Der Börsen-Tag
2. April 2026
imageHeute mit Thomas Badtke und Wolfram Neidhard
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08:39 Uhr

Dax-Schwäche meldet sich eindrucksvoll zurück

Mit deutlichen Abgaben werden die europäischen Aktienmärkte zur Eröffnung erwartet. Taktgeber sind weiterhin Aussagen von US-Präsident Donald Trump, die das Maß der aktuellen Risikobereitschaft der Anleger vorgeben. Er signalisierte in seiner mit Spannung erwarteten Rede weitere Militärschläge gegen den Iran, was Sorgen über Versorgungsunterbrechungen im Nahen Osten neu entfachte und den Appetit auf Risikoanlagen dämpft. Damit drehen sich die Bewegungen vom Vortag wieder um, Aktien und Anleihen verlieren deutlich während Öl stark zulegt.

So wird der Dax am Morgen bei 22.850 Punkten nach einem Vortagesschluss bei 23.275 Punkten erwartet. Brent wird gut 6 Prozent höher bei 107,36 Dollar je Barrel gehandelt. Vor dem langen Osterwochenende und dem Schlagzeilenrisiko vor Augen könnten Anleger nochmals das Risiko herunterfahren, also Risikoassets wie Aktien verkaufen.

Dax-Schwäche meldet sich eindrucksvoll zurück
08:22 Uhr

Stimmung in Chemiebranche bricht ein

Die Stimmung in der von steigenden Energiepreisen und drohenden Lieferengpässen infolge des Iran-Kriegs besonders stark betroffenen deutschen Chemieindustrie hat sich im März deutlich eingetrübt. Das Barometer für das Geschäftsklima fiel auf minus 25,0 Punkte, von minus 16,7 Zählern im Februar, wie das IFO-Institut mitteilte. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage mit minus 31,9 Punkten erheblich schlechter als im Vormonat mit minus 21,2 Punkten.

 Auch die Erwartungen für die kommenden Monate trübten sich deutlich ein: Dieser Indikator sank von minus 12,1 auf minus 17,9 Punkte. "Die Folgen der Kriegshandlungen im Nahen Osten treffen die ohnehin angeschlagene Chemiebranche mit voller Wucht", sagte IFO-Branchenexpertin Anna Wolf.

Stimmung in Chemiebranche bricht ein
08:03 Uhr

Uniper setzt auf Entspannung bei Gaspreisen

Der Chef des Versorgers Uniper, Michael Lewis, geht bei einem baldigen Ende des Iran-Kriegs von einer Entspannung bei den Gaspreisen aus. "Wir hoffen, dass der Konflikt so schnell wie möglich beigelegt werden kann", sagte der Manager der "Rheinischen Post". "Jenseits der humanitären Katastrophe sehen wir Gaspreise im Großhandel, die sich seit Beginn des Iran-Kriegs auf 50 bis 60 Euro je Megawatt verdoppelt haben", fügte er hinzu. Der Markt gehe indes davon aus, dass die USA und der Iran sich absehbar einigen würden. "Für 2027 und 2028 sehen wir noch niedrigere Gaspreise als heute", sagte er. In Europa gebe es aktuell ein Preisproblem, aber derzeit noch kein Mengenproblem. "Deutschland und auch Uniper haben sich beim Gasbezug viel breiter aufgestellt", unterstrich er.

Uniper setzt auf Entspannung bei Gaspreisen
07:46 Uhr

Hohe Spritpreise: Umweltverband fordert "Mobilitätsgeld"

Der Umweltverband BUND spricht sich angesichts der hohen Spritpreise für ein "Mobilitätsgeld" aus. Dieses solle die bestehende Regelung zur Pendlerpauschale ablösen. Der BUND-Verkehrsexperte Jens Hilgenberg sagte: "Auch wenn die Kosten für Diesel und Benzin in nächster Zeit wieder sinken sollten, werden sie doch perspektivisch grundsätzlich eher steigen. Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt, Impulse für eine sozial- und umweltverträgliche Mobilität zu setzen." Die Umwandlung der aktuellen Regelung der Entfernungspauschale in ein einkommensunabhängiges Mobilitätsgeld wäre ein guter Schritt.

Von der Pendlerpauschale in ihrer jetzigen Form profitierten in erster Linie Personen mit hohem Einkommen und weiten Pendelwegen, die sie mit dem Auto zurücklegen. Menschen mit niedrigem Einkommen, die den Eingangsteuersatz zahlten, würden durch die Regelung meist überhaupt nicht entlastet. Mit der Einführung eines Mobilitätsgeldes würde diese Ungerechtigkeit behoben. Es könnte ein fester Betrag pro Pendel-Kilometer mit der Steuer verrechnet oder direkt ausgezahlt werden, unabhängig sowohl vom Einkommen als auch von den benutzten Verkehrsmitteln.

Der Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) hatte vorgeschlagen, künftig jedem Pendler sofort und unabhängig von der Höhe des Einkommens einheitlich ein Mobilitätsgeld von 17 Cent je Kilometer auszuzahlen beziehungsweise beim monatlichen Lohnsteuerabzug zu verrechnen.

Hohe Spritpreise: Umweltverband fordert "Mobilitätsgeld"
07:28 Uhr

Bank-Markazi-Streit: Deutsche Börse prüft Berufung 

Die Deutsche-Börse-Tochter Clearstream hat in dem schwelenden Streit um Gelder, die der iranischen Zentralbank zugerechnet werden, vor Gericht eine Niederlage erlitten. Clearstream habe davon Kenntnis erlangt, dass ein US-Gericht eine Entscheidung zugunsten der Vollstreckungsgläubiger des Iran erlassen habe, teilte die Börse mit. Diese Gläubiger hätten auf die Herausgabe von mindestens rund 1,7 Milliarden Dollar geklagt, die der iranischen Zentralbank (Bank Markazi) zugerechnet und von Clearstream in Luxemburg auf einem Kundenkonto verwahrt würden. Clearstream prüfe, ob sie Berufung gegen die Entscheidung einlege.

Ebenso verlange die Bank Markazi bereits seit 2018 ihrerseits als Teil einer in Luxemburg unter anderem gegen Clearstream eingereichten Klage die Herausgabe umfangreicher Vermögenswerte einschließlich des oben genannten Betrages in Höhe von etwa 1,7 Milliarden Dollar, hieß es weiter. Die Klage werde derzeit noch in der ersten Instanz verhandelt. Clearstream gehe nach rechtlicher Beratung weiterhin davon aus, dass die Klage in Luxemburg unbegründet sei.

Bank-Markazi-Streit: Deutsche Börse prüft Berufung 
07:08 Uhr

Trumps Zollversprechen gehen nicht auf

Vor einem Jahr gab US-Präsident Donald Trump eine große Zolloffensive bekannt - doch aus Sicht der US-Expertin Laura von Daniels geht das Kalkül hinter den Maßnahmen nicht auf. "Bei den Konsumenten und den meisten Unternehmen in den USA sorgen die Zölle für höhere Kosten", teilte die Politökonomin der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) mit. "Zusammen mit den durch den Iran-Krieg drastisch steigenden Energiepreisen heizen auch die Zölle die Inflation erneut an."

Von Trumps Versprechen, die Lebenshaltungskosten zu reduzieren, bleibe kaum etwas übrig. Ein weiteres nicht eingehaltenes Versprechen seien hohe Mehreinnahmen aus Zöllen, um die Haushaltslage in den USA zu verbessern.

"Trump hat durch seine Steuerreform das Haushaltsdefizit vergrößert. Nun drohen außerdem der Iran-Krieg und weitere Militärmaßnahmen noch weitere Löcher in den Staatshaushalt zu reißen", betonte von Daniels. Der Hauptschaden für die US-Wirtschaft entstehe jedoch durch die Unsicherheit, die Trumps Politik unter Marktteilnehmern schafft. "All diese Probleme hat Trump - ohne Not - selbst geschaffen."

Trumps Zollversprechen gehen nicht auf
06:49 Uhr

Trump verunsichert die Anleger

Die Unsicherheit über das Ende des Iran-Kriegs belastet die asiatischen Börsen. US-Präsident Donald Trump hat zwar ein baldiges Erreichen der strategischen Ziele angekündigt, gleichzeitig aber "extrem harte" Angriffe in den kommenden zwei bis drei Wochen in Aussicht gestellt.

Die Anleger konzentrieren sich auf die Frage, wann die Straße von Hormus wieder geöffnet wird. Durch die wichtige Schifffahrtsroute fließt ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggas-Transports. Der Iran nutzt die Meerenge als Druckmittel und greift weiter Golfstaaten an, in denen teilweise US-Stützpunkte liegen.

Die japanische Börse reagiert schwach: Der Nikkei-Index gibt 1,9 Prozent auf 52.731,94 Punkte nach. In Shanghai verliert der Composite 0,4 Prozent auf 3933,47 Stellen.

Trump verunsichert die Anleger
06:34 Uhr

Dollar profitiert von Verunsicherung

Am Devisenmarkt profitiert der Dollar von der Verunsicherung. Zur japanischen Währung gewinnt er 0,4 Prozent auf 159,45 Yen und legt 0,2 Prozent auf 6,8842 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,4 Prozent höher bei 0,7971 Franken. Der Euro fällt 0,4 Prozent auf 1,1546 Dollar.

Dollar profitiert von Verunsicherung
06:18 Uhr

"Wir fliegen für die ganze Menschheit"

Die USA haben erstmals seit mehr als 50 Jahren wieder Menschen zum Mond geschickt. Die 98 Meter hohe Rakete Space Launch System (SLS) hob am Mittwoch um 18.35 Uhr Ortszeit (0.35 Uhr MESZ heute) mit vier Astronauten an Bord vom Kennedy Space Center in Florida ab. Die Nasa-Astronauten Reid Wiseman, Victor Glover und Christina Koch sowie der Kanadier Jeremy Hansen sollen in der Raumkapsel Orion zunächst die Erde umrunden, bevor sie zu ihrer zehntägigen Reise zum Mond aufbrechen. "Das ist Jeremy, wir fliegen für die ganze Menschheit", sagte Hansen kurz vor dem Start aus der Orion-Kapsel. Sie werden den Mond zwar nicht betreten, sich jedoch bei der Mission "Artemis 2" bis zu 406.000 Kilometer von der Erde entfernen - weiter als je ein Mensch zuvor. Den bisherigen Rekord hält mit etwa 400.000 Kilometern die Mannschaft der "Apollo 13", die 1970 nach der Explosion eines Sauerstofftanks nicht wie geplant auf dem Mond landen konnte.

"Wir fliegen für die ganze Menschheit"
06:00 Uhr

Zwei Termine können den Dax stürzen

Der Dax steuert mit großen Schritten auf eine positive Wochenbilanz zu. Der deutsche Börsenleitindex schloss zur Wochenmitte mit 23.299 Punkten und steht damit bislang bei einem Wochengewinn von fast 3,5 Prozent. Eine sich womöglich abzeichnende Lösung im seit vier Wochen andauernden Irak-Krieg sorgte für Hoffnung auf Anlegerseite, auch wenn die ganze Gemengelage rund um die Blockade der Straße von Hormus weiterhin volatil und unübersichtlich bleibt.

Und heute? US-Präsident Donald Trump will sich in einer Rede an die Nation zum Krieg gegen den Iran äußern. Vorab sagte er der Nachrichtenagentur Reuters, die USA würden den Krieg recht schnell beenden, behielten sich aber bei Bedarf punktuelle Angriffe vor. Zudem wolle er in der Ansprache erklären, dass er einen Rückzug der USA aus der Nato erwäge. Die britische Außenministerin Yvette Cooper plant ein virtuelles Treffen mit Vertretern aus 35 Ländern, darunter Deutschland und Frankreich, um über Maßnahmen für die Zeit nach einem Ende der Kämpfe zu beraten.

Unternehmensseitig legt der US-Elektroautobauer Tesla seine Absatzzahlen für März vor. Experten rechnen mit einem weiteren schwachen Quartal: Von Januar bis März dürfte der Absatz verglichen mit dem Vormonat um 11,8 Prozent zurückgegangen sein, sagen Analysten voraus. Dabei spielt zum einen das Auslaufen einiger Elektroauto-Förderprogramme in China eine Rolle, was auf dem weltweit größten Automarkt zu Jahresbeginn für Schockwellen gesorgt hatte. Dazu kommt die Verbrenner-freundliche Politik von US-Präsident Donald Trump. In Europa sind dagegen Anzeichen für eine Erholung zu erkennen, in vielen Märkten legte der Absatz deutlich zu.

Die komplette Wirtschaftsterminübersicht für diese Woche finden Sie hier.

Zwei Termine können den Dax stürzen