar schlechter da als 2019.
Neues vom Geldmarkt - Anfragen bei längeren Terminen
Die Sätze am europäischen Geldmarkt haben sich heute erneut wenig verändert gezeigt. Die Nachfrage am kurzen Ende sei gering, so ein Geldhändler. Hier verhindere die weiterhin gute Liquiditätslage das Interesse. Bei den längeren Terminen bis zu zwei Jahren gebe es dagegen ein gutes Interesse von Seiten der Kunden. Derweil hat die Nachfrage der Banken des Euroraums nach Liquidität der EZB beim einwöchigen Hauptrefinanzierungsgeschäft auf niedrigem Niveau leicht zugenommen. Wie die EZB mitteilte, wurden 11,351 Milliarden Euro nach 4,033 Milliarden in der Vorwoche zum Festzinssatz von 4,50 Prozent zugeteilt. Die Banken des Euroraums besorgten sich damit 7,318 Milliarden Euro mehr EZB-Liquidität.
Hier die jüngsten Daten: Tagesgeld: 3,85 - 4,05 (3,80 - 4,15), Wochengeld: 3,85 - 4,10 (3,83 - 4,18), 1-Monats-Geld: 3,86 - 4,15 (3,84 - 4,26), 3-Monats-Geld: 3,85 - 4,10 (3,85 - 4,25), 6-Monats-Geld: 4,05 - 4,30 (3,97 - 4,37), 12-Monats-Geld: 4,10 - 4,30 (4,02 - 4,42), Euribors: 3 Monate: 3,9410 (3,9770), 6 Monate: 4,0900 (4,1220), 12 Monate: 4,1990 (4,2080)
BMW bietet hochautomatisiertes Fahrsystem ab Jahresende an
Nach Mercedes-Benz will jetzt auch BMW in Deutschland selbstfahrende Luxusautos verkaufen. "Wir haben vom Kraftfahrt-Bundesamt die Zulassung, in Deutschland automatisiertes Fahren der Stufe 3 anzubieten", sagte BMW-Bereichsleiter Nicolai Martin dem "Handelsblatt": "Das System wird noch in diesem Jahr in der Siebener-Reihe eingeführt."
Beim hochautomatisierten Fahren Level 3 kann der Fahrer das Fahren zeitweise dem Computer überlassen und muss nicht mehr auf die Straße schauen - er "darf Videos schauen oder E-Mails beantworten", erklärte Martin. Allerdings muss er das Steuer jederzeit innerhalb weniger Sekunden wieder übernehmen, wenn ihn der Computer dazu auffordert. Zum Preis des Systems macht BMW noch keine Angaben.
Rendite von US-Staatsanleihen auf 16-Jahres-Hoch
US-Staatsanleihen erzielen Renditen wie seit der globalen Finanzkrise 2007/2008 nicht mehr. Die Rendite der Papiere mit zehn Jahren Laufzeit stieg auf bis zu 4,566 Prozent und damit auf ein 16-Jahres-Hoch. Auch die Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen als Benchmark des Euroraums kletterte zeitweise mit 2,821 auf den höchsten Wert seit mehr als zwölf Jahren.
Anleger spekulieren auf höhere Zinssätze für einen längeren Zeitraum und trennen sich deshalb von Staatspapieren. Im Gegenzug zieht die Rendite an.
Private Ladestationen für E-Autos werden ab heute gefördert
Privatpersonen, die eine Ladestation für ihr E-Auto in Kombination mit einer Solaranlage planen, können ab sofort von einer KfW-Förderung profitieren. Das Förderprogramm mit einem Volumen von insgesamt 500 Millionen Euro startete heute und wurde vom Bundesverkehrsministerium auf den Weg gebracht. Interessenten müssen schnell sein und die strengen Bedingungen der Förderung beachten.
Wie das Ministerium mitteilte, können Eigentümer selbst genutzter Wohnhäuser bei der staatlichen Förderbank KfW einen Investitionszuschuss von bis zu 10.200 Euro für eine Ladestation in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage und einem Batteriespeicher beantragen, sofern ein eigenes Elektroauto vorhanden oder bestellt ist. Die Förderung einzelner Komponenten ist den Angaben zufolge nicht möglich. Die drei Komponenten müssen "fabrikneu beschafft werden". Keine Förderung gebe es für ausschließlich vermietete Objekte, Ferienwohnungen, Zweitwohnsitze oder Unternehmen. Auch die mehrfache Förderung eines Wohnhauses mit dem Kredit ist ausgeschlossen.
Immobilienaktien stark unter Druck
Nach der zuletzt guten Entwicklung haben Immobilienwerte kräftig nachgegeben. Die Hoffnung auf eine Bodenbildung hatte zuletzt neue Käufer angelockt. Nun scheinen sich die weiter steigenden Marktzinsen bemerkbar zu machen. Vonovia verloren 3,4 Prozent, TAG Immobilien 4,5 Prozent, Aroundtown 7,1 Prozent und LEG Immobilien 2,6 Prozent.
Drohender "Shutdown" und Zinsängste lasten auf Wall Street
Zum Start in den heutigen Handel zeichnen sich an den US-Börsen Verluste ab. Die Futures auf die großen Aktienindizes tendieren vorbörslich leichter. Weiter steigende Marktzinsen und die Probleme des chinesischen Immobiliensektors dämpfen die Stimmung der Anleger. Zudem droht in den USA zum 1. Oktober die Schließung von Behörden und anderen staatlichen Einrichtungen ("Shutdown"), wenn der Streit um die Ausgabenpolitik nicht rechtzeitig beigelegt wird.
An Konjunkturdaten werden nach der Startglocke der Index des Verbrauchervertrauens für September und die Neubauverkäufe aus dem August veröffentlicht.
Abwicklung der Hypo Real Estate bleibt weiter profitabel
Die Bad Bank des 2009 verstaatlichten Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate (HRE) wickelt die Altlasten weiterhin mit Gewinn ab. Wie die bundeseigene Abwicklungsanstalt FMS Wertmanagement in München mitteilte, machte sie im ersten Halbjahr 49 Millionen Euro Gewinn vor Steuern.
Der einstige DAX-Konzern war in der internationalen Finanzkrise 2008 zusammengebrochen und 2009 vom Bund übernommen worden. Die zur Abwicklung gegründete FMS war 2010 mit rund 175 Milliarden Euro damals unverkäuflicher HRE-Altlasten in den Büchern gestartet. Sie soll das Portfolio abbauen und darf anders als eine normale Bank kein Neugeschäft machen.
DAX sackt weiter ab
Wie ist die Lage an der Frankfurter Börse? Nach wie vor nicht rosig. Der DAX verlor am Mittag 0,7 Prozent auf 15.301 Punkte. Der EUROSTOXX50 sackte um 1,0 Prozent auf 4127 Zähler ab.
Inflation, Schulden, "Verbal-Erotik": Aktienprofi sieht "ganzen Sack an Problemen"
Die Vorzeichen für die deutsche Wirtschaftsentwicklung stehen laut vieler Finanzexperten schlecht. An der Börse bleiben größere Kursrutsche aber bisher aus. Wie geht es weiter und worauf sollten Anleger achten? Frank Meyer spricht dazu mit dem "Brad Pitt der Analyse", Robert Halver.
Wacker Chemie baut Spezialsilikon-Produktion in China aus
Wacker Chemie investiert 150 Millionen Euro in die Erweiterung der Herstellungskapazitäten von Spezialsilikonen in China. Wie der MDAX-Konzern mitteilte, gab er den Auftakt für den Bau mehrerer neuer Produktionslinien für die Herstellung von funktionellen Silikonölen, Silikon-Emulsionen und Silikonelastomer-Gelen am Standort Zhangjiagang in der Provinz Jiangsu.
Die neuen Anlagen sollen in der zweiten Jahreshälfte 2025 in Betrieb genommen werden, die erforderlichen Genehmigungen der lokalen Behörden liegen bereits vor.
Deutschlands Exporteure bleiben im Stimmungstief
Die Stimmung in der deutschen Exportindustrie ist weiter auf Talfahrt. Die Exporterwartungen der vom IFO-Institut befragten Unternehmen fielen von minus 6,5 Punkten im August auf minus 11,3 Punkte im September. Das ist der schlechteste Wert seit drei Jahren. "Die Ausfuhr in alle wichtigen Regionen ist gegenwärtig rückläufig", sagte IFO-Umfrageleiter Klaus Wohlrabe.
Demnach rechnen nur die Hersteller von Lederwaren und Möbeln sowie einige Betriebe der Nahrungsmittelindustrie mit einem Zuwachs - alle anderen Branchen erwarten eher einen Rückgang. Im August aufgekeimte Hoffnungen auf Zuwächse in der Chemiebranche sind wieder verflogen. Auch die Automobilhersteller sind etwas skeptischer geworden.
Rheinmetall erhält Aufträge aus Chinas Autobranche
Rheinmetall hat zwei Aufträge mit einem Gesamtwert in Höhe eines dreistelligen Millionen Euro-Betrags aus der chinesischen Autobranche erhalten. Wie der Düsseldorfer DAX-Konzern mitteilte, wurden zwei Bauteile bestellt: Zylinderköpfe und Batterieträger. Beide sollen in der Volksrepublik gefertigt werden.
Die Bestellung der Zylinderköpfe hat laut Mitteilung einen Lieferumfang von mehreren Millionen Stück und einen Auftragswert im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Von den Batterieträgern sollen knapp eine Million Stück gefertigt werden, der Auftragswert beläuft sich auf einen niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag.
Airbus-Chef führt nicht mehr die Verkehrsflugzeugsparte
Wichtige Personalie bei Airbus: Konzernchef Guillaume Faury gibt nämlich die Führung der wichtigen Verkehrsflugzeugsparte an den bisherigen Verkaufschef Christian Scherer ab. Damit wolle der französisch-deutsche Flugzeugbauer sicherstellen, dass Faury sich auf die Strategie und den Umbau des französisch-deutschen Unternehmens konzentrieren könne und dem Kerngeschäft "in herausfordernden Zeiten" genügend Aufmerksamkeit gewidmet werde, hieß es in einer Mitteilung des DAX-Unternehmens.
Das Verkehrsflugzeug-Geschäft steht für 70 Prozent des Umsatzes und den Löwenanteil des Gewinns von Airbus. Faury führt den Konzern und die wichtigste Sparte seit 2019 in Personalunion.
Wie die USA die Industrie zurückholen
In Zeiten von Krisen und Konflikten die Kontrolle über Lieferketten zu behalten wird zunehmend schwieriger. Für Unternehmen könnte es deshalb von Vorteil sein, wieder mehr im eigenen Land zu produzieren. Friedhelm Tilgen spricht darüber mit Anja Schneider von der Société Générale.
Aktienkurs von Eckert & Ziegler schießt hoch - Großauftrag aus den USA
Die Aktie von Eckert & Ziegler um 8,7 Prozent in die Höhe geschnellt. Der SDAX-Konzern hat einen Großauftrag in den USA an Land gezogen. Das Unternehmen liefert trägerfreies Lutetium-177 an Point Biopharma Global. Die Vereinbarung habe eine Laufzeit von zehn Jahren mit einem gesamten Umsatzvolumen von über 100 Millionen Euro. Eckert & Ziegler will dafür seinen US-Standort Wilmington mit einer Investition von 10 Millionen Euro ausbauen.
Asien-Börsen auf Talfahrt - Evergande verlieren in der Spitze weitere acht Prozent
Weitere Rückschläge für den angeschlagenen Immobiliensektor in China und die Furcht vor steigenden Zinsen haben Aktien-Anleger in Asien verschreckt. In den Fokus rückte erneut der unter einer milliardenschweren Schuldenlast ächzende chinesische Immobilienkonzern Evergrande, nachdem die Tochterfirma Hengda Real Estate Group eine am Vortag fällige Anleihe in Höhe von umgerechnet knapp 520 Millionen Euro nicht bedient hat.
Erst am Wochenende hatte Evergrande mitgeteilt, wegen der laufenden Ermittlungen der Behörden bei Hengda, keine neuen Anleihen ausgeben zu können. Evergrande-Aktien rutschten am Morgen erneut um bis zu acht Prozent ab, nachdem sie zum Wochenstart bereits um 22 Prozent eingebrochen waren. Auch der Bauträger China Oceanwide ließ die Sorgen um Chinas Immobiliensektor, der etwa ein Viertel der chinesischen Wirtschaft ausmacht, erneut hochkochen. Oceanwide schreckte Anleger mit der Mitteilung auf, ein Gericht auf den Bermudas habe die Liquidation des Unternehmens angeordnet und vorläufige Insolvenzverwalter ernannt.
Die Börse in Schanghai und der Index der wichtigsten Unternehmen in Schanghai und Shenzhen gaben rund ein halbes Prozent nach. In Hongkong büßte der Hang Seng Mainland Properties Index knapp zwei Prozent ein. Der CSI 300 Real Estate Index sank um knapp ein Prozent. In Tokio verlor der Nikkei-Index 1,1 Prozent auf 32.315 Punkte. Auf den Verkaufszetteln standen vor allem Aktien aus der Chipbranche. Größte Bremse für den Nikkei war Tokyo Electron mit einem Kursverlust von knapp vier Prozent.
IMK senkt Wachstumsprognose für 2024 spürbar
Die deutsche Wirtschaftsleistung wird nach Berechnungen des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) dieses Jahr um 0,5 Prozent schrumpfen und kommendes dann nur verhalten um 0,7 Prozent zulegen.
Wie das IMK weiter mitteilte, bestätigten die Konjunkturfachleute damit die Erwartung zur Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) für 2023, nahmen aber die Erwartung für 2024 "spürbar" um 0,5 Prozentpunkte zurück. "Die durch die Energiepreisschocks geschwächte deutsche Wirtschaft kommt auch in den kommenden Monaten nicht richtig in Gang, weil hohe Zinsen und eine verhaltene Weltkonjunktur bremsen", betonte das Institut.
DAX startet im Tiefflug - Die rote Laterne halten SAP
Nach dem schwachen Wochenauftakt startet der DAX erneut niedriger. Der deutsche Leitindex notiert um die 15.320 Punkte, rund 0,6 Prozent niedriger. Am Montag war er ein Prozent schwächer mit 15.405 Punkten aus dem Handel gegangen.
Börsianer treibt weiter die Frage um, wie lange noch höhere Zinsen die Aktienmärkte in Schach halten. Mit Argusaugen schauen sie deshalb auf Konjunkturdaten sowie Aussagen von Notenbank-Vertretern. Die größten Verlierer kurz nach Börsenstart sind Zalando, SAP und Vonovia mit minus 1,3 bis minus 2,7 Prozent. Gegen den Trend mit jeweils einem Mini-Plus stemmen sich Münchener Rück, Symrise und Continental.
Nordex sichert sich Auftrag aus Rumänien
Nordex hat einen Auftrag aus Rumänien erhalten. Wie der MDAX-Konzern mitteilte, wird er fünf Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 30 Megawatt für einen Windpark im Südosten des Landes liefern. Der Auftrag umfasst zudem einen "Premium-Servicevertrag" für die Wartung der Anlagen über 20 Jahre.
Standort Deutschland: BDI-Chef warnt eindringlich vor Abwanderung der Industrie
Mercedes-Benz will seine Produktion in den USA ausweiten und beantragt dafür jetzt Förderungen der Regierung in Washington. Für Siegfried Russwurm ein Anlass, erneut vor der Abwanderung der heimischen Industrie zu warnen. BDI-Präsident malt ein düsteres Bild des Wirtschaftsstandorts Deutschland.
Ölpreise geben nach
Die Preissteigerungen auf dem Ölmarkt haben sich zunächst nicht fortgesetzt. Am Morgen kostete ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November 92,88 Dollar. Das waren 41 Cent weniger als am Tag zuvor. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI fiel um 38 Cent auf 89,30 Dollar.
Nach Preiszuwächsen seit Anfang Juli um etwa 25 Prozent haben die Preise zuletzt stagniert. Angetrieben werden die Preise seit Wochen vom knappen Angebot großer Förderländer wie Saudi-Arabien oder Russland. Ein Gegengewicht stellt aber der aufwertende Dollar dar, der Rohöl für viele Interessenten verteuert. Denn Rohstoffe werden meist in der US-Währung gehandelt, weshalb ein starker Dollar die Nachfrage dämpfen kann.
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IFO-Exporterwartungen so schlecht wie seit Pandemie-Beginn nicht mehr
Die Stimmung in der deutschen Exportindustrie ist so schlecht wie seit über drei Jahren nicht mehr. Das Barometer für die Exporterwartungen fiel im September auf minus 11,3 Punkte, von minus 6,5 Punkten im August, wie das Münchner IFO-Institut zu seiner Unternehmensumfrage mitteilte. Nach dem fünften Rückgang in Folge liegt der Indikator nunmehr auf dem tiefsten Stand seit Mai 2020, als die Corona-Pandemie belastete. "Die Exportwirtschaft befindet sich in einer Schwächephase", sagte der Leiter der IFO-Umfragen, Klaus Wohlrabe. "Die Ausfuhr in alle wichtigen Regionen ist gegenwärtig rückläufig."
Ein Grund dafür ist, dass Zentralbanken wie die amerikanische Fed oder die europäische EZB ihre Leitzinsen im Kampf gegen die Inflation kräftig heraufgesetzt haben. Das treibt die Finanzierungskosten für Investitionen nach oben und macht viele Projekte unrentabel. "Die weltweit gestiegenen Zinsen zeigen ihre Wirkung", sagte Wohlrabe. "Sie dämpfen die Nachfrage nach deutschen Waren."
Ökonomen: Deutsche Inflationsrate fällt auf tiefsten Stand seit Kriegsausbruch
Die Inflationsrate in Deutschland ist nach Prognose von Ökonomen im September auf den niedrigsten Stand seit Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine gefallen. Die Verbraucherpreise dürften im Schnitt nur noch um 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zulegen, sagen die Volkswirte von 13 Banken im Schnitt voraus. Im August lag die Teuerungsrate noch bei 6,1 Prozent. Kommt es so, wäre das der niedrigste Wert seit Februar 2022, als der russische Überfall auf die Ukraine begann. Das Statistische Bundesamt will am Donnerstag seine erste Schätzung dazu veröffentlichen.
"Aufgrund des Herausfallens des 9-Euro-Tickets aus dem Jahresvergleich und aufgrund von Basiseffekten wird die deutsche Inflationsrate im September deutlich sinken", sagte der Chefstratege von Merck Finck, Robert Greil. Die Bundesregierung hatte von Juli bis August 2022 neben dem Tankrabatt auch das 9-Euro-Ticket eingeführt, um die Verbraucher zu entlasten. Dieses gesenkte Niveau fällt nun aus dem Vergleich heraus, was den kräftigen Rückgang der Teuerungsrate erklärt.
DAX zur Eröffnung erneut niedriger erwartet
Nach dem schwachen Wochenauftakt wird der DAX Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge heute erneut niedriger starten. Zins- und Konjunktursorgen hatten die Stimmung an Europas Aktienmärkten weiter eingetrübt. Der deutsche Leitindex war am Montag ein Prozent schwächer mit 15.405 Punkten aus dem Handel gegangen.
Börsianer treibt weiter die Frage um, wie lange noch höhere Zinsen die Aktienmärkte in Schach halten. Mit Argusaugen schauen sie deshalb auf Konjunkturdaten sowie Aussagen von Notenbank-Vertretern. Im Fokus stehen am Nachmittag die Zahlen zu den Hausverkäufen in den USA sowie das US-Verbrauchervertrauen. Am Vormittag wird zudem EZB-Chefvolkswirt Philip Lane bei einer Banken-Konferenz in Paris sprechen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte am Montag bekräftigt, dass die Europäische Zentralbank trotz der anhaltend schwachen Wirtschaft im Euro-Raum die Zinsen so lange wie nötig hoch halten werde, um die Inflation zurückzudrängen.
Und wie hat sich die Wall Street am Vorabend geschlagen?
Weil Russland umflogen wird: Air France-KLM braucht 50 Airbus-Langstreckenflugzeuge
Air France-KLM will fünfzig Airbus-A350 Langstreckenflugzeuge bestellen und die Kaufrechte für weitere vierzig erwerben. Dies kündigte die Fluggesellschaft an. Der vorläufige Auftrag umfasse sowohl das Modell A350-900 als auch das größere Modell A350-1000. Die Flugzeuge sollen zwischen 2026 und 2030 ausgeliefert werden.
Bei der Entscheidung habe die Reichweite der Flugzeuge eine Rolle gespielt, da der russische Luftraum wegen der Ukraine-Sanktionen umflogen werden müsse. "Wir gehen davon aus, dass das Verbot der Flüge über Russland zumindest mittelfristig bestehen bleibt", sagte CEO Ben Smith nach Bekanntgabe der Bestellung gegenüber Journalisten.
Energiebranche warnt vor neuen Preissprüngen mitten in der Heizsaison
Die Energiebranche hat ein Jahr nach den als "Doppelwumms" bekannt gewordenen Maßnahmen der Bundesregierung zur Entlastung der Kunden vor neuen Preissprüngen gewarnt. Zwar hätten sich inzwischen die Preise stabilisiert und das komme bei den Kundinnen und Kunden an, sagte Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), der Deutschen Presse-Agentur. Das dürfe jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass aufgrund der geopolitischen Entwicklungen erhöhte Risiken bestehen.
"Eine vorschnelle Rücknahme der Entlastungen könnte dazu führen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher mitten in der Heizsaison von neuen Preissprüngen getroffen werden", so Andreae.
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Asien-Börsen können Zinssorgen nicht abschütteln
Die Sorge vor länger erhöht bleibenden Zinsen und deren negativen Folgen für die Wirtschaft ist auch heute das bestimmende Thema an den Börsen in Fernost. Dass die US-Börsen ihren viertägigen Abwärtstrend mit kleinen Erholungsgewinnen stoppen konnten, stützt nicht. Zumal es mit den Marktzinsen in den USA zugleich auf neue Mehrjahreshoch nach oben ging.
Durchweg geht es mit den Indizes nach unten, die Verluste betragen zwischen 0,3 Prozent in Schanghai und 1,2 Prozent in Seoul. Für den Nikkei-225 in Tokio geht es um 1,0 Prozent abwärts auf 32.362 Punkte. Er macht damit die Gewinne vom Vortag in Reaktion auf die weiter ultralockere Geldpolitik in Japan wieder wett.
Unter den Einzelwerten geht es in Tokio für Japan Exchange Group um 2,8 Prozent nach oben, nachdem der Börsenbetreiber seinen Ausblick erhöht hat.
In Hongkong stehen erneut Immobilienaktien auf der Verkaufsliste, nachdem der Riese China Evergrande jüngst seinen 35 Milliarden Dollar schweren Umschuldungsplan verwerfen musste, weil Immobilienverkäufe nicht so gut liefen wie kalkuliert. Evergrande fallen um weitere 7 Prozent zurück, Country Garden um 3,1 und Longfor um 2,4 Prozent. Angesichts der offenbar anhaltenden Probleme im Immobiliensektor warte der Markt umso gespannter auf die neusten Einkaufsmanagerdaten aus China im späteren Wochenverlauf, heißt es. Die Ökonomen der HSBC haben derweil ihre Wachstumsprognose für China wie zuvor bereits andere Häuser gesenkt.
Stress wegen CATL: Ford unterbricht Arbeiten an Batteriefabrik
Die Zukunft des geplanten Batteriewerks von Ford in Michigan ist offen. Wie der Autokonzern mitteilte, wurden die Arbeiten an dem 3,5 Milliarden US-Dollar teuren Projekt gestoppt und die Ausgaben dafür begrenzt. Die Arbeiten sollen erst wieder aufgenommen werden, wenn der Konzern zuversichtlich ist, dass die Fabrik wettbewerbsfähig betrieben werden kann, wie Ford mitteilte. "Wir haben noch keine endgültige Entscheidung über die dort geplanten Investitionen getroffen", sagte ein Sprecher.
Ford hatte den Bau der Fabrik westlich von Detroit im März angekündigt. Das Werk sollte bei Beginn der Produktion, der für 2026 vorgesehen war, rund 2500 Mitarbeiter beschäftigen. Bei dem Werk arbeitet der US-Konzern mit dem chinesischen Batteriehersteller Contemporary Amperex Technology Co. Ltd (CATL) zusammen, was in der Politik für Kritik sorgt. Mehrere von den Republikanern dominierte Ausschüsse des US-Repräsentantenhauses haben Untersuchungen eingeleitet. Sie fürchten einen zu großen Einfluss Chinas auf die US-Automobilindustrie. Die Investition in die Fabrik ist Teil des Plans von Ford, bis 2026 über 50 Milliarden Dollar in Elektromobilität zu investieren.
Das wird für den DAX heute wichtig
Zins- und Konjunktursorgen haben die Stimmung an Europas Aktienmärkten zum Wochenanfang weiter eingetrübt. Der DAX schloss am Montag 1,0 Prozent tiefer bei 15.405 Punkten. Die Aussicht auf länger anhaltende hohe Zinssätze und die Schwäche der von China abhängigen Aktien zogen die Kurse nach unten.
"Die enttäuschten Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen durch die US-Notenbank Fed dürften die Stimmung an der Börse noch eine ganze Weile belasten", konstatierte Jochen Stanzl, Marktanalyst vom Brokerhaus CMC Markets. "Die Investoren preisen das höhere Risiko für eine harte Landung der US-Wirtschaft in die Kurse ein."
Börsianer treibe nun vor allem die Frage um, wie viele Anleger sich wegen immer stärker lockenden Alternativen wie Anleihen oder Geldmarktfonds aus dem Aktienmarkt verabschieden könnten, sagte Jürgen Molnar, Stratege vom Brokerhaus RoboMarkets. "Die Aussichten für die Wirtschaft sind alles andere als rosig, womit auch die Fantasie für steigende Unternehmensgewinne zunehmend schwindet."
Was steht heute an? Terminlich nicht viel. Wichtige Konjunkturdaten aus Deutschland und Europa sind rar. Einige Daten aus den USA sind dagegen zu beachten. Vor Ertönen der Eröffnungsglocke an der Wall Street gibt es den Philadelphia Fed Dienstleistungsindex für September. Kurz nach Handelsbeginn werden Zahlen zum Conference Board Verbrauchervertrauen im September sowie zu den Neubauverkäufen im August veröffentlicht.