DAX arbeitet sich bei schwieriger Gemengelage nach oben
Nach den jüngsten Kursrücksetzern hat der deutsche Aktienmarkt wieder Boden gut gemacht. Der DAX rückte um 0,9 Prozent vor und schloss bei 19.426 Zählern. Der EUROSTOXX50 notierte 0,5 Prozent höher bei 4758 Stellen. Impulse von der Wall Street gab es heute nicht, weil dort wegen Thanksgiving kein Handel stattfand.
Nach elf Börsenmonaten mit deutlichen Kursgewinnen sei noch nicht klar, wohin die Reise in den letzten vier Wochen des Jahres gehe, meint Jürgen Molnar von RoboMarkets. "Vielleicht kann ja ein starker Start ins Weihnachtsgeschäft am morgigen Black Friday in der kommenden Woche den Startschuss für eine Jahresendrally geben." Der DAX hat seit Jahresbeginn mehr als 14 Prozent zugelegt.
Entscheidend für den weiteren Kursverlauf an den Börsen dürfte vor allem der geldpolitische Kurs der Notenbanken sein. Zuletzt hatten die Zinssenkungsfantasien dies- und jenseits des Atlantiks wieder etwas abgenommen. Mit Spannung warteten die Anleger daher auf die erste Schätzung zur Entwicklung der deutschen Verbraucherpreise im November. Die Inflationsrate dürfte Experten zufolge deutlich gestiegen sein - auf 2,3 Prozent nach 2,0 Prozent im Oktober und 1,6 Prozent im September.
Im DAX punkteten Heidelberg Materials mit der Übernahme des Zementherstellers Giant Cement. Die Aktien legten 1,2 Prozent zu. Mit dem Zukauf soll das Geschäft im Südosten der USA und in den nordöstlichen New-England-Staaten ausgebaut werden.
Navidi: "Auch für die USA selbst machen diese Zölle keinen Sinn"
Donald Trump ist noch nicht im Amt und "terrorisiert bereits die Welt". Das sagt Sandra Navidi von Beyond Global. Die Finanzexpertin zeigt auf, wieso die viel diskutierten Zölle von Trumps Administration auch den USA selbst schaden würden, und warum historische Allianzen plötzlich wertlos sein könnten.
Commerzbank erwartet kräftige Zinsanhebung in Russland
Der Rubel hat sich bekanntlich nach seinem jüngsten Absturz etwas erholen können. Die Commerzbank verweist als Mitauslöser darauf, dass die USA neue Sanktionen gegen rund 50 russische Banken verhängt hätten, darunter auch die wichtigste systemrelevante Bank für die Abwicklung von Gaszahlungen. Die Rubel-Schwäche werde nun die Sorgen der russischen Zentralbank über die inflationären Kräfte verstärken, was eine große Zinserhöhung um 200 Basispunkte für die Sitzung am 20. Dezember wahrscheinlich mache, sagt Commerzbank-Analyst Tatha Ghose.
Eine Frage, die man sich stellen könnte, sei, warum die Währungspaare Dollar/Rubel und Euro/Rubel - die keine wirklich gehandelten Wechselkurse seien, sondern nur künstliche "Fixings" - auf jede neue Sanktionsrunde reagieren sollten. Weitreichende Sanktionen verhinderten den freien Fluss von Hartwährungen. So könne beispielsweise renditesuchendes Kapital in der Hoffnung auf höhere Zinsen nicht ins Land fließen.
Hugo-Boss-Aktie schmiert wegen Benko-Verbindung ab
Hugo Boss sind am Nachmittag unter Druck geraten und lagen mit minus 7,7 Prozent hinten. Belastend wirkt laut Angaben aus dem Handel ein Artikel im "Handelsblatt". Danach habe Hugo-Boss-Chef Daniel Grieder mit Rene Benko die Modemarke unter die eigene Kontrolle bringen wollen. Dass er vorab eine Geschäftsprognose an Benko verraten haben soll, interessiere nun die Behörden, schreibt die Zeitung.
Die Finanzmarktaufsicht Bafin habe dem Vernehmen nach eine Vorprüfung eingeleitet. Die Behörde habe eine Stellungnahme gegenüber dem "Handelsblatt" abgelehnt, da einzelne Fälle nicht kommentiert würden. In den Blick nehmen dürften die Ermittler mögliche Verstöße gegen das Verbot von Insidergeschäften oder wegen unrechtmäßiger Offenlegung von Insiderinformationen.
"Viel schlechter kann die Stimmung nicht mehr werden"
Hotelkette Achat meldet Insolvenz an
Die Mannheimer Hotelkette Achat hat Insolvenz angemeldet. Der Geschäftsbetrieb in den 49 Hotels geht nach Unternehmensangaben aber weiter, wie das Unternehmen mitteilte. Das Amtsgericht Mannheim ordnete eine vorläufige Eigenverwaltung für die Achat Hotel- und Immobilienbetriebsgesellschaft mbH an.
Laut "Bild"-Zeitung zählte das Unternehmen in dem Bereich zu einem der am schnellsten wachsenden. Noch im vergangenen Jahr habe es ein Rekordjahr gefeiert und neue Hotels eröffnet. Bei einer Insolvenz in Eigenverwaltung bleibt der Geschäftsführung die Möglichkeit, mit Unterstützung eines gerichtlich bestellten Sachwalters eigenständig daran zu arbeiten, das Unternehmen zu stabilisieren und zu sanieren.
Geht der US-Börsenboom 2025 einfach so weiter?
Der US-Aktienmarkt hat sich im laufenden Jahr äußerst erfolgreich entwickelt. Aber kann das auch im kommenden Jahr so weitergehen? Über Chancen und Risiken und mögliche Strategien spricht Friedhelm Tilgen mit Nicolai Tietze von Morgan Stanley.
Birkenstock verliert im Streit um Sandalendesign gegen Aldi
Birkenstock muss im Streit mit Aldi um das Design einer Sandale im Sortiment des Discounters auch in zweiter Instanz eine Niederlage einstecken. Das Oberlandesgericht München bestätigte ein entsprechendes Urteil der Vorinstanz, wie ein Gerichtssprecher sagte. Diese hatte die Klage gegen eine Sandale mit großer Schnalle abgewiesen.
Birkenstock hatte design- und wettbewerbsrechtliche Unterlassungsansprüche, Auskunfts- und Rechnungslegungsansprüche sowie Rückruf-, Vernichtungs-, Kostenerstattungs- und Schadensersatzfeststellungsansprüche gegen Aldi geltend gemacht. Der Schuhhersteller hatte seine Rechte durch Schuhe im Sortiment des Discounters verletzt gesehen. Das Gericht folgte dieser Bewertung allerdings nicht.
"Europas Wettbewerbsfähigkeit ist akut gefährdet"
Die deutsche Industrie teilt die Einschätzung von Mario Draghi über die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit in der EU. Die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Tanja Gönner, fordert als Konsequenz für die Industrie- und Wirtschaftspolitik der EU in der nun beginnenden Legislatur einen genauso großen Aufschlag wie in der Klimapolitik in der letzten Periode, darunter auch einen "Clean Industrial Deal". Die EU brauche zudem als Reaktion eine tiefere Integration des Binnenmarkts, um Effizienz zu heben und Wachstum zu stärken, unter anderem in der Verteidigung, der Infrastruktur, der Telekommunikation und der Pharmazie.
"Europas Wettbewerbsfähigkeit ist in einem Umfeld mit zunehmenden geopolitischen Verwerfungen und einem verschärften globalen Standortwettbewerb akut gefährdet. Die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft muss für die EU in den nächsten fünf Jahren höchste Priorität haben", sagt Gönner. Notwendig sei zudem eine solide gemeinsame Finanzierung der Industriepolitik zum Beispiel aus dem Haushalt der EU sowie über die Europäische Investitionsbank im Dienst der Resilienz, Transformation und Innovation.
Autoversicherer HUK-Coburg übernimmt Mehrheit an Werkstattkette Pitstop
Interessantes aus der außerbörslichen Wirtschaft: Deutschlands größter Autoversicherer HUK-Coburg übernimmt die Mehrheit an der Werkstattkette Pitstop. Das Unternehmen stocke seine seit 2022 bestehende Beteiligung von 25,1 Prozent auf 84,9 Prozent auf, vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörde, teilte HUK-Coburg mit. Der bisherige Mehrheitseigentümer Stefan Kulas gebe seine Beteiligung ab, bleibe aber in der Geschäftsführung. Der Reifenhersteller Bridgestone bleibe Minderheitsgesellschafter.
Mit dem Vorhaben, das ab dem 2. Januar 2025 greife, gehe HUK-Coburg den nächsten Schritt hin zu einem Serviceanbieter rund um Mobilität, sagte Vorstandssprecher Klaus-Jürgen Heitmann. Den Kaufpreis nannte das Unternehmen nicht.
Experte: Teuerungsrate "kaum der Rede wert", aber neuer Inflationsimpuls lauert
Hier eine Expertenstimme zur deutschen Inflation: "Die etwas höhere Inflationsrate ist kaum der Rede wert. Nach wie vor lässt sich von einem preisstabilen Umfeld sprechen", sagte Alexander Krüger, Chefvolkswirt der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank, zu ntv.de: "Die deutsche Vorgabe hält eine Leitzinssenkung der EZB im Dezember auf der Agenda. Es sieht so aus, dass die Inflationsrate auch in den kommenden Monaten leicht über 2,0 Prozent liegt. Wegen der drohenden US-Zollerhöhungen lauert für 2025 ein neuer Inflationsimpuls, der zurzeit aber nicht nach Angst und Bange aussieht."
Den DAX tangierten die Daten kaum, er blieb bei plus 0,7 Prozent bei 19.393 Punkten. Dagegen gab der Euro nach und notierte 0,2 Prozent tiefer bei 1,0544 US-Dollar.
Deutsche Inflation wieder klar über zwei Prozent - Kerninflation sehr hartnäckig
Die deutsche Inflationsrate ist im November den zweiten Monat in Folge gestiegen. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich um durchschnittlich 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt zu seiner ersten Schätzung mitteilte. Im Oktober war die Teuerungsrate auf 2,0 Prozent geklettert, nachdem sie im September mit 1,6 Prozent noch auf den tiefsten Stand seit rund dreieinhalb Jahren gefallen war. Ökonomen hatten diesmal mit einem Anstieg auf 2,3 Prozent gerechnet. Von Oktober auf November fielen die Verbraucherpreise dagegen um 0,2 Prozent.
Tiefer in die Taschen greifen mussten die Verbraucher vor allem für Dienstleistungen wie Pauschalreisen und Versicherungen. Diese verteuerten sich erneut um 4,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Nahrungsmittel kosteten 1,8 Prozent mehr (Oktober: plus 2,3 Prozent). Energie verbilligte sich dagegen um 3,7 Prozent (Oktober: minus 5,5 Prozent). Die Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie - oft auch als Kerninflation bezeichnet - stieg voraussichtlich auf 3,0 Prozent.
Wird US-Embargo gar nicht so schlimm? Chipzulieferer-Aktien stark
Spekulationen auf eine vergleichsweise milde Verschärfung der US-Beschränkungen für Technologie-Exporte nach China beflügeln europäische Firmen aus diesem Sektor. Ihr Branchenindex stieg kräftig. Zu den größten Gewinnern zählten Chipindustrie-Zulieferer wie ASML, ASM International, BE Semiconductor und Aixtron mit Kursgewinnen von bis zu 6,3 Prozent.
Die neuen Beschränkungen für den Verkauf von Maschinen zur Halbleiter-Produktion und von KI-Spezialspeicherchips, die in der kommenden Woche verkündet werden sollen, blieben hinter den ursprünglichen Plänen zurück, meldete Bloomberg unter Berufung auf Insider.
Neues vom Geldmarkt
Die Euribors sind am europäischen Geldmarkt auch heute höher gefixt worden. Inflationsdaten aus Spanien mahnen zur Vorsicht, diese deuten auf einen anhaltenden Preisdruck hin. Nach Angaben der Statistikbehörde INE stieg der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) mit einer Jahresrate von 2,4 Prozent und damit weit stärker als im Oktober mit 1,8 Prozent und auch klar über dem EZB-Ziel von 2,0 Prozent. Ökonomen hatten eine Rate von 2,3 Prozent erwartet. Um 14.00 Uhr werden die deutschen Verbraucherpreise für November veröffentlicht. Mit Blick auf den HVPI wird ein Rückgang von 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat erwartet. Auf Jahressicht wird ein Plus von 2,6 Prozent erwartet, was ebenfalls deutlich über dem EZB-Ziel liegen würde.
Hier die jüngsten Daten: Tagesgeld: 3,05 - 3,40 (3,05 - 3,40), Wochengeld: 3,12 - 3,47 (3,12 - 3,47), 1-Monats-Geld: 3,01 - 3,43 (3,01 - 3,43), 3-Monats-Geld: 2,86 - 3,26 (2,90 - 3,12), 6-Monats-Geld: 2,64 - 2,88 (2,66 - 2,90), 12-Monats-Geld: 2,41 - 2,68 (2,42 - 2,69), Euribors: 3 Monate: 2,9390 (2,9120), 6 Monate: 2,7080 (2,6940), 12 Monate: 2,4630 (2,4480)
Geschäftsklima in Eurozone hellt sich überraschend leicht auf
Das Geschäftsklima im Euroraum hat sich minimal verbessert. Das Stimmungsbarometer stieg im November um 0,1 Punkte auf 95,8 Zähler, wie aus Daten der EU-Kommission hervorgeht. Volkswirte hingegen hatten mit einem Rückgang auf 95,1 Punkte gerechnet. Während es Verbesserungen bei der Industrie und dem Einzelhandel gab, ging es bei Dienstleistern und Verbrauchern etwas bergab. Während sich die Stimmung etwa in Frankreich, Spanien, den Niederlanden und Polen verbesserte, verschlechterte sie sich in Deutschland und - in geringerem Maße - in Italien.
Oh la la: Französische Rendite nun höher als bei griechischen Staatsanleihen
Die Rendite auf französische zehnjährige Staatsanleihen liegt mit 3,00 Prozent nun einen Tick über der entsprechenden griechischen Benchmark-Anleihe, die bei 2,99 Prozent rentiert. Damit verschwindet die Grenze zwischen Peripherie und Zentrum der Eurozone zusehends, wenngleich die Rendite zehnjährigen Bundesanleihe mit 2,16 Prozent klar unter dem Level der beiden anderen Länder liegt.
Allerdings liegt der CDS auf griechische Benchmarktitel mit 60 Basispunkten (Bp) weiterhin deutlich über dem Niveau der französischen mit 39 Bp. Die Märkte verlangen also weiterhin eine deutliche höhere Ausfallprämie auf griechische Titel. Die Freude darüber dürfte sich in Paris in Grenzen halten.
Höheres Risiko gleich höhere Rendite?
An der Börse geht nichts ohne Risiko - und oft wird gesagt, dass ein höheres Risiko mit einer höheren Rendite belohnt wird. Aber stimmt das wirklich? Haben billige Aktien weniger Risiko als teure? Und wie wirkt sich die Beimischung von Anleihen aufs Risiko des eigenen Depots aus? Raimund Brichta spricht darüber mit Johannes Hesche von der Fondsgesellschaft Acatis.
DAX deutlich im Plus
Kurzer Blick auf den Frankfurter Aktienmarkt: Der DAX hat sich klar im positiven Bereich behauptet. Der deutsche Leitindex notierte am Mittag 0,7 Prozent fester bei 19.400 Punkten. Der EUROSTOXX50 stieg um ebenfalls 0,7 Prozent auf 4764 Stellen.
Russlands Zentralbank grätscht dazwischen - Rubel wertet auf
Der Rubel hat nach dem Eingreifen der russischen Zentralbank seine Talfahrt vorerst gestoppt. Die Währung wertete zum US-Dollar um 2,6 Prozent auf 110,20 auf. Dennoch liegt der Kurs damit auf einem Niveau, das zuletzt im März 2022 so niedrig gewesen ist - dem ersten Monat nach Beginn des russischen Einmarschs in die Ukraine. Den Daten der Moskauer Börse (MOEX) zufolge konnte der Rubel auch im Vergleich zum chinesischen Yuan leichte Kursgewinne auf 14,60 verbuchen.
Neue US-Sanktionen gegen die Gazprombank hatten Panikkäufe auf dem Devisenmarkt ausgelöst. Dies sei der Grund für den Kursverfall des Rubel, sagte der Topmanager der russischen VTB-Bank, Dmitri Pjanow. Die Bank Rossii hatte deshalb beschlossen, bis zum Jahresende keine Devisen mehr auf dem Inlandsmarkt zu kaufen. Das stützte den Rubel, der allein am Mittwoch noch um mehr als sieben Prozent abgewertet hatte.
Auf Trump nicht vorbereitet: Zoll-Keule "wird Deutschland besonders hart treffen"
Die deutsche Wirtschaft blickt mit Sorge auf die kommende zweite Amtszeit von Donald Trump als US-Präsident und die von ihm angekündigten Zollerhöhungen. In einer Umfrage unter deutschen Volkswirtschaftsprofessoren sieht eine große Mehrheit Deutschland schlecht auf Trump vorbereitet.
Kartelluntersuchung gegen Microsoft eingeleitet
Die US-Kartellaufsicht Federal Trade Commission (FTC) hat einem Insider zufolge eine breit angelegte Untersuchung gegen Microsoft eingeleitet. Die Prüfung beziehe sich auch auf das Softwarelizenzierungs- und Cloud-Computing-Geschäft, sagt eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Die Behörde untersuche Vorwürfe, dass der Softwareriese seine Marktmacht missbrauche, indem er seine Kunden mit strafbewehrten Lizenzbedingungen daran hindere, ihre Daten von seinem Cloud-Dienst Azure auf andere konkurrierende Plattformen zu übertragen.
Die Untersuchung wurde von der FTC-Vorsitzenden Lina Khan vor ihrem wahrscheinlichen Rücktritt im Januar genehmigt. Nach dem Sieg von Donald Trump bei den Präsidentschaftswahlen wird erwartet, dass er einen Republikaner ernennen wird, der einen sanfteren Ansatz gegenüber Unternehmen verfolgt. Die Rechtsanwälte der FTC werden sich einem Bericht der Agentur Bloomberg zufolge nächste Woche mit Microsoft-Konkurrenten treffen, um weitere Informationen über die Geschäftspraktiken des Technologieunternehmens zu sammeln.
Wirbel bei Knaus Tabbert nach Razzia - zwei Manager gefeuert
Nach der Razzia bei Knaus Tabbert am Mittwoch hat sich der Aufsichtsrat des Wohnmobilherstellers von Chief Operating Officer Werner Vaterl und Chief Sales Officer Gerd Adamietzki mit sofortiger Wirkung getrennt. Die Entscheidung sei im Zusammenhang mit laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft erfolgt, die sich gegen "zwei Personen innerhalb des Unternehmens" richte, teilte das börsennotierte Unternehmen mit. Knaus Tabbert selbst sei dabei Geschädigter, wobei das Ausmaß dieses Schadens derzeit geprüft werde.
"Die Lage wird sich, was Jobverluste angeht, nicht verbessern"
Mehrere große Unternehmen in Deutschland verkünden einen Stellenabbau, auch bei anderen Arbeitgebern bangen Menschen um ihre Jobs. Marcel Fratzscher, Präsident des DIW, erklärt, warum sehr wahrscheinlich noch weitere Firmen Arbeitsplätze streichen werden und in welchem Umfang er diese Schritte erwartet.
LEG Immobilien stockt Wandelanleihe auf - Aktienkurs fällt
Die Aktien von LEG Immobilien sind mit einem Abschlag von 1,3 Prozent schwächster Wert im Nebenwerte-Index MDAX. Der Konzern kündigte an, eine ausstehende Wandelschuldverschreibung mit einer Laufzeit bis 2030 um 200 Millionen Euro aufzustocken. Die neuen Wandelschuldverschreibungen sollen dieselben Konditionen haben wie die am 4. September im Volumen von 500 Millionen Euro begebenen Papiere. Das Unternehmen will damit unter anderem bestehende Verbindlichkeiten refinanzieren.
"Hammer-Formation" lockt Anleger
Die technische Situation am deutschen Aktienmarkt hat sich laut einem Marktanalysten weiter aufgehellt. Im Chart hat der DAX gestern eine so genannte Hammer-Formation erzeugt. Diese wird als Indiz gesehen, dass der kurze Rückgang seit dem frühen Hoch vom Montag beendet sein dürfte.
Aus technischer Sicht würde ein Anstieg über das jüngste Zwischenhoch bei 19.468 die Konsolidierung voraussichtlich mit einem Kaufsignal beenden und den Startschuss für die Jahresendrally auslösen, hieß es bereits in den vergangenen Tagen.
Schwindende Versorgungsängste bewegen Ölmarkt
Am Rohstoffmarkt geben die Ölpreise weiter nach, da die Versorgungsängste nach dem Waffenstillstandsabkommen zwischen Israel und der Hisbollah nachlassen. Rohöl der Nordseesorte Brent verbilligt sich um 0,2 Prozent auf 72,70 Dollar je Barrel (159 Liter). US-Öl der Sorte WTI notiert 0,2 Prozent schwächer bei 68,55 Dollar.
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"Die große Frage heute ist …"
Der DAX geht mit Gewinnen in den heutigen Handel. Der deutsche Börsenleitindex notiert aktuell im Bereich von 19.370 Punkten - ein Plus von 0,6 Prozent. Zur Wochenmitte hatte er 0,2 Prozent verloren und mit 19.262 Zählern geschlossen. "Die große Frage heute ist: Wann wird ihm die Luft ausgehen?", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf. Sie verweist auf das feiertagsbedingte "Closing der Wall Street". Im Blick haben die Anleger frische Preisdaten. "Sie erhoffen sich davon Hinweise auf die weitere Zinspolitik der EZB."
80-Prozent-Kurssturz: Diese Aktie wird nachbörslich abgestraft
Die Aktien von Applied Therapeutics stürzen im nachbörslichen US-Handel um rund 80 Prozent ab. Das Biopharma-Unternehmen teilt mit, dass die US-Arzneimittelaufsicht FDA die Zulassung seines Medikaments zur Behandlung von Galaktosämie, einer seltenen genetischen Stoffwechselkrankheit, abgelehnt hat. Die Behörde könne den Zulassungsantrag für das Medikament Govorestat in seiner derzeitigen Form aufgrund bestimmter Mängel nicht genehmigen. Galaktosämie kann zu neurologischen Komplikationen führen, einschließlich Defiziten bei Sprache, Kognition, Verhalten und motorischen Fähigkeiten. Im Jahresverlauf hatte sich der Kurs der Applied-Therapeutics-Aktie bisher mehr als verdoppelt.
Diese Aktie ist vorbörslich gefragt
Die Aktien der Gea Group setzen sich mit einem Plus von 1,3 Prozent an die MDAX-Spitze. Barclays hat die Titel mit "Overweight" und einem Kursziel von 51 Euro in die Bewertung aufgenommen. Gestern hatten die Papiere bei 46,42 Euro geschlossen.
Abgabedruck lastet auf E-Auto-Branchenprimus
Nach den deutlichen Verlusten im gestrigen Geschäft tendieren Autoaktien in Hongkong sehr uneinheitlich. Für BYD -Titel geht es 3,6 Prozent abwärts, für Aktien von Great Wall Motor 2,0 Prozent. Anteilsscheine von Li Auto klettern dagegen 6,8 Prozent, Geely-Titel gewinnen 4,0 Prozent. In Tokio zeigen sich die Autotitel dagegen erholt. Honda, Toyota und Nissan gewinnen zwischen 0,9 und 1,3 Prozent.
"Bären könnten Aktienseite wieder attackieren"
Mit einer freundlichen Eröffnung an den europäischen Aktienmärkten rechnen Händler für die heutige Sitzung. Der DAX wird vorbörslich 0,4 Prozent höher errechnet, mit gut 19.340 Punkten. Damit setzt sich die Seitwärtsspanne zwischen knapp 19.000 und 19.470 Punkten fort, wobei seit dem frühen Intraday-Tief vom Mittwoch ein freundlicher Grundton besteht. Zudem hat sich die Lage bei den Risikoprämien für französische Anleihen nach dem frühen Hoch vom Mittwoch etwas entspannt. Dass die deutschen Renditen trotzdem nicht gestiegen sind, wird als positiv bewertet. Ihr Rückgang stütze nun die Stimmung für den DAX. Zudem zeigt die Erholung des Euro, dass der "Trump-Trade" nun erst einmal an den Märkten eingearbeitet sein sollte.
Im Blick stehen aber auch weiterhin die Risikoaufschläge für französische Anleihen. "Sollten sie sich erneut ausweiten, könnten die Bären am Markt auch die Aktienseite wieder attackieren", so ein Händler.
Die Umsätze am Markt dürften zum Thanksgiving-Feiertag in den USA deutlich nachlassen. Im vergangenen Jahr war der Thanksgiving-Donnerstag beim DAX einer der umsatzschwächsten Handelstage des gesamten Jahres, wie Thomas Altmann von QC Partners anmerkt. Im Blick stehen nun die deutschen Inflationsdaten. Erwartet wird auf Jahressicht ein Anstieg um 2,3 Prozent von 2,0 Prozent im Oktober. Der Anstieg liegt aber lediglich an Basiseffekten: Im Monatsvergleich sollen die Preise aber um 0,2 Prozent zurückgegangen sein.
Umgekehrte Vorzeichen an Asien-Börsen
Mit umgekehrten Vorzeichen geht es an den Börsen in Ostasien und Australien uneinheitlich zu. Diesmal geht es mit den Indizes in Hongkong und Shanghai nach unten, die vortags nach einer Schlussrally noch kräftig zugelegt hatten. An den anderen Plätzen geht es dagegen nach oben. In Tokio gewinnt der Nikkei-Index 0,8 Prozent auf 38.436 Punkte. Etwas Rückenwind kommt vom Yen, der seine kräftige Aufwertung zunächst gestoppt hat. In Sydney schüttelt der ASX/200 die leichtere Tendenz an der Wall Street ab und legt um 0,4 Prozent zu. Er liegt damit auf Kurs zu einem Rekordhoch auf Schlusskursbasis.
Wenig tut sich in Seoul, obwohl die Notenbank des Landes etwas überraschend erneut die Leitzinsen gesenkt hat. Der Kospi liegt 0,1 Prozent im Plus. Der Markt sieht die Zinssenkung offenbar vor allem als Warnsignal, was den Zustand der heimischen Wirtschaft betrifft. Die Entscheidung der Bank of Korea, die Zinsen erneut zu senken, signalisiere die Notwendigkeit, die Wirtschaft zu stützen, kommentiert Analystin Min Joo Kang von der ING. Es sei ungewöhnlich, dass die Bank of Korea die Zinsen zweimal hintereinander senke, außer in Krisenzeiten. Der überraschende Schritt signalisiere, dass die Priorität auf dem Wachstum und nicht auf der kurzfristigen Finanzmarktstabilität liege.
T-Mobile meldet Hackerangriffe
T-Mobile US bestätigt mehrere Hackerangriffe auf seine Systeme in den vergangenen Wochen. "Die Angreifer hatten jedoch keinen Zugriff auf sensible Kundendaten wie Anrufe, Sprachnachrichten oder SMS", sagt Jeff Simon, Chief Security Officer des US-Telekommunikationskonzerns. Interne Abwehrmaßnahmen hätten die Kundendaten geschützt, eine Unterbrechung der Dienste verhindert und ein weiteres Vordringen des Angriffs gestoppt. Wer dahinter stecke, sei noch unklar.
Die Erklärung folgt auf Berichte über "Salt Typhoon", eine mutmaßliche chinesische Cyberspionage-Operation gegen US-Telekommunikationsunternehmen. Ein Sprecher von T-Mobile räumt ein, dass die Vorgehensweise der Angreifer Ähnlichkeiten mit "Salt Typhoon" aufweise. Es sei jedoch unklar, ob es sich dabei tatsächlich um diese Gruppe gehandelt habe.
Das FBI und die Cybersecurity & Infrastructure Security Agency untersuchen derzeit eine "breit angelegte und bedeutende Cyberspionagekampagne" mit Verbindungen nach China. Medienberichten zufolge sollen auch AT&T, Verizon und Lumen von den Angriffen betroffen sein.
Amazon entwickelt neue KI
Amazon entwickelt offenbar eine neue Künstliche Intelligenz (KI), die neben Text auch Bilder und Videos verarbeiten kann. Das neue KI-Modell mit dem Codenamen "Olympus" soll Amazon unabhängiger von dem KI-Startup Anthropic machen, wie das Technologieportal The Information unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet. Das neue große Sprachmodell (LLM) soll es Kunden ermöglichen, mit einfachen Textanfragen nach bestimmten Szenen in Bildern und Videos zu suchen, etwa nach einem entscheidenden Basketball-Wurf.
Die Entwicklung von Amazon könnte die Abhängigkeit von Anthropics Chatbot Claude verringern, der ein beliebtes Angebot auf der Cloud-Plattform Amazon Web Services (AWS) ist. Erst kürzlich hatte Amazon weitere vier Milliarden Dollar in Anthropic gesteckt, nachdem es bereits im September 2023 eine Investition in gleicher Höhe getätigt hatte. Ziel des US-Onlinehändlers ist es, im Rennen um generative KI-Technologie mit Konkurrenten wie Google, Microsoft und OpenAI Schritt zu halten. Laut "The Information" könnte Amazon das neue KI-Modell Olympus bereits in der kommenden Woche auf der jährlichen AWS-Kundenkonferenz vorstellen.
Yen in der Nähe seines Einmonatshochs
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar 0,4 Prozent auf 151,66 Yen. Damit bleibt der Yen aber weiterhin in der Nähe seines Einmonatshochs vom Vortag. Die Stärke des Yen schüre die Erwartung, dass die Bank of Japan (BOJ) den Leitzins auf ihrer Sitzung im Dezember nicht anheben werde, was sich positiv auf die lokalen Aktien auswirke, heißt es aus dem Handel. Der Dollar steigt leicht auf 7,2452 Yuan. Zur Schweizer Währung notiert er 0,2 Prozent höher bei 0,8832 Franken. Parallel dazu bleibt der Euro nahezu unverändert bei 1,0554 Dollar und steigt leicht auf 0,9321 Franken.
Euro / Dollar
Gaslieferstopp: "Ausschließen kann man nichts"
Der Chef des österreichischen Öl-, Gas- und Chemiekonzerns OMV, Alfred Stern, kann noch nicht abschätzen, ob der seit Mitte November bestehende Erdgas-Lieferstopp der russischen Gazprom endgültig ist. "Ich kann nicht beurteilen, was noch passieren wird. Der Vertrag läuft ja noch. Ausschließen kann man nichts", sagt der Manager der "Süddeutschen Zeitung". Zudem räumt Stern ein, dass die OMV offen bleiben sollte und alle Energiequellen nutzen sollte, solange dies rechtlich möglich sei und es keine Sanktionen gebe. Die OMV, einer der letzten großen Käufer von russischem Erdgas in Europa, erhält seit dem 16. November kein Erdgas mehr von Gazprom geliefert. Hintergrund ist ein Rechtsstreit zwischen den Unternehmen. Wie es weitergeht, ist unklar. Der Gasliefervertrag läuft bis 2040.
"Zu groß ins Risiko dürften die Investoren nicht gehen"
An der Wall Street fallen die Kurse. Allerdings hat etwa der Dow Jones erst am Dienstag noch einen Rekord aufgestellt. "Jetzt freut man sich auf Thanksgiving", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Jens Korte in New York. "Damit startet auch das Weihnachtsgeschäft. Es könnten bis zu einer Billion Dollar ausgegeben werden." Ist das eine realistische Einschätzung?
"Japanische Aktien sind günstig"
Die asiatischen Märkte zeigen sich angesichts der Unsicherheit über die weltweiten Konjunkturaussichten uneinheitlich. In Tokio profitiere der Nikkei-Index von einem schwachen Yen und steigt um 0,8 Prozent auf 38.445,14 Punkte, der breiter gefasste Topix notiert 1,0 Prozent höher bei 2690,71 Punkten. Die Stimmung der Anleger in China bleibt dagegen fragil, da Investoren einen möglichen Zollkrieg durch die Politik des designierten US-Präsidenten Donald Trump befürchten. Der Shanghai Composite verliert 0,3 Prozent auf 3299,87 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fällt um 0,8 Prozent auf 3875,99 Punkte. "Japanische Aktien sind im Vergleich zu US-Aktien günstig", sagt Seiichi Suzuki von Tokai Tokyo Intelligence Laboratory. Besonders stark zeige sich der Chipausrüster Tokyo Electron mit einem Plus von 6,45 Prozent.
Inflationsdruck ist zurück
Auch zur Wochenmitte hat sich der DAX nicht aus seiner Seitwärtslethargie befreien können. Der deutsche Börsenleitindex, der an den beiden Handelstagen zuvor leicht gestiegen und gefallen war, bewegt sich nun im Bereich der 19.250er-Marke. Die Kurse an der Wall Street geben leicht nach, allerdings sind heute keinerlei Impulse von den US-Börsen zu erwarten - es ist "Thanksgiving".
Hierzulande rückt das Thema Inflation wieder in den Vordergrund, denn das Statistische Bundesamt veröffentlicht heute eine erste Schätzung zur Entwicklung der deutschen Verbraucherpreise im November. Die Inflationsrate dürfte Experten zufolge deutlich gestiegen sein - auf 2,3 Prozent nach 2,0 im Oktober und 1,6 im September. Für die Europäische Zentralbank macht dies die Sache nicht einfacher. Allerdings könnte sie die zunehmend schwache Konjunktur in der Eurozone mehr in den Blick nehmen und ihren Zinssenkungskurs trotz steigender Inflation fortsetzen.
Zudem will heute im Streit über die Abschöpfung sogenannter Überschusserlöse im Zuge der Strompreisbremse das Bundesverfassungsgericht sein Urteil verkünden. Insgesamt 22 Betreiber von Ökostromanlagen hatten sich mit Verfassungsbeschwerden an die Karlsruher Richter gewandt. Ihre Klage richtet sich gegen die Regelung, dass sie einen Teil der Erlöse, die sie zwischen Dezember 2022 und Juni 2023 aus krisenbedingt hohen Strompreisen erzielten, an die Netzbetreiber weiterreichen müssen, um die Endverbraucher zu entlasten. Die komplette Terminübersicht für diese Woche finden Sie hier.