Europa-Kampfjet? MTU drängt auf schnelle Lösung
Der neue Chef des Münchner Triebwerksherstellers MTU Aero Engines kann sich ein europäisches Kampfjet-Projekt mit zwei unterschiedlichen Flugzeugen vorstellen. Das sei die "zweitbeste Lösung", sagte Johannes Bussmann der "Süddeutschen Zeitung". "Der Vorteil wäre sogar, dass so die Bedürfnisse der Kunden, also der Streitkräfte der einzelnen Länder, besser befriedigt werden könnten." Es wäre aber seiner Ansicht nach günstiger, die Triebwerke für die beiden Flugzeugtypen, die Nachfolger des "Eurofighter" und der französischen Rafale, von dem gleichen Konsortium bauen zu lassen, anstatt sie getrennt zu entwickeln.
Bussmann verwies darauf, dass das Kampfflugzeug-Projekt nur wegen des Kompetenzstreits der beiden Flugzeugbauer hake. "Was oft übersehen wird: Es sind vor allem zwei Industriepartner, die Schwierigkeiten haben zusammenzuarbeiten, das sind Airbus und Dassault. Bei den Triebwerkherstellern, also bei MTU und Safran, läuft es zum Beispiel sehr gut." Der MTU-Chef drängte auf eine zügige Entscheidung, ob und wie das Projekt weitergehen soll: "Die Zeit drängt." Es gehe schließlich um die Verteidigungsfähigkeit Europas. Nur auf den US-Kampfjet F-35 zu bauen und sich damit von den USA abhängig machen, sei "in dieser neuen Welt gefährlich".
Zahlungsabwickler-Aktie stürzt ab
Aktien des Zahlungsabwicklers Adyen brechen an der Amsterdamer Börse um mehr als 15 Prozent ein. Das abgewickelte Transaktionsvolumen wuchs im zweiten Halbjahr zwar um 19 Prozent auf 745 Milliarden Euro, verfehlte aber die Analystenerwartungen. Die Ergebnisse und der vorsichtige Ausblick dürften nicht ausreichen, um die allgemein negative Stimmung im Zahlungsverkehrssektor aufzuhellen, sagen die Analysten von KBC Securities.
Magnum-Aktie schmilzt gewaltig nach erster Bilanz seit IPO
Die ersten Geschäftszahlen des Eiscreme-Herstellers Magnum nach seinem Börsendebüt haben die Anleger vergrault. Die Papiere des Anbieters von Marken wie Cornetto und Ben & Jerry's verlieren an der Börse in Amsterdam rund 12,5 Prozent. Damit steuert das niederländische Unternehmen auf den größten Tagesverlust seit dem Börsengang im Dezember zu.
Magnum erlitt im ersten Jahr nach seiner Abspaltung vom Konsumgüterkonzern Unilever einen Einbruch des Nettogewinns um fast 50 Prozent auf 307 Millionen Euro. Als Grund nannte das Unternehmen Aufwendungen für die Trennung, Umstrukturierung und Finanzierung.
Neues vom Geldmarkt
Am europäischen Geldmarkt herrscht heute entspannte Ruhe. Der Datenkalender ist nahezu leer, damit dürften erneut die zahlreichen EZB-Redner in den Fokus rücken. Ob sich aus deren Aussagen neue Erkenntnisse ergeben, bleibt abzuwarten. Auch wenn der Zinspfad der Europäischen Zentralbank (EZB) "datenabhängig" ist, sieht der Weg aktuell bis 2027 unveränderte Leitzinsen vor. Auch in den USA fehlen zunehmend die Argumente für baldige Zinssenkungen. Di
Tagesgeld: 1,90 - 2,07 (1,90 - 2,07), Wochengeld: 1,93 - 2,09 (1,92 - 2,09), 1-Monats-Geld: 1,95 - 2,13 (1,95 - 2,13), 3-Monats-Geld: 2,02 - 2,20 (2,02 - 2,20), 6-Monats-Geld: 2,07 - 2,27 (2,07 - 2,27), 12-Monats-Geld: 2,17 - 2,36 (2,16 - 2,35), Euribors: 11.02. 10.02. 3 Monate: 1,9940 1,9810, 6 Monate: 2,1080 2,1140, 12 Monate: 2,2310 2,2270
China erlaubt E-Auto-Bauern individuelle Zolldeals mit EU-Kommission
Das chinesische Handelsministerium lässt den Elektroautobauern beim Aushandeln individueller Zollvereinbarungen mit der EU-Kommission mehr Spielraum. Man dürfe hoffen, dass mehr chinesische Unternehmen sich mit der Kommission auf Mindestpreise einigten, sagte ein Ministeriumssprecher in Peking. China wolle mit Brüssel in Kontakt bleiben.
Die EU-Kommission hatte vor wenigen Tagen der Volkswagen-Tochter Cupra eine Ausnahme bei den Zöllen gewährt, als Gegenleistung für zugesagte Mindestpreise und Importquoten für das aus China importierte Modell Tavascan. Die Grundlage für diese Einigung hatte die EU-Kommission im Januar geschaffen, als sie ihre Vorschläge zu Mindestpreisen vorgelegt hatte, mit denen die Auswirkungen von chinesischen Subventionen ausgeglichen werden sollen. Die Anti-Dumping-Zölle gelten seit Ende 2024 und liegen bei bis zu 35,3 Prozent. Die EU-Kommission will so die europäische Autoindustrie davor schützen, dass der europäische Markt mit Billig-Elektroautos von chinesischen Herstellern wie BYD, Geely oder SAIC überflutet wird.
Fielmann erzielt Rekordüberschuss
Die Fielmann-Gruppe, die Brillen und Hörgeräte anbietet, hat im Geschäftsjahr 2025 einen Rekordüberschuss erzielt. Demnach verdiente das familiengeführte Unternehmen aus Hamburg unterm Strich 205 Millionen Euro, wie aus den vorläufigen Geschäftszahlen hervorgeht. Ím Vorjahr lag der Überschuss bei 154,2 Millionen Euro, er ist also um fast ein Drittel gestiegen.
Der Umsatz wuchs zum Vorjahr um 7,4 Prozent auf vorläufig 2,4 Milliarden Euro - und damit schwächer als in den zwei Vorjahren. Im Inland fiel das Umsatzplus des international tätigen Unternehmens mit vier Prozent unterdurchschnittlich aus. Fielmann beklagt eine schwache Konsumstimmung.
Tech-Branche im Umbruch
Während einige Sektoren unter dem KI-Fortschritt leiden, profitieren andere davon. Wie es derzeit um den Megatrend KI bestellt ist und wie Anleger sich dort jetzt positionieren können, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Benjamin Feingold von Feingold Research.
"Wir legen richtig Knete auf den Tisch"
Die deutsche Wirtschaft wird sich laut BayernLB-Chefvolkswirt Jürgen Michels in den nächsten Jahren auf einen weit stärkeren Euro einstellen müssen. Er sieht den Wechselkurs im Jahr 2028 auf 1,40 Dollar ansteigen - auch wegen einer schwindenden Glaubwürdigkeit der US-Notenbank. Diese wird von US-Präsident Donald Trump immer wieder zu Zinssenkungen gedrängt.
Die deutsche Wirtschaft sei allerdings schon dabei, sich vom Export als traditionellem Wachstumstreiber zu lösen, sagte Michels. "Wir haben jetzt einen massiven fiskalischen Impuls und nicht mehr den Export als Ursprung unserer wirtschaftlichen Erholung." Er fügte mit Blick auf das milliardenschwere Fiskalpaket hinzu: "Wir legen richtig Knete auf den Tisch, und das ist der Wachstumstreiber. Und damit kann man auch mit Wechselkurseffekten anders umgehen."
Dax mit sattem Plus - Öl deutlich billiger
Update von der Frankfurter Börse: Der Dax hat seine Gewinne ausbauen können. Der deutsche Leitindex stieg am Mittag um 1,4 Prozent auf 25.196 Punkte. Der EuroStoxx50 notierte 0,6 Prozent höher bei 6072 Stellen. Der Euro lag leicht fester bei 1,1880 US-Dollar. Die Preise für die Ölsorten Brent und WTI fielen um je 0,9 Prozent.
Megaübernahme in Vermögensverwalter-Branche
Der US-Vermögensverwalter Nuveen übernimmt den britischen Rivalen Schroders und beendet damit eine Ära für das 222 Jahre alte Traditionshaus. Die Aktionäre sollen insgesamt 590 Pence je Aktie erhalten, plus Dividenden von bis zu 22 Pence je Aktie, wie Schroders mitteilte. Dies ergibt eine Gesamtsumme von 9,9 Milliarden Pfund (rund 11,4 Milliarden Euro) und entspricht einem Aufschlag von 34 Prozent auf den Schlusskurs vom Mittwoch. Die Gründerfamilie, die über verschiedene Stiftungen 41 Prozent der Schroders-Anteile kontrolliert, habe ihre Zustimmung zu dem Geschäft bereits signalisiert. An der Londoner Börse sprangen die Schroders-Aktien um 30 Prozent auf den höchsten Stand seit vier Jahren.
Schroders befürwortet die Übernahme: Dies sei der richtige Schritt für die Aktionäre, Kunden und Beschäftigten, erklärte Verwaltungsratschefin Elizabeth Corley. Durch die Transaktion entsteht ein Finanzriese mit einem verwalteten Vermögen von fast 2,5 Billionen Dollar.
Umbau belastet Thyssenkrupp
Thyssenkrupp machen die hohen Kosten für den Umbau der Stahlsparte immer mehr zu schaffen. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 (per Ende September) habe der Konzern insgesamt nach Anteilen Dritter einen Nettoverlust von 353 Millionen Euro eingefahren nach minus 51 Millionen vor Jahresfrist, teilte das Unternehmen mit. Hauptgrund seien Restrukturierungskosten im Stahlgeschäft in Höhe von 401 Millionen Euro gewesen. Thyssenkrupp bestätigte die Prognose, wonach im Gesamtjahr ein Fehlbetrag von minus 800 bis minus 400 Millionen Euro in den Büchern stehen werde.
"Mercedes steht nicht mehr für etwas Besonderes"
Die Autoindustrie, einst das erfolgreiche Rückgrat der deutschen Wirtschaft, schwächelt. Auch bei Mercedes-Benz halten sinkende Absatzzahlen Einzug. Aktien-Experte Jürgen Pieper blickt auf die enttäuschenden Zahlen und erklärt, was sich beim Konzern verändern muss.
Siemens-Aktie schießt hoch - und der Dax auch
Eine starke Siemens-Aktie, die um 6,5 Prozent stieg, hat den Dax kräftig angeschoben. Gestützt auf das Papier des Index-Schwergewichts kletterte der Dax um 1,3 Prozent auf 25.178 Punkte. Der EuroStoxx50 profitierte auch von Siemens mit einem erneuten Rekordhoch von 6099 Stellen. Beim Dax rückt die Bestmarke von 25.508 Zählern immerhin näher.
Sinkender Stern: Mercedes-Benz rutscht tiefer in Krise
Die deutsche Autobranche hat zu kämpfen, die Krise macht auch vor der Luxusmarke Mercedes-Benz nicht mehr Halt. Absatz- und Gewinnzahlen brechen ein, auch im wichtigen chinesischen Markt. Es sind gleich mehrere Faktoren, die das deutsche Traditionsunternehmen unter Druck setzen.
Goldpreis gibt nach, Ölpreise klettern
Am Rohstoffmarkt legen die Ölpreise zunächst zu. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuert sich um 0,4 Prozent auf 69,68 Dollar. Das US-Öl WTI notiert 0,5 Prozent fester bei 64,94 Dollar. Der Goldpreis gibt dagegen nach und notiert bei 5.058,49 Dollar je Feinunze.
Tech-Schwergewicht erreicht Allzeithoch
Unter den asiatischen Einzelwerten geht es in Seoul für das Schwergewicht Samsung Electronics um 5,5 Prozent nach oben, womit die Aktie ein Allzeithoch markiert. Ein Manager des Chipherstellers hat den technologischen Vorsprung seines Unternehmens bei HBM4-Chips (High Bandwidth Memory der nächsten Generation) hervorgehoben, was für Optimismus hinsichtlich des Produktionsfahrplans und der Wettbewerbsfähigkeit bei KI-Speicherlösungen schürt. Im Sog geht es für SK Hynix um 2,7 Prozent aufwärts.
Dax nimmt die 25.000er-Marke
Deutlich aufwärts geht es für den Dax zum Start ins heutige Geschäft. Während der deutsche Börsenleitindex gestern 0,5 Prozent schwächer bei 24.856 Punkten geschlossen hatte, notiert er aktuell im Bereich von 25.100 Zählern.
"Die Vorgaben aus Asien stützen", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf. Der japanische Leitindex Nikkei war im Verlauf erstmals über die 58.000-Punkte-Marke geklettert. "Hierzulande stehen die Berichte der Konzerne im Blick", erläutert sie. "Mercedes hat etwa einen herben Gewinneinbruch vermeldet, Siemens wird dagegen optimistischer."
KI-Boom verleiht Cisco Flügel
Der Boom bei Künstlicher Intelligenz (KI) beschert Cisco volle Auftragsbücher und veranlasst den US-Netzwerkausrüster zu einer höheren Jahresprognose. Für das Geschäftsjahr 2026 rechne man nun mit einem Umsatz zwischen 61,2 und 61,7 Milliarden Dollar, teilte das Unternehmen mit. Zuvor war Cisco von 60,2 bis 61,0 Milliarden Dollar ausgegangen. Auch beim bereinigten Gewinn je Aktie zeigte sich der Konzern optimistischer und stellte eine Spanne von 4,13 bis 4,17 Dollar in Aussicht, nach zuvor maximal 4,14 Dollar.
Treiber des Wachstums sind die hohen Investitionen von Technologieunternehmen in Rechenzentren, die für KI-Anwendungen aufgerüstet werden müssen. Dies kurbelt die Nachfrage nach den Kernprodukten von Cisco wie Switches und Routern an.
Bei Siemens herrscht Optimismus
Siemens erwartet für das laufende Geschäftsjahr ein Umsatzwachstum von mindestens sieben Prozent. Der scheidende Finanzvorstand Ralf Thomas grenzte die Prognose auf die obere Hälfte der bisherigen Spanne von sechs bis acht Prozent ein. Grund dafür ist die wachsende Zuversicht für die beiden Kernsparten Digital Industries (DI) und Smart Infrastructure (SI). Bei SI werde der Umsatz dank des hohen Auftragsbestandes um 7,5 bis 9,0 Prozent wachsen, in der oberen Hälfte der bisherigen Spanne. Auch die Ergebnismarge werde mit 18,5 bis 19,0 Prozent in der oberen Hälfte der Spanne liegen. Für DI sagt Siemens nun eine Marge "in Richtung der oberen Hälfte" des Zielkorridors von 15 bis 19 Prozent voraus.
Asien-Börsen befinden sich weiter im Aufwind
Die meisten asiatischen Aktienmärkte legen leicht zu. Eine Ausnahme macht der südkoreanische Markt. Dort schießt der Kospi dank starker Kursgewinne bei Chipherstellern um 2,3 Prozent nach oben auf Rekordhöhen. In Tokio verbessert sich der Nikkei nach der Pause anlässlich des Nationalfeiertags am Mittwoch um 0,2 Prozent auf 57.769 Punkte und verteidigt die kräftigen Gewinne von Montag und Dienstag, die er in Reaktion auf den überwältigenden Wahlsieg von Ministerpräsidentin Takaichi eingefahren hatte. Im Handelsverlauf hatte er aber erstmals überhaupt auch schon die 58.000er-Marke erklommen, konnte dieses Niveau aber nicht halten.
Bremsend wirkt der im Handelsverlauf immer weiter anziehende Yen. Der Dollar kommt auf 153,01 Yen zurück. Die Aussicht, dass Takaichi in ihrer Fiskalpolitik "verantwortungsbewusster" werde, stütze den Yen, so die Devisenanalysten von Nomura. Takaichi gilt als Befürworterin staatlicher Ausgaben und einer lockeren Geldpolitik zur Ankurbelung der Konjunktur.
Der Shanghai Composite bewegt sich kaum vom Fleck, wohingegen der HSI in Hongkong um 1,1 Prozent deutlicher zurückfällt. In Sydney ist der Handel mit einem Plus von 0,3 Prozent bereits beendet, wobei erneut Bankaktien im Fokus standen.
"Märkte sitzen zwischen zwei Stühlen"
Mit einem abwartenden Markt rechnen Händler. Nach dem gestrigen US-Arbeitsmarktbericht wird nun auf die noch wichtigeren US-Verbraucherpreise am Freitag gewartet. "Die Märkte sitzen zwischen zwei Stühlen", sagt ein Marktteilnehmer. Erst mit der US-Inflation runde sich das Bild für die US-Notenbank und die Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen ab. Wie von Händlern erwartet, hatte sich der US-Arbeitsmarkt robuster gezeigt und keinen Grund für sinkende US-Zinsen geliefert. Eine deutlich geringere Inflationsrate könnte dies aber egalisieren.
Die Vorgaben von der Wall Street zementieren die Zweiteilung der Technologiewerte: Verlierer sind Unternehmen mit hohen Investitionskosten in KI, bei Microsoft und Google ging es über 2 Prozent tiefer. Gewinner sind die Chip-Produzenten als Empfänger dieses Zahlungsstroms. Nvidia stiegen wieder 1 Prozent, in Südkorea SK Hynix über 3 Prozent. "Wir haben nun fast eine schizophrene Persönlichkeit bei KI", sagt Stephen Kolano, CIO von Integrated Partners. Über die negativen Folgen der KI-Disruption könne derzeit nur spekuliert werden.
Der Dax sieht indes nach Händlerangaben sehr stark aus und lauert nur auf einen Ausbruch nach oben. Der Dax-Future bewegt sich am Morgen in einer stabilen Seitwärtsbewegung über 25.000 Zählern seitwärts.
Mercedes-Gewinn fast halbiert
Der Gewinn von Mercedes-Benz ist im vergangenen Jahr um knapp die Hälfte eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahr sei das Konzernergebnis 2025 um rund 49 Prozent von 10,4 Milliarden Euro auf 5,3 Milliarden Euro gesunken, teilte der Autobauer mit.
Zölle, negative Wechselkurseffekte und der intensive Wettbewerb in China hätten die Ergebnisse belastet. Kosteneinsparungen von mehr als 3,5 Milliarden Euro in der Pkw-Sparte hätten hingegen einen Teil des Gegenwinds kompensiert. Der Umsatz ging um neun Prozent auf 132,2 Milliarden Euro zurück. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern sank um 57 Prozent auf 5,82 Milliarden Euro.
Rekordjahr: Deutsche Börse erhöht Dividende
Die Deutsche Börse hat im abgelaufenen Jahr einen Rekordgewinn erzielt und hebt die Dividende an. "Durch starkes strukturelles Wachstum haben wir den Gegenwind aus Zinsumfeld, geringer Volatilität und Währungseffekten mehr als ausgeglichen", sagte der Vorstandschef des Frankfurter Börsenbetreibers, Stephan Leithner. Zum Erfolg trug vor allem das Segment Trading & Clearing maßgeblich bei: Eine hohe Nachfrage nach Absicherungsprodukten führte zu deutlichen Zuwächsen bei Zinsderivaten und im Energiehandel, insbesondere bei Gas. Zudem profitierte das Wertpapiergeschäft von einem erhöhten Interesse der Anleger an europäischen Titeln und das Devisengeschäft von dynamischen Marktbedingungen.
Die Nettoerlöse ohne Treasury-Ergebnis, die zentrale operative Steuerungsgröße, stiegen 2025 um neun Prozent auf 5,189 Milliarden Euro. Die Entwicklung kompensierte den erwarteten zinsbedingten Rückgang des Treasury-Ergebnisses um 20 Prozent auf 837 Millionen Euro. In Summe erhöhten sich die Nettoerlöse der Gruppe somit um drei Prozent auf 6,026 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ohne Treasury-Ergebnis wuchs um 14 Prozent auf 2,675 Milliarden Euro. Insgesamt kletterte das EBITDA der Gruppe um drei Prozent auf 3,512 Milliarden Euro. Der den Anteilseignern der Deutschen Börse zuzurechnende Periodenüberschuss stieg um zwei Prozent auf 1,995 Milliarden Euro. Für 2025 sollen die Anteilseigner eine Dividende von 4,20 Euro je Aktie erhalten, nach vier Euro im Jahr davor.
Starke US-Daten sorgen für Rekordstimmung an Asien-Börsen
Die asiatischen Börsen ziehen auf Rekordstände. Angetrieben werden die Märkte von unerwartet starken US-Arbeitsmarktdaten, die die Hoffnung auf eine baldige Zinssenkung in den USA dämpfen und den Dollar stützen. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans erreicht einen neuen Höchststand.
Besonders die japanische Börse profitiert zudem von der Wahl von Sanae Takaichi zur neuen Premierministerin, die im Wahlkampf mehr Konjunkturhilfen versprochen hatte. Der Nikkei-Index legt 0,2 Prozent auf 57.738,91 Punkte zu, während der breiter gefasste Topix 0,5 Prozent gewinnt. Der Shanghai Composite notiert ebenfalls fester.
"Das Gesamtbild ist, dass sich die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt zu diesem Zeitpunkt verschärfen könnten", sagt Thomas Mathews, Leiter der Abteilung für Märkte im asiatisch-pazifischen Raum bei Capital Economics. "Wenn dem so ist, könnten die Anleger die Argumente für eine weitere Lockerung überschätzen." Die Erwartungen an eine Zinssenkung der US-Notenbank Fed im März sind nach den Daten deutlich gesunken.
Neue Abnehmpille in entscheidender Studie: Kurssprung
Viking Therapeutics will sein experimentelles Medikament zur Gewichtsreduktion in Tablettenform noch in diesem Jahr in einer späten Studienphase testen und macht damit den etablierten Anbietern von Abnehmmitteln Konkurrenz. Die Aktie des Unternehmens stieg im nachbörslichen Handel um fast neun Prozent. Viking kündigte an, die entscheidende Studie für das Mittel mit dem Namen VK2735 im dritten Quartal zu beginnen. Weitere Einzelheiten zum Studiendesign sollen in den kommenden Monaten bekannt gegeben werden.
Viking setzt darauf, sowohl eine Tablette als auch eine Spritze mit demselben Wirkstoff anzubieten. Dies könne das Risiko unerwarteter Nebenwirkungen im Vergleich zu einem Wechsel zwischen Therapien mit unterschiedlichen Wirkstoffen verringern, teilte das Unternehmen mit. Im vergangenen Jahr hatte eine Studie ergeben, dass die Pille Patienten half, 12,2 Prozent ihres Körpergewichts zu verlieren. Damit wurden jedoch die höchsten Erwartungen der Wall Street von 15 Prozent verfehlt. Das Unternehmen zeigte sich dennoch überzeugt, dass mit einer niedrig dosierten oralen Behandlung eine effektive Gewichtserhaltung erreicht werden könne.
Der Markt für Medikamente zur Gewichtsreduktion boomt und wird von dem dänischen Konzern Novo Nordisk und dem US-Konzern Eli Lilly mit ihren Kassenschlager-Spritzen Wegovy und Zepbound dominiert. Novo Nordisk hat bereits eine Zulassung für eine orale Version von Wegovy erhalten.
Das ist los im frühen Devisengeschäft
Am asiatischen Devisenhandel verliert der Dollar 0,5 Prozent auf 152,41 Yen und gibt 0,2 Prozent auf 6,9013 Yuan nach. Zur Schweizer Währung notiert er 0,1 Prozent niedriger bei 0,7704 Franken. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1873 Dollar und gibt um 0,1 Prozent auf 0,9147 Franken nach.
Kranich-Airline am Boden
Bei der Lufthansa haben die angekündigten Streiks der Piloten und Flugbegleiter begonnen. Das bestätigte eine Sprecherin der Gewerkschaft Ufo. Wegen der ganztägigen Arbeitsniederlegungen können hunderte Jets der größten Airline nicht starten. Eine genaue Zahl der gestrichenen Verbindungen nannte das Unternehmen zunächst nicht, es wurden aber "umfangreiche Flugstreichungen" angekündigt.
Auf den Abflugplänen größerer Flughäfen wie Frankfurt und Berlin finden sich nur ganz vereinzelte Lufthansa-Verbindungen, die aufrechterhalten werden sollen. Fluggäste sollten vor allem auf digitalen Wegen informiert werden und möglichst nicht auf eigene Faust zum Flughafen kommen. Lufthansa hat angekündigt, im großen Umfang elektronische Umbuchungen anzubieten. Erst für den Freitag rechnet die Airline wieder mit der Rückkehr zum normalen Flugplan.
Ein Stern zeigt dem Dax den Weg
Der Dax hat sich von der 25.000er-Marke wieder etwas entfernt. Im gestrigen Geschäft ging es für den deutschen Börsenleitindex 0,5 Prozent auf 24.856 Punkte abwärts. Dabei wurden zwar die Daten des verspätet veröffentlichten US-Arbeitsmarktberichts positiv aufgefasst. Von Seiten der Berichtssaison gab es aber auch das ein oder andere negative Signal.
Und auch heute richtet sich das Augenmerk der Anleger erneut auf Unternehmensnachrichten. So stellt Mercedes-Benz etwa eine wahre Krisenbilanz für 2025 vor. Nach Prognose von Analysten ist das Betriebsergebnis um die Hälfte auf 6,6 Milliarden Euro eingebrochen, bei einem Umsatzrückgang um acht Prozent auf 134 Milliarden Euro. Gründe sind unter anderem der starke Absatzrückgang in China, die belastende US-Zollpolitik und die Kosten des sozialverträglichen Abbaus Tausender Stellen in Deutschland. Branchenkenner erwarten eine leichte Erholung im laufenden Jahr. Dafür muss Konzernchef Ola Källenius vor allem die Talfahrt in China stoppen - dort war der Pkw-Absatz der Marke mit dem Stern im vergangenen Jahr fast um ein Fünftel geschrumpft.
Zudem lädt Siemens zum ersten Mal seit sechs Jahren seine Aktionäre zu einer Präsenz-Hauptversammlung in die Olympiahalle ein. Grund ist eine Abstimmungsniederlage im vergangenen Jahr. Für Vorstandschef Roland Busch ist es eine Premiere, live vor den Anteilseignern aufzutreten. Mehr als 5000 Aktionäre haben sich angemeldet. Sie wollen vor allem wissen, wie weit Siemens auf dem Weg zur "One Tech Company" gekommen ist, mit der Busch die einzelnen Sparten enger verzahnen will. Zudem dürfte es um die Abspaltung der Medizintechnik-Tochter Healthineers und die milliardenschweren Zukäufe von US-Softwarefirmen gehen. Vorher veröffentlicht Siemens die Geschäftszahlen für das erste Quartal 2025/26.
Daneben legt der Industriekonzern Thyssenkrupp die Zahlen zum ersten Quartal seines Geschäftsjahres 2025/26 vor. Neben der Bilanz dürfte sich das Interesse auf Aussagen zum Stand der Verhandlungen mit dem indischen Konzern Jindal Steel zur Übernahme von Thyssenkrupp Steel richten. Jindal hatte vor Monaten ein nicht bindendes Angebot für den größten deutschen Stahlkonzern vorgelegt. Thyssenkrupp-Chef Miguel Lopez könnte zudem weitere Kostensenkungen ankündigen.
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